Pronsfeld mausert sich zum Eldorado für Radfahrer

Dorferneuerungsprogramm : Pronsfeld wird Eldorado für Radfahrer

Die Dorferneuerung schreitet voran. Ein großer Spielplatz, ein Bike-Park und vier neu markierte Wanderwege sind dazugekommen. Nur bei der Umgestaltung des Dorfplatzes muss nochmal neu nachgedacht werden.

Großes Gejauchze, ein scharfes Bremsmanöver und zum Abschluss noch ein gewagter Sprung – eine Gruppe Jungs fährt mit Mountainbikes durch den Bike-Park in Pronsfeld und hat hör- und sichtbar viel Spaß. Die neue Attraktion ist bislang einzigartig im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

War Pronsfeld früher ein bedeutender Bahnknotenpunkt, ist die Gemeinde heute ein Eldorado für Radfahrer. Denn nach dem Rückbau der stillgelegten Gleisanlagen kann man auf den darauf entstandenen Wegen in Richtung Waxweiler, Prüm, Neuerburg oder ins belgische St. Vith radeln. Da passt das neue Angebot für sportliche Herausforderungen ganz gut ins Bild. Gefördert wurde der Bau des Bike-Parks mit 19 000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union.

Zu finden ist der Bike-Park am Ortsausgang Richtung Habscheid, neben dem Radweg, der zwischen der Habscheider Straße und dem Bahnhof entlangführt. Gebaut hat ihn eine Spezialfirma aus dem Sauerland. Was es dort alles zu erleben gibt, beschreibt diese so: „Der Techniktrail verfügt über diverse Mountainbike-Wippen, -Brücken und Balance-Balken aus Holz.“ Mit dem Starthügel beginne eine „leicht abschüssige, flowige Dirtline mit vier Dirtjumps, mündend über eine kleine Flowline in den Pumptrack. Der Pumptrack mit zwei 180-Grad-Steilkurven und diversen Bumps und kleinen Doubles ermöglicht optimales Training von Kondition und Koordination auf dem Mountainbike.“ Aha.

Für die Nichtprofis erklärt Ortsbürgermeister Harald Urfels das nochmal in verständlicher Kurzform: „Man muss einmal richtig Gas geben, über die Hügel fahren, den Schwung mit dem Lenkrad mitnehmen und dreht seine Runden im Oval, fährt dann über den Parcours, wo man seine Geschicklichkeit testen kann.“

Andreas Waldera aus Waxweiler hat den Trail für das Onlinemagazin Fraktur getestet und ihn seinen Lesern bereits sehr ans Herz gelegt. Zitat: „Im näheren Umkreis findet sich definitiv nichts Vergleichbares. Es lohnt sich also unbedingt, mit dem Rädchen nach Pronsfeld zu kommen!“

Wer es weniger wild haben möchte, kann aber auch die neuen Wanderwege testen, die im Sommer ausgeschildert wurden. Alle Wege starten am ehemaligen Bahnhofgelände, auf dem öffentlichen Parkplatz. Dort steht auch eine Informationstafel. Beim Ausweisen der Strecken sei ihm erst richtig bewusst geworden, wie viele schöne Blicke man in die Landschaft hat, sagt Harald Urfels.

Neu angelegt wurden auch zwei Rastplätze entlang der Strecken. Einer befindet sich an der Brandscheider Straße und der andere am Kuhborn. Außerdem sollen noch vier Ruhebänke hinzukommen, die gerade von ehrenamtlichen Helfern gefertigt werden. Namen haben die vier Wanderwege auch bekommen. Dazu gab es extra eine Bürgerbeteiligung.

Apropos Bürger – die hat Urfels immer gerne mit im Boot, wenn irgendwie möglich. Beim Dorferneuerungsprogramm (2014 wurde Pronsfeld zur Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung im Eifelkreis Bitburg-Prüm erklärt) geht es auch nicht ohne. Im Vorfeld gab es viele Einwohnerversammlungen und die Möglichkeit, sich in verschiedenen Arbeitsgruppen zu engagieren. „Die Dorfbeteiligung ist für mich mega wichtig“, sagt der Ortsbürgermeister. Dass von den Einwohnern selbst Projekte entwickelt werden, die man dann umsetzt – „das finde ich klasse“.

So ein Projekt ist unter anderem die Neugestaltung des Dorfplatzes. Die Architektin Rosemarie Bitzigeio vom Büro Plan-Lenz hat in einer Anwohnerversammlung ein erstes Konzept vorgestellt. Die vielen Anregungen, die es an diesem Abend gab, werden nun in einen neuen Plan eingearbeitet und erneut den Anwohnern vorgestellt. Es dauert also noch ein bisschen, bis dort mit den Arbeiten begonnen werden kann. Ein günstiger Zeitpunkt sei, wenn die B 410 in Pronsfeld ausgebaut werde, sagt Urfels. Das sei jedoch nicht vor 2020 der Fall. Eher noch später.

Bereits fertig ist der große Spielplatz mit vielen attraktiven Geräten auf der Pfarrwiese in der Dorfmitte (der TV berichtete). Das nächste Projekt, das nun angegangen werde, sei die Grillhütte. Dort sollen Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen hinkommen. Zurückgestellt ist zunächst der Umbau des Bahnhofsgeländes. Dort sollte ein Mehrgenerationenplatz entstehen. „Da sind wir aber noch in den Überlegungen. Wir wollen ein Alleinstellungsmerkmal für den Platz finden“, sagt Urfels.

Dafür ist an anderer Stelle ein Platz entstanden – allerdings zum Parken. Da die Situation in der Schulstraße immer kniffliger wurde, hat die Ortsgemeinde hinter der Turnhalle 16 neue Stellplätze geschaffen. In unmittelbarer Umgebung befinden sich Bürgerhaus, Kindergarten, Turnhalle und Grundschule. Durch den neuen Platz wird die angespannte Parksituation entschärft.

Andreas Waldera hat den Bike Park in Pronsfeld für das Online-Magazin Fraktur getestet. Foto: Andrea Kimpenhaus-Waldera / Fraktur - Das Magazin. Foto: Andrea Kimpenhaus-Waldera / Fraktur - Das Magazin
Schmuckstück am Dorfrand von Pronsfeld: der alte Bahnhof. Foto: Stefanie Glandien

Nicht Teil der Dorferneuerung, aber trotzdem dringend nötig, ist die Erweiterung des Kindergartens, der zurzeit aus allen Nähten platzt. Um Platz für eine weitere Gruppe zu schaffen, wird das Feuerwehrhaus abgerissen. Die Feuerwehr zieht vorübergehend in den Bauhof ein. Später soll auch diese ein neues Domizil erhalten (weiterer Bericht folgt).

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