Protest mit Biss: Bürgerinitiative auf dem Startblock

SCHÖNECKEN. Die Zukunft des Schönecker Freibads ist ungewiss. Deshalb schalten sich nun die Bürger ein. Die Bürgerinitiative Schönecker Schwimmbad (Biss) plant erste Protestaktionen.

Die Diskussion um die Zukunft des Schönecker Freibades trifft die Bürger empfindlich. Die Bevölkerung will sich nun bei der Verbandsgemeinde Gehör verschaffen und gründete am Samstagabend die "Bürgerinitiative Schönecker Schwimmbad (Biss)." Die Abkürzung Biss macht klar: einmal von der Leine gelassen, sind die Schönecker bereit, mit aller Entschlossenheit für den Erhalt ihres Freibads zu kämpfen. Die Debatte über das Schönecker Schwimmbad nahm vor einigen Wochen im Prümer Verbandsgemeinderat ihren Anfang. Dort waren Stimmen laut geworden, die wegen Unrentabilität die Schließung gefordert hatten. Die Biss ihrerseits fordert nun von der Verbandsgemeinde den Erhalt und die Sanierung des Bads. Zudem soll ein geregelter Badebetrieb gewährleistet werden. Zum Vorsitzenden des nicht eingetragenen Vereins wurde Ralph Schmidt (Schönecken), und zum Stellvertreter Peter Thelen (Hersdorf) gewählt. Die Ämter des Kassenwarts und des Schriftführers übernimmt Michael Pickel (Nimshuscheid). Die vier Beisitzer sind Carsten Reiland (Nimsreuland), Evelyn Rosenthal-Brust, Monika Schmitz und Melanie Thiel (alle Schönecken). "Die Verbandsgemeinde kann unsere Interessen nicht einfach ignorieren", erklärte der frisch gewählte Vorsitzende. "Wenn sich genügend Bürger unserer Sache anschließen, haben wir eine starke Stimme." Die Angelegenheit betreffe die Bevölkerung der Verbandsgemeinde weit über die Grenzen des Burgfleckens hinaus. Als eine der ersten Aktionen möchte nun die Initiative mit einer Unterschriftenaktion die Unterstützung der Bürger dokumentieren. Die Fraktionen des Ortsgemeinderats Schönecken stehen laut Erdal Dogan, der für den verhinderten Ortsbürgermeister Paul Ludwig einsprang, geschlossen hinter der Initiative. In einem Eilbeschluss hatte am 13. Juli die Ortsgemeinde die gleichen Ziele einstimmig beschlossen wie nun auch die Bürgerinitiative. Der Protest der Biss richtet sich in erster Linie gegen die Politik der Verbandsgemeinde bei den Öffnungszeiten und der Sanierung der Badeanstalt. Trotz hoher Temperaturen und wartender Badegäste habe das Bad oft geschlossen. "Was hier von der Verbandsgemeinde gemacht wird, ist reine Schikane", sagte Gründungsmitglied Maria Weber und traf dabei auf breite Zustimmung, "Wir müssen dagegen gezielt und entschlossen Widerstand leisten." Jahrelang nicht investiert

"Taktik" sei, das Bad unrentabler erscheinen zu lassen, um es ganz zu schließen, vermuten andere Biss-Mitglieder. Über Jahre hinweg sei deshalb nicht investiert worden, hieß es. Ein weiterer Vorwurf bezieht sich auf mangelnde Transparenz bei den Besucherzahlen, auf Finanzen und den technischen Zustand. Die Biss will nun selbst dokumentieren, wie stark das Freibad frequentiert ist. Inzwischen ist bereits eine Protestaktion angelaufen: Der Rektor der Grund- und Hauptschule Schönecken, Hardy Elsen, gab seinen Schülern auf, ihre Gedanken zum Thema in Aufsätzen zu verfassen. Die gesammelten Hausaufgaben sollen dann der Verbandsgemeinde vorgelegt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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