Promi-Besuch in Prüm

Der Geschichtsverein Prümer Land hat sein Jahresprogramm vorgestellt. Prominentester Gast im April 2011: Beinahe-Bundespräsident Joachim Gauck. Insgesamt will sich der Verein wieder mehr auf historische Themen konzentrieren.

Ein paar Termine weniger, dafür wieder mehr Historisches: Der Geschichtsverein Prümer Land hat sein Programm durchforstet und konzentriert sich wieder etwas stärker auf das, was der Vorsitzende Volker Blindert "unsere ureigentliche Aufgabe" nennt.

Was nicht heißt, dass der Verein keine Glanzlichter setzen will. Eines davon ist gewiss der Besuch von Joachim Gauck am Samstag, 2. April, in der Karolingerhalle. Der Mann, der nach der Wende für die Verwaltung und Aufbereitung der Stasi-Unterlagen verantwortlich war und im vorigen Jahr beinahe Bundespräsident geworden wäre, wird in Prüm aus seiner Autobiografie "Winter im Sommer -Frühling im Herbst" lesen.

Die Idee, Gauck einzuladen, sei ihm in den Tagen vor der Präsidentenwahl gekommen, sagt Blindert. "Und am Tag nach der Wahl habe ich bei seinem Verlag angefragt." Kurz darauf sei die Zusage gekommen. "Das ist natürlich sehr erfreulich", sagt Blindert.

Genauso wie der Besuch weiterer prominenter Gäste. Der langjährige Russlandkorrespondent des ZDF, Dirk Sager, kommt im Juni ins Konvikt und referiert über den "Kampf um die Macht im Kreml". Im Oktober werden die Karolinger Thema sein - bei einer Lesung mit Schriftstellerin Martina Kempff in der Kapelle von Buchet.

Künftig keine Kabarett-Abende mehr



Was wegfällt, sind die Kabarett-Abende: "Auf dem Sektor gibt es ja mittlerweile ein sehr großes Angebot in der Nähe", sagt Blindert. Und die Liste der Kabarettisten, "die gut und neu sind", sei eben kurz. Beschluss des Vereins: Anstatt wiederholt die gleichen Künstler zu engagieren, lasse man es dann lieber ganz.

Dafür nehme man wieder verstärkt regionalhistorische Themen in den Blick. Unter anderem auch bei zwei "Historischen Dinners" im Januar und Februar. In der Weiland-Akademie Irrhausen geht es, begleitet von einem fünfgängigen Menü, im Vortrag von Karlheinz Weis um die Mühlen der Westeifel. Und im Februar befasst sich Alois Mayer am gleichen Ort mit Sagen und Legenden der Region. Etwas anders werden auch die Kinoabende sein. Gleich zwei Filme werden pro Abend gezeigt, beim Start im März zeigen der Verein und das Eifel-Kino "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" und "Unter Bauern".

Darüber hinaus bleiben die klassischen Angebote bestehen: Eine Reihe von Ausflügen, Tagesfahrten und Studienreisen führen zu Maaren und Vulkanen, nach Nordfriesland, nach Südengland oder in die Fränkische Schweiz. Hubert Jenniges berichtet im Konvikt über "Belgiens schmale Gratwanderung", aus Anlass der anhaltenden Staatskrise im Nachbarland.

Und ein spätes Glanzlicht, auch ohne große Namen, soll wieder der Mundartnachmittag im November sein: "Da hatten wir in diesem Jahr 250 Besucher", sagt Volker Blindert. "Das halte ich für recht beeindruckend."

Das Jahresprogramm finden die Vereinsmitglieder im ersten von vier "Prümer Landboten", der am Donnerstag, 6. Januar, erscheint. Außerdem wird es von Montag, 3. Januar, an in vielen Geschäften ausliegen.