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Prozess: Steinewerfen in Daleiden und Feuer am Baumarkt in Gerolstein?

Brandstiftung und mehr : Steinwürfe in Daleiden und Feuer am Gerolsteiner Baumarkt: Prozess gegen Angeklagten startet

Unter anderem wegen mehrmaliger Sachbeschädigung und Brandstiftung steht ein Mann ab Montag vor dem Landgericht Trier. Die Liste der Punkte, die ihm vorgeworfen werden, ist lang.

Mit einer ganzen Menge an Vorwürfen sieht sich ein Angeklagter bei einem Prozess konfrontiert, der am Montag am Landgericht Trier startet. Insgesamt soll der Mann sieben Taten begangen haben.

Alles begann am 15. Dezember 2021. Damals soll der Angeklagte mit einer Glasflasche bewusst eine Seitenscheibe des Dönerladens eines Zeugen – wir nennen ihn hier ab jetzt „K.“ – in Daleiden zerschlagen haben. Hierbei entstand ein Schaden von knapp über 200 Euro.

Wie der Angeklagte in Daleiden mit Pflastersteinen geworfen haben soll

Zwei Tage später soll der Angeklagte einen Pflasterstein auf die Motorhaube des vor einem Anwesen in Daleiden ordnungsgemäß abgestellten Autos des K. geworfen haben. Hier entstand ein Schaden von knapp über 2000 Euro.

Wieder drei Tage später soll der Angeklagte mit einem Pflasterstein bewusst eine weitere Seitenscheibe des Imbisses zerschlagen haben. Schaden: Wieder um die 200 Euro. Das Gleiche versuchte er laut Anklage auch am 12. Januar 2022, getroffen wurde jedoch nur die Wand unter dem Fenster – auch dadurch entstanden knapp über 200 Euro Schaden. Einen Tag später soll er dann erfolgreich geworfen haben, wieder entstand ein Sachschaden in dieser Höhe. Bei dem Angeklagten wurde daraufhin ein Atemalkoholwert von 0,87 Promille festgestellt.

Ist der Angeklagte verantwortlich für die Brände am Hagebaumarkt in Gerolstein?

Einige Monate später, am 8. Juni, soll der Angeklagte drei Brände an der Außenseite des Hagebaumarktes in Gerolstein gelegt habe. Hierbei soll er auf Paletten gestapelte, hölzerne Gartenhäuser und Carports in noch nicht montiertem Zustand auf unbekannte Weise angezündet haben. Die Gartenhäuser sollen durch den Brand nahezu vollständig zerstört worden sein. Der Angeklagte soll dann in suizidaler Absicht versucht haben, das Ventil einer Gasflasche aufzudrehen. Er soll einen dort abgestellten Zaun angezündet haben, um auch eine Gasexplosion herbeizuführen.

Schließlich soll der Angeklagte ein Feuerzeug an Säcke mit Holzkohle gehalten haben, die vor dem Eingang des Marktes unter dem mit einem Schleppdach überdachten Haupteingang auf einer Palette gelagert wurden. Hierdurch soll die Holzkohle in einen Brand geraten sein, der auch zwei nebenstehende Paletten erreicht haben soll, die angekohlt worden seien. Der Brand der Holzkohle wurde durch die hinzugerufene Feuerwehr gelöscht. Auf die weiteren Brandstellen soll der Angeklagte selbst die Polizei aufmerksam gemacht haben, als diese ihn zu dem Brand an der Holzkohle befragte.

Durch die von dem Angeklagten gelegten Feuer sollen Bausätze für elf Gartenhäuser und fünf Carports, ein auf diesen abgelegtes Schneeräumschild, fünf Gasflaschen, eine Palette Grillbriketts, zwei Säcke Spielsand und eine Rolle Haselnusszaun im Gesamtwert von etwa 25.000 Euro jedenfalls teilweise verbrannt worden sein.

Als die Feuerwehr die Brände löschte, soll der Angeklagte versucht haben, zu fliehen. Zwei Polizeibeamte sollen ihn daran gehindert haben. Nach der Belehrung durch die Polizisten, dass man ihn auch unter Anwendung körperlichen Zwangs an der Flucht hindern könne, soll der Angeklagte weiter versucht haben, sich aus dem Polizeigriff zu lösen. Der Mann soll um sich getreten, einen Beamten getroffen und am Streifenwagen versucht haben, einen der Beamten mit einem Tritt im Gesicht zu treffen, was ihm nicht gelang. Der Angeklagte soll währenddessen die Polizeibeamten lautstark beschimpft haben, um diese in ihrer Ehre zu verletzen. Er hatte 1,58 Promille.

Normalerweise berichten wir nicht über Dinge, die mit Suizid zusammenhängen. In diesem Fall haben wir uns aufgrund der Masse der Anklagepunkte jedoch dafür entschieden, da ein öffentliches Interesse besteht und die Sitzung öffentlich geführt wird.
Wenn Sie sich mit Suizidgedanken tragen, lassen Sie sich helfen. Hilfe und Unterstützung finden Sie bei der Telefonseelsorge unter 0800-1110111 und 0800-1110222.