Poröse Brücke bei Kolmeshöhe nicht zu retten
Bitburg · Die Brücke in Bitburg, die über die B 51 in Richtung Kolmeshöhe führt, ist für den Verkehr über zwölf Tonnen gesperrt. Das Bauwerk ist so porös, dass eine Sanierung sinnlos ist. Der Neubau befindet sich noch in der Planungsphase. Daran ist vor allem das komplizierte Brückenumfeld schuld.
Bitburg. Oben schlendern die Fußgänger, unten dröhnen die Fahrzeuge. Die Brücke in Richtung Kolmeshöhe ist in einem schlechten Zustand und wurde nun für den Verkehr über zwölf Tonnen gesperrt. Bereits seit vergangenem Jahr gibt der Beton unterhalb der Brücke den Blick auf die Metallverstrebungen innerhalb des Betons (Bewehrung) frei und Teile des Pfeilers bröckeln ab. Die Folge: Das Bauwerk muss abgerissen und neu gebaut werden.
Karl-Josef Tölkes, stellvertretender Leiter des Landesbetrieb Mobilität Gerolstein (LBM), erklärt, warum eine einfache Sanierung in diesem Fall sinnlos ist: "Eine Sanierung würde keine deutliche Lebensverlängerung der Brücke herbeiführen." Dies haben Qualitätsprüfungen des porösen Betons ergeben. Der Beton sei sogar derart löchrig, dass man erhebliche Schäden nicht mehr ausschließen könne. Daher habe man sich für eine Sicherungsmaßnahme entschieden: "In diesem Fall war das die Lastbeschränkung auf zwölf Tonnen."
Dass die Brücke neu gebaut wird, steht außer Frage, die Planungen dafür sind bereits abgeschlossen. Wann dies der Fall sein wird, ist laut Tölkes allerdings noch ungewiss. Er rechne frühestens 2015 mit einem Start der Bauarbeiten.
Der Neubau der Brücke sei nämlich lediglich Teil eines größeren Projekts: Zurzeit teilen sich ein- und ausfädelnde Fahrzeuge bei der Ausfahrt Oberweis dieselbe Spur. "Wir möchten die Ein- und Ausfädelungsvorgänge von der B 50 auf die B 51 vereinfachen", sagt Tölkes. Aus dieser einzelnen Spur sollen dann zwei getrennte Wechselspuren werden. Dafür wiederum müsste man die B 51 auf einer Länge von mehr als einem Kilometer auf vier Spuren erweitern (siehe Grafik). "Aber auch da sind die Planungen noch am Werden."
Im Bereich der Brücke Kolmeshöhe ergibt sich für die Planer ein weiteres Problem: Für die Erweiterung der Fahrbahn ist wenig Platz. Zur einen Seite grenzt der städtische Friedhof an, auf der anderen Seite lässt die Lärmschutzwand wenig Platz zur Expansion. Besagte Lärmschutzwand muss aber ohnehin erneuert werden. "Die reicht nämlich auch nicht mehr aus." In Bitburg-Stahl soll zudem ein neuer Kreisverkehr für Entlastung sorgen. Dort folgen zurzeit drei Auf- und Abfahrten in kurzen Abständen hintereinander. Mit Kreisel würde sich die Zahl der Abfahrten dann auf eine reduzieren.
Insgesamt wird der Bau ungefähr ein Jahr in Anspruch nehmen, weil nur unter laufendem Verkehr gearbeitet werden kann. "Bei einer Vollsperrung müssten wir den gesamten Verkehr durch Bitburg leiten. Das will sicher niemand", vermutet Tölkes.
Das Gesamtprojekt kostet 15 Millionen Euro. Eine Brücke wie die an der Kolmeshöhe schlägt mit ungefähr einer Million Euro zu Buche.