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Projekt Dorfmoderator: Es geht weiter

Projekt Dorfmoderator: Es geht weiter

Nach einer intensiven Debatte im Bleialfer Gemeinderat hat sich eine Mehrheit der Ratsmitglieder dafür ausgeprochen, die Idee eines Dorfmoderators weiterzuverfolgen. Dieser Dorfmoderator soll eine Art Koordinierungsstelle zwischen Bleialf und den umliegenden Gemeinden sowie zwischen den Vereinen und Institutionen werden.

Bleialf. Zunächst sah es so aus, als sei die Idee des Dorfmoderators in Bleialf gestorben. Denn als Bürgermeisterin Edith Baur (CDU) nach einer erneuten kurzen Vorstellung des Projekts bei den Fraktionen im Rat nach ihrer Meinung fragte, signalisierten sowohl die Liste Leinen als auch ein Großteil der CDU, dass sie einen Dorfmoderator zum derzeitigen Zeitpunkt für überflüssig hielten. "So lange es genug Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren, hält die Mehrheit der CDU-Fraktion einen Dorfmoderator für überflüssig", sagte Walfried Hacken. Falls diese Stelle noch bezahlt werde, sei dies "ein Schlag ins Gesicht" für alle diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren. Lediglich die Liste "Bleialf Aktiv" - von der der Vorschlag stammt - und die SPD sprachen sich für die Schaffung einer solchen Position aus - und waren im Rat damit in der Minderheit.

Doch so leicht wollten sich Thomas Aigner und Oliver Grunow von "Bleialf aktiv" nicht geschlagen geben. "Es ist sehr kurzsichtig gedacht, wenn man sagt, jetzt brauche man noch keinen", sagte Aigner. Gerade angesichts der Probleme in vielen Vereinen, Nachfolger für die scheidenden Vorsitzenden zu finden, sei es für die Zukunft wichtig, jemanden zu haben, der die Vereinsvorsitzenden entlaste. So könne man vielleicht mehr Menschen dazu bringen, sich in den Vereinen zu engagieren. Auch von den möglichen Kosten solle man sich nicht abschrecken lassen. Man hoffe immer noch darauf, dass jemand die Stelle ehrenamtlich übernehme oder man eine Möglichkeit der Finanzierung finde, die die Gemeindekasse nicht belastet.

Bürgermeisterin Baur betonte, dass die derzeitige Ablehnung eines Dorfmoderators nicht als Affront gegen die Antragsteller zu sehen sei. "Im Moment ist einfach kein Bedarf da", sagte Baur.

Um einen solchen Bedarf zu ermitteln, sollen nach dem Willen des Gemeinderats auch einmal die Vereinsvorsitzenden gehört werden, was sie von dieser Idee halten. Dies sei bisher nicht geschehen, so Thomas Aigner, weil man dafür noch keine Handlungsvollmacht vom Gemeinderat erhalten habe. Auch Heidrun Haas von der SPD sprach sich dafür aus, bei den Vereinen nachzufragen, was sie von dem Vorschlag halten. Der einzige Knackpunkt: Nach den Plänen von "Bleialf Aktiv" soll die Betreuung und Koordination der Vereine "nur ein Bruchteil der Aufgaben des Dorfmoderators" sein. Doch gerade dann dürfe man die Frage der Finanzierung nicht außen vor lassen, entgegnete Walfried Hacken (CDU). Denn dann seien die Aufgaben zu umfangreich für ein Ehrenamt.

Schließlich sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür aus, die Idee des Dorfmoderators zunächst einmal weiterzuverfolgen und weiter auszuarbeiten. mehi/bre

Meinung

Von Christian Brunker

Noch viel Arbeit nötig

Der Gemeinderat Bleialf wird also die Idee eines Dorfmoderators weiterverfolgen. Doch es bleiben immer noch viele Fragen offen. Die wichtigste ist: Braucht man wirklich einen - möglicherweise bezahlten - Koordinator zwischen Bleialf und den umliegenden Gemeinden, zwischen den Vereinen und Einrichtungen, für die Außendarstellung? Es ist höchste Zeit, dass die Vereinsvertreter gehört werden, was sie von der Idee halten. Ganz wichtig ist es auch, diese "Koordinierungsstelle" endlich einmal ganz genau zu definieren und die Aufgaben und Kompetenzen exakt zu umreißen. Das ist entscheidend, wenn man jemanden in der Zukunft mit den Aufgaben betrauen will. c.brunker@volksfreund.de