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Ärzte-Genossenschaft: Prominente Unterstützung für Eifeler Ärzte-Genossenschaft

Ärzte-Genossenschaft : Prominente Unterstützung für Eifeler Ärzte-Genossenschaft

Dass der Antrag der Medicus eG auf Betrieb eines medizinischen Versorgungszentrums abgelehnt wurde, hält auch Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler für nicht nachvollziehbar. Sie fordert die Kassenärztliche Vereinigung zum Dialog auf.

Die Wartezimmer sind voll, viele Ärzte nehmen keine neuen Patienten mehr an. Das Problem wird sich verschärfen.  Es wird künftig eine Kunst, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen überhaupt noch sicherzustellen. Im Eifelkreis ist etwa ein Drittel der amtierenden Ärzte älter als 54 Jahre. Verabschiedet sich diese Mediziner-Generation in den Ruhestand, sind 25 Hausarztstellen im Eifelkreis unbesetzt. Die brennende Frage ist: Was könnte das Landarzt-Dasein für junge Mediziner attraktiver gestalten?

Die Antwort der Medicus eG: flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit. Die Initiative um den Bitburger Allgemeinmediziner Michael Jager will als Genossenschaft Kollegen in Mitgliederpraxen einstellen, so dass diese nicht zwingend als Landarzt einen Rund-umd-die-Uhr-Betrieb leiten müssen. Flexible Arbeitszeitmodelle gibt es derzeit meist nur in Kliniken und großen Gemeinschaftspraxen in Städten. Für kleine Landpraxen lohnt sich das nicht. Für mehrere Landärzte, die sich in einer Genossenschaft zusammengetan haben, schon. Aber noch fehlt die Zulassung (der TV berichtete).

Nun schaltet sich auch die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin in die Debatte ein. „Es geht um die Verantwortung für die ärztliche Versorgung in der Region“, sagt Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung ist für die Patientinnen und Patienten nicht nachvollziehbar“, sagt die Ministerin. Immerhin habe die KV doch den Auftrag, die medizinische Versorgung sicherzustellen: „Ich habe die klare Erwartung an die KV, den Dialog mit Ärzten in der Eifel fortzuführen und eine Lösung zu finden.“ Es müsse alles getan werden, um die ärztliche Versorgung sicherzustellen.

Landrat Joachim Streit, der mit zu den Initiatoren der Medicus eG zählt, lässt das hoffen, dass die KV ihren Standpunkt noch mal überdenkt: „Ich freue mich sehr über die eindeutige Aussagen der Ministerin“, sagt Streit. Er plant für Mitte Juni mit Michael Jager und den Eifeler Landtagsabgeordneten Nico Steinbach (SPD) sowie Michael Billen (CDU), sich mit der KV zu einem gemeinsamen Gespräch in Mainz zu treffen: „Mit diesem Statement hat die Ministerin uns da sehr den Rücken gestärkt.“

Unterdessen hat Steinbach die Landesregierung mit dem Thema konfrontiert und in einer Anfrage eine Stellungnahme zur Entscheidung des Zulassungsausschusses erbeten. Und die CDU-Fraktion wiederum hat das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Gesundheitsausschusses gesetzt – ebenfalls mit der Bitte, die Landesregierung möge Position beziehen.

Kommentar: Es geht nicht nur um die Eifel