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Properes Programm für Prüm

Properes Programm für Prüm

Nur noch ein paar hundert Mal schlafen, dann ist der neue Hahnplatz da. Er wird während des Umbaus im kommenden Jahr das beherrschende Thema sein in der Abteistadt. Aber daneben gibt es noch so ein paar andere Dinge - wir hörten uns einmal um.

Prüm. Klar, der Hahnplatz: Das dicke Ding für Prüm. Alle freuen sich darauf. Alle hoffen, dass es mit den Bauarbeiten gut und ohne Ärger läuft, wenn sie im kommenden Jahr endlich, endlich beginnen. Weitere Plätze sind schon gemacht, Straßen und Kreisverkehre in Arbeit.
Aber was gehört eigentlich noch auf die Aufgabenliste, was ist daneben noch alles zu tun, wenn die Ferien vorüber sind? Der TV hörte sich um.
Für Herbert Berens-Knauf, den Fraktionsvorsitzenden der CDU, hängt ein wichtiger Punkt dennoch mit dem neuen Hahnplatz zusammen: die Leerstände in der Innenstadt. Gerade hat das Traditions-Elektrogeschäft Wirzfeld direkt neben der Basilika dichtgemacht. Und am oberen Platz ist immer noch niemand in die Räume des Ex-Schlecker-Markts eingezogen: "Da gab es zwar Bestrebungen", sagt Berens-Knauf. Aber die Fläche sei für die Interessenten entweder zu klein oder zu groß gewesen. "Wenn der Hahnplatz schön wird, und das glauben wir ja, hoffe ich auch, dass die Leerstände wieder belebt werden." Dafür etwas zu tun, habe er sich jedenfalls auf die Fahnen geschrieben.

Das hat auch Dirk Kleis mit der FWG: Noch sei die Situation überschaubar. "Aber auch wir haben Leerstände", und es drohen weitere in Geschäften, wo die Nachfolge nicht geregelt sei. Da müsse die Stadt aktiv werden. Wie auch beim Bauhof, der aus Niederprüm umsiedeln soll, wenn dort der Pachtvertrag ausläuft. Möglicher neuer Standort: die ehemalige Zoohandlung in der Prümtalstraße - die Stadt hat das Gebäude nämlich ersteigert. Und ein größerer Stellplatz für Wohnmobile wäre auch zu empfehlen: "Da sind nur vier am Teichplatz ausgewiesen. Das ist ein wichtiger touristischer Bestandteil, die Zulassungen bei Wohnmobilen gehen nach oben. Das müssen wir ausbauen."
Auch die SPD, sagt der Fraktionsvorsitzende Markus Fischbach, will beim Bauhof noch einmal nachhaken und über Aufgaben, Ausstattung und Standort diskutieren. Darüber hinaus: "Wir machen die Stadt ja attraktiv - siehe Hahnplatz und Bahnhofstraße. Aber wir müssen jetzt touristisch etwas tun, damit wir auch die Leute nach Prüm kriegen." Und wenn sie dann da seien, müsse man ihnen, zum Beispiel, auch im September das Hallenbad zur Verfügung stellen - und nicht für Instandhaltungen schließen. Das sei zwar Sache der Verbandsgemeinde, falle aber trotzdem auf die Stadt zurück. Bei den Leerständen gelte es auch, die Eigentümer der Gebäude stärker einzubinden, "um sich Gedanken um eine künftige Nutzung zu machen. Und zu fragen: Welches Segment fehlt uns denn noch?" Dafür habe man schließlich eine Einzelhandelsstudie machen lassen.

Für Norbert Baur von der Prümer Bürgerbewegung sind in Sachen Infrastruktur spätestens mit dem neuen Hahnplatz die Dinge in Ordnung. Aber: "Ich denke, wir vermarkten uns noch nicht gut genug. Die Historie der Stadt könnte noch besser herausgestellt werden." Vielleicht ja mit einem Karolingerfest. Baur freut sich über die guten, asphaltierten Radwege, wünscht sich aber die Entwicklung von Angeboten auch für Mountainbiker. In anderen Regionen gebe es da an vielen Stellen entsprechende Hinweise: "Da könnte man hier auch etwas machen." Ansonsten sei Prüm gerüstet: Wir haben hier einen schönen Ort für Touristen. Davon profitiert ja auch der Einzelhandel", sagt der Einzelhändler aus der Hillstraße. "Jetzt müssen wir nur noch an diesen Schräubchen drehen."

Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) wünscht sich auch etwas: das Neubaugebiet in der Steinertsbach, und zwar flott (der TV berichtete). "Da will ich im nächsten Jahr auch in die Pötte kommen. Vor allem, weil sich dafür viele junge Leute interessieren. Das ist für mich ganz wichtig." Auch für Dirk Kleis, der dazu ergänzt: Die Nachfrage sei so erfreulich groß, dass man sich schon jetzt über weitere Bauflächen Gedanken machen müsse.

Schnell noch einen Bürger fragen - nämlich Rudolf Hohmann, der am Roten Sandberg wohnt. Er lenkt den Blick von den großen Vorhaben auf die kleinen Ecken: "Wenn Sie das Gässchen vom Altenmarkt zur Regino-Straße hochgehen - da werden immer Dreck und Müll hingeschmissen. Und die Hecken nicht geschnitten." Gar nicht schön, zumal der Weg ja auch von Kindergartenkindern benutzt werde. Oder die Blumenbeete in der Kalvarienbergstraße: Da habe er schon mal gedacht, selber den Abfall rauszuholen. "Aber mit meinen 80 Jahren will ich mich nicht mehr bücken." Sehr pflegebedürftig sei auch der Verbindungsweg von Kiefern- zu Tannenweg, den unter anderem die Gäste des Postferiendorfs als Abkürzung in die Stadt nähmen: "Der müsste auch mal in Ordnung gebracht werden." Das seien "eben alles so Kleinigkeiten", sagt Rudolf Hohmann. Aber die läppern sich ja dann doch. Frau Stadtbürgermeisterin, Herrschaften vom Stadtrat: bitteschön.Meinung

 Total viel los: Verkehr in der Bahnhofstraße.
Total viel los: Verkehr in der Bahnhofstraße. Foto: (e_pruem )

Eine Sache wäre da noch …
Auto, Auto, Auto: An manchen Tagen hat man den Eindruck, Prüm habe sich dem motorisierten Verkehr ausgeliefert. Das wird sich noch verstärken, wenn alle gefühlt 17 Kreisverkehre gebaut sind und es noch flotter rundgeht in der Stadt. Und wenn dann der neue Hahnplatz, natürlich auch mit Brummkreisel, fertig ist. Und wer weiter unten in der Bahnhofstraße von einem der Parkplätze an den Geschäften wieder auf die Fahrbahn einbiegen oder sie als Fußgänger überqueren will, braucht gelegentlich mehr Geduld als der Dalai Lama, Buddha, Mutter und Vatter Theresa zusammen. Das wäre auch noch so ein Thema. f.linden@volksfreund.de