Postbank in Prüm: Filiale dicht, Automat fort

Banken : Postbank in Prüm: Filiale dicht, Automat fort

Kommende Woche ist Schluss in Prüm. Den Brief- und Paketdienst übernimmt die Buchhandlung Hildesheim in neuen Räumen vor dem Gymnasium. Viele aber ärgern sich darüber, dass die Bank auch den Geldautomaten abbaut.

Vorbei: Die Prümer Postbankfiliale wird, wie wir im Dezember berichteten, am Donnerstag, 16. Mai, ihre Türen für immer schließen.

Die Prümer hatten sich mit dem Aus ihrer Filiale weitgehend abgefunden. Zumal der Paketdienst erhalten bleibt: Die Buchhandlung Hildesheim übernimmt und wird dazu am Hahnplatz 30 am gleichen Tag um 9 Uhr eine neue Geschäftsstelle für diesen Service eröffnen.

Dennoch sind die Kunden in der Stadt nicht gerade glücklich mit dem Aus – vor allem aus einem Grund: Auch Bargeld erhalten sie in Prüm nicht mehr. Stattdessen empfiehlt die Postbank den Besuch der Filiale in Gerolstein. Oder eine Fahrt nach Bitburg. Oder nach Stadtkyll.

In der Prümer Filiale sind die Kunden entsprechend verärgert: „Schande“, heißt es dort, und „wir fahren doch deswegen nicht nach Gerolstein“. Auch Peter Wissmann passt das nicht: Er meldet sich in der Redaktion. Dass die Post weggehe, sagt er am Telefon, „kann ich ja verstehen. Aber kein Geldautomat, keine Kontoauszüge“, das könne es doch nicht sein. „Wo sollen die Leute denn dann Geld abheben?“

Zumal viele ältere Bürger in den Geschäften lieber bar bezahlten. Und auch nicht in jenen Supermärkten, die Bargeldauszahlung anbieten, zum Einkauf gezwungen werden wollen.

Er sei seit mehr als 30 Jahren Postbankkunde und früher viel auf Montage an anderen Orten gewesen – und überall, sagt der 70-Jährige, „konnte ich Geld abheben“.

Die Konsequenz? Vielleicht ja doch die Bank wechseln. „Ich weiß es noch nicht genau“, sagt Peter Wissmann.

Egal, wie er sich deswegen nun entscheiden wird: Der Automat wird ebenfalls nächste Woche verschwinden. Hartmut Schlegel, Pressesprecher der Postbank, bestätigt das auf TV-Anfrage. Und empfiehlt ebenfalls die Nutzung des sogenannten Cashback-Verfahrens, bei dem man sich im Supermarkt – bei Kartenzahlung – Bargeld aushändigen lassen könne.

Daneben besteht zwar noch die Möglichkeit, die Automaten der Kreissparkasse, der Volksbank oder im Hit-Markt zu nutzen. Aber als Fremdkunde muss man dann dafür eben bezahlen.

Man habe sich, sagt Schlegel wie bereits in einer Pressemitteilung vom Dezember, „die Entscheidung nicht leicht gemacht. Grundsätzlich schließen wir eine Filiale nur dann, wenn sie sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt. Der Aufwand muss in einem ausgewogenen Verhältnis zum Ertrag einer Filiale stehen“.

Das war’s dann also mit Posbankgeschäften und Bargeld in der Bahnhofstraße. Aber immerhin: Sabine Rehm von der Buchhandlung bereitet alles vor für die Eröffnung der Brief- und Paketdienststelle – offiziell: Post-Partnerfiliale – am Hahnplatz. Genauer: direkt gegenüber dem Gymnasium. „Dann ist da auch schon mal ein Leerstand weg“, sagt Sabine Rehm.

Sie wird nächste Woche verschwinden: die Postbankfiliale in der Prümer Bahnhofstraße. Foto: Fritz-Peter Linden

„Wir haben dafür auch jemanden neu eingestellt“, sagt die Chefin der Prümer Buchhandlung. „Wir haben bessere Öffnungszeiten als die alte Post (nämlich von 9 bis 18 Uhr, Anm.), und es ist mitten in der Stadt. Und trotzdem sind auch noch Parkplätze direkt vor dem Haus. Also eigentlich nicht schlechter – außer, dass eben die Postbank wegfällt.“

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