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Prüm: Caritas und Katharinenschwestern eröffnen Tagespflege-Einrichtung

Caritas und Katharinenschwestern : Neue Einrichtung: Wie ein Projekt für Tagespflege-Plätze beim Prümer Sommer in Bewegung kam

Neue Zukunft für ein Haus mit Vergangenheit: In der Prümer Gartenstraße stehen jetzt 15 Tagespflege-Plätze bereit. Den Anfang nahm das Projekt bei einem Zufallsbierchen.

Es ist wirklich Zeit, dass die Pandemie mal zur Ex-Pandemie wird. Dann darf auch wieder der Prümer Sommer steigen. Und dann haben die Leute nicht nur Spaß, sondern bringen, beim Bierchen, notwendige Einrichtungen auf den Weg.

Wie die neue Tagespflege in der Prümer Gartenstraße, die am Freitag offiziell eröffnet wurde. Und zwar von der gemeinsamen Gesellschaft des Caritas-Verbands Westeifel und der Katharinenschwestern, die in der Stadt auch das Altenheim betreiben.

Und das kam so: Vor zwei Jahren standen Stadtbürgermeister Johannes Reuschen und Michael Förster, Geschäftsführer der Gesellschaft der Katharinenschwestern, auf dem Prümer-Sommer-Platz zusammen am Tresen. Förster erzählte dem frisch gewählten Stadtchef, dass man noch nach einer geeigneten Immobilie für die Tagespflege-Einrichtung suchte. Und in diesem Gespräch habe Reuschen seine Vermittlung zugesagt. Kurz darauf erhielt Förster einen Anruf: Wie wär’s mit dem Gebäude in der Gartenstraße 14?

„Genauso war’s“, sagt Förster. Und setzte sich bald mit Hauseigentümer Frank Neunkirchen in Verbindung. „Herr Förster hat mich kontaktiert, dann haben wir das Ganze besprochen“, sagt Neunkirchen. Und sie wurden handelseinig.

„Das Haus ist kernsaniert“, ergänzt er, „vorher waren es sechs Wohneinheiten, jetzt sind es noch vier. Das komplette Erdgeschoss steht für die Tagespflege zur Verfügung, plus ein neuer Anbau mit 60 Quadratmetern und Speise- und Aufenthaltsraum für die Senioren.“ Und weil das ein Flachbau sei, hätten die Mieter darüber jetzt „eine absolut klasse Terrasse.“

Es ist ein Haus mit nicht durchgehend glücklicher Vergangenheit, bei den Nachbarn war es lange nicht das Beliebteste in der Straße – Stress mit den früheren Bewohnern. Und dann brannte es dort auch noch vor drei Jahren, weil einer von ihnen herumgefackelt hatte. Dann stand es leer, vor einem Jahr berichtete der TV, dass die Pläne für die Tagespflege in Angriff genommen würden.

 Silke Mathey, stellvertretende Caritas-Direktorin, bei der Eröffnung der Tagespflege in der Prümer Gartenstraße.
Silke Mathey, stellvertretende Caritas-Direktorin, bei der Eröffnung der Tagespflege in der Prümer Gartenstraße. Foto: Fritz-Peter Linden

Inzwischen sind neue Mieter drin, die Kombination mit der Tagespflege freut auch Eigentümer Neunkirchen: Das sei, sagt er, „sehr schön und sehr passend“.

Die Harmonie scheint auch für die Kooperation der Caritas und der Katharinengesellschaft zu gelten: Das laufe gut, sagt Silke Mathey, die stellvertretende Direktorin des Caritasverbands Westeifel. Und so bestätigt es auch Michael Förster.

Mit der gemeinsamen Caritas-Sankt Katharina GmbH (Geschäftsführer sind Förster und Winfried Wülferath vom Caritasverband) betreibt man bereits drei Tagespflege-Häuser in Daun, Gerolstein und Kelberg für insgesamt etwa 62 Pflegebedürftige. 

Dass es in Prüm nicht vorher geklappt hatte, sagt Silke Mathey, habe einfach daran gelegen, dass man vorher nicht das geeignete Gebäude habe auftreiben können. Und dann kam das Thekengespräch. „Dann haben wir festgestellt: Das passt.“

Die gemeinsame GmbH, sagt Caritas-Pressereferentin Monika Bach, bestehe seit 2012. Die Tagespflege, sagt Silke Mathey, sei „ein tolles Angebot für pflegebedürftige Menschen, weil sie da  noch einmal anders gefördert und gefordert werden“. Durch Beschäftigung, durch Gedächtnistraining, durch Bewegung. Gelegentlich erlebe man dabei sogar, dass sich eine Verbesserung einstelle, etwa bei Demenzerkrankten, „die auf einmal wieder kommunizieren“.

Zugleich sei die Tagespflege „für die Angehörigen, die immer Gewehr bei Fuß stehen, eine echte und planbare Entlastung“. Die zudem in Prüm zehn Arbeitsplätze schaffen wird – für Betreuungs- und Pflegefachkräfte. Und für Fahrer. Denn die Seniorinnen werden morgens daheim per Bus abgeholt und abends zurückgebracht. Am Anfang, sagt Silke Mathey, werde man mit einer Kernmannschaft arbeiten. „Und wenn mehr Gäste kommen, wird entsprechend aufgestockt, bis es etwa zehn Mitarbeiter sind.“

 Michael Förster, Geschäftsführer der Katharinen-Gesellschaft, bei der Eröffnung der Tagespflege in der Prümer Gartenstraße.
Michael Förster, Geschäftsführer der Katharinen-Gesellschaft, bei der Eröffnung der Tagespflege in der Prümer Gartenstraße. Foto: Fritz-Peter Linden

Der Stadtbürgermeister jedenfalls ist froh über diesen Ausgang des zufälligen Treffens vor zwei Jahren: Die Tagespflege, sagt Reuschen, „ist einfach ein wichtiger Baustein fürs Zusammenleben. Wir wollen alle älter werden, deshalb gehört das dazu. Und wenn man pflegebedürftige Angehörige hat, dann ist man einfach heilfroh, wenn man auch mal einen Tag verschnaufen kann. Weil man weiß, es wird sich hervorragend um sie gekümmert.“

Wer die Tagespflege in Anspruch nehmen will, kann von jetzt an in der Prümer Gartenstraße 14 anrufen. Telefon: 06551/9814700.