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Prozess gegen mutmaßliches Diebespärchen

Bande war in der ganzen Republik aktiv : Prozess gegen mutmaßliches Diebespärchen beginnt vor dem Amtsgericht Bitburg

Ein junges Paar soll Mitglied einer europaweiten Betrügerbande gewesen sein, die mehrere Juweliere ausgenommen hat.

Für besonderen Schmuck braucht es meist einen besonderen Anlass. Eine Hochzeit etwa, eine Verlobung oder einen runden Geburstag. Denn viele teure Uhren, Ringe und Ketten gehen als Geschenke über die Ladentheke. Als das Pärchen am 7. September 2018 also vorgab, das perfekte Stück für die anstehende Feier zu suchen, sorgte das in einem Bitburger Juwelierladen zunächst nicht für Argwohn. Verdächtig wurde die Sache erst, nachdem die beiden den Laden im Karenweg verlassen hatten und nicht mehr zurückkamen. Im Gepäck: Schmuck im Wert von rund 15 664 Euro.

Offenbar, so stellte es sich später heraus, hatte das Paar nur vorgetäuscht, etwas kaufen zu wollen, um sich dann durch geschickte Ablenkung die Schmuckstücke zu sichern und zu flüchten. Und das nicht zum ersten oder letzten Mal. Auch wenn die mutmaßlichen Diebe in der Eifel wohl am meisten mitgehen ließen.

Nun steht das mutmaßliche Betrügerpaar am Mittwoch vor dem Amtsgericht Bitburg. Die Staatsanwaltschaft Trier wirft der 27-jährigen Frau und dem 30-jährigen Mann vor, mit der Masche mindestens sechs Juweliere in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen betrogen zu haben. Und dabei Beute im Wert von 50 000 Euro ergaunert zu haben.

Bemerkenswert: Die Tatorte liegen in Augsburg, Bad Nauheim, Leverkusen, Karlsruhe und Ludwigshafen. Warum also wird den beiden nun ausgerechnet in der Eifel der Prozess gemacht? Der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen erklärt das auf Anfrage unserer Zeitung so: In der Region hätte es zwar nur den Vorfall in Bitburg gegeben. Die Trierer Strafverfolger hätten die Zuständigkeit für die weiteren Diebstähle aber auch übernommen und die Anklage gebündelt.

Denn, dass ein Zusammenhang zwischen den Taten bestand, war wohl sehr früh klar. Und nach Auffassung des Chefermittlers gibt es auch Grund zu der Annahme, dass die Angeklagten Mitglieder einer europaweit agierenden Bande waren oder sind, die diese Diebstähle zu einem Geschäft gemacht hat.

Eine Gruppe, die verdächtigt wird, in anderer Besetzung noch für weitere Betrugsfälle nach dem gleichen Muster verantwortlich zu sein, die allerdings nach Angaben des Amtsgerichts Bitburg gesondert verfolgt würden.

Wann, wie und wo die Beschuldigten im besagten Verfahren gefasst wurden, war bis Redaktionsschluss derweil noch unklar. Aus der Anklageschrift geht lediglich hervor, dass das Pärchen bereits in Untersuchungshaft sitzt.

Das Verfahren beginnt am Mittwoch, 2. Dezember, um 9 Uhr am Amtsgericht Bitburg.