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Prominente Unterstützung für die Polizei

Warum der Fanta-4-Rapper ein Video für die Eifeler Gesetzeshüter gedreht hat : Thomas D. wirbt für Bitburger Polizei

„Die Eifel bleibt stabil“, unter diesem Slogan wirbt die Bitburger Polizei in Corona-Zeiten in sozialen Medien. Beistand bekomt die Truppe dafür überraschend auch von Thomas D. von den Fantastischen Vier. Der Deutschrapper wohnt selbst seit Jahren auf einem Hof in der Eifel.

Goldene Schallplatten hängen an der Wand. Und in die Kamera schaut ein vertrautes Gesicht: Ziegenbart, Hipster-Brille, kurzer Irokesen-Schnitt. „Hallo, ich bin Thomas D.“, sagt der Musiker, der vor allem Hip-Hop-Fans von Festivals, aus Talkshows und Musikvideos bekannt sein dürfte. In dem Clip, der auf Twitter und Instagram geteilt wurde, wirbt der Rapper aber überraschenderweise nicht etwa für einen neuen Song der Fantastischen Vier. Sondern für eine Aktion der Polizei Bitburg.

„Ja, auch, ich sitze hier selbst in meinem goldenen Käfig“, sagt D., der mit bürgerlichem Namen „Dürr“ heißt: „Und so schön es aussieht, so wenig unterscheidet es mich momentan von jedem anderen da draußen“. Was er damit meint: Die Corona-Krise, die auch den Sänger dazu zwingt, viel Zeit zuhause zu verbringen.

Zuhause heißt in diesem Fall: auf seinem Gutshof in der Nähe von Daun. Denn dorthin, in die Abgeschiedenheit der Vulkaneifel, hat der gebürtige Schwabe sich vor einiger Zeit zurückgezogen. Er hat die Großstadt Stuttgart gegen einen 100-Seelen-Ort eingetauscht, das urbane Leben gegen die Landluft auf einem Bauernhof, den er selbst „Mars“ nennt — „Moderne Anstalt Rigoroser Spakker“.

D. ist also ein Wahleifeler und passt daher perfekt zur Aktion der Bitburger Polizei. Unter dem Slogan „Die Eifel bleibt stabil“ werben die Ordnungshüter derzeit dafür, in der Corona-Krise zusammenzustehen. Die Botschaft fasst der Rapper in seinem Kurzvideo zusammenfasst: „Wir alle haben nur diesen einen Auftrag: Zuhause zu bleiben“, Infektionsketten zu durchbrechen und Covid-19 nicht weiterzubreiten.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Kein <a href="https://twitter.com/hashtag/Aprilscherz?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Aprilscherz</a>. Die <a href="https://twitter.com/hashtag/BitB%C3%BCrgerPolizei?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#BitBürgerPolizei</a> hat massiven Support bekommen. <a href="https://twitter.com/thomasdofficial?ref_src=twsrc%5Etfw">@thomasdofficial</a> von den <a href="https://twitter.com/fantastische4?ref_src=twsrc%5Etfw">@fantastische4</a> lebt in der <a href="https://twitter.com/hashtag/Eifel?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Eifel</a> und hat für uns ein Video mit einer Botschaft an Euch aufgenommen. <a href="https://twitter.com/hashtag/StayAtHome?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#StayAtHome</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/EifelBleibtStabil?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#EifelBleibtStabil</a>💪<a href="https://twitter.com/hashtag/WirLebenEifel?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#WirLebenEifel</a> <a href="https://t.co/VW6L7PNfHa">pic.twitter.com/VW6L7PNfHa</a></p>&mdash; Polizei Trier (@PolizeiTrier) <a href="https://twitter.com/PolizeiTrier/status/1245411083910811648?ref_src=twsrc%5Etfw">April 1, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Die Idee für die ungewöhnliche Kooperation des Rappers mit der Polizei stammt vom Bitburger Dienststellenleiter Christian Hamm: „Ich habe ihn angefragt, und unsere Philosophie dahinter erklärt.“ Man habe sich dann „kurz beschnuppert“. Und dann habe er auch schon die Zusage erhalten.

Die Resonanz: „hervorragend“; sagt Hamm. Auch weil nicht nur die Polizei Trier das Video auf Twitter geteilt hat. Sondern auch die „Fantas“ selbst auf ihrem Kanal. Auch aus dem Innenministerium hat Hamm nur Lob gehört, sagt er: „Wir sind bislang die erste Dienststelle, die sich prominente Unterstützung ins Boot holt. Und das kam auch intern gut an.“

Der Polizeichef erhofft sich nun, dass möglichst viele Menschen rund um Bitburg dem Beispiel des Prominenten folgen: „Wir erreichen mit Thomas D. natürlich eine Zielgruppe, die uns sonst komplett verschlossen bleiben würden.“

Denn die Beamten stellten in letzter Zeit wieder fest, „dass die Leute wieder sorgloser werden.“ Noch sei zwar zu beobachten, dass sich „mehr als 90 Prozent“ an das Kontaktverbot hielten. Aber weiterhin gebe es leider Unbelehrbare.

So hat die Polizei erst vergangene Woche eine Balkonparty und ein Treffen von Jugendlichen in Bitburg auflösen müssen. Und dabei auch erstmals Bußgelder in Höhe von 200 Euro verhängt. „Wir bleiben eine Bürgerpolizei“, sagt Hamm: „Der private Raum bleibt privat.“ Er appeliere aber weiter an die Vernunft: „Wer sich nicht an die Regeln hält, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern die ganze Gesell schaft.“

Um weiterhin auf diesen Umstand hinzuweisen, aber auch Mut zu machen in diesen Zeiten, will die Polizei Bitburg weiter werben. Auch in Zukunft, kündigt Hamm an, werde man sich um prominente Unterstützer der Kampagne bemühen: „So viel Prominenz allerdings haben wir in der Eifel jetzt auch nicht.“