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Prüm ist für alle (Schnee-)Fälle gewappnet - Winterdienst hält Kommunen auf Trab

Prüm ist für alle (Schnee-)Fälle gewappnet - Winterdienst hält Kommunen auf Trab

Die ersten Frotstnächte haben wir schon hinter uns, bald könnten Glatteis und Schneefall wieder anstehen. Die Bauhöfe der Gemeinden bereiten sich auf die Wintersaison vor. Bürger, die in Prüm Schwierigkeiten dabei haben, ihrer Räumpflicht nachzukommen, können sich für eine Beratung an die Stadt wenden.

Buchet/Oberlascheid/Prüm. Wie schnell doch die Zeit vergeht - das Prümer Adventsblasen liegt schon wieder zwei Wochen zurück, und mit jedem Tag, der vergeht, rückt das Fest immer näher. Und viele fragen sich, ob es endlich mal wieder eine weiße Weihnacht geben wird. "Für den Ski-Klub würde ich es mir natürlich wünschen, ich muss aber auch gestehen, dass ich unseren Mitarbeitern zwischen den Jahren gerne einmal freie Tage gönnen würde - was sie nämlich bei schlechter Witterungslage leisten, ist schon bemerkenswert", sagt die Prümer Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy.Eigentümer in der Pflicht



Sobald Schnee und Eis angekündigt würden, stehe das Team des Bauhofs unter Hochdruck: "Egal, ob nun Weihnachten ist oder ein ganz normaler Tag." Wenn es kalt werde, bereite man sich auf den Räumdienst vor. "Der Winter macht mich immer etwas nervös. Wir sind gut vorbereitet, aber der Arbeitsaufwand für den Winterdienst ist schon enorm", sagt Weinandy. Dabei sieht die gültige Satzung für die Schneeräum- und Streupflicht in der Verbandsgemeinde Prüm eigentlich sogar vor, dass Grundstückseigentümer dazu verpflichtet sind, selber für die Verkehrssicherheit vor ihren Türen zu sorgen. "Das heißt, dass jeder Eigentümer, sobald es schneit oder friert, die Gehwege frei halten muss - eigentlich sogar bis zur Fahrbahnmitte. Die Gemeinden sorgen aber selber in der Regel dafür, dass die Straßen frei sind", sagt Manfred Schuler, Mitarbeiter der VG Prüm.

In der Abteistadt nehme man den Bürgern viel ab, sagt Weinandy: "Wir machen die Straßen und alle städtischen Bürgersteige und Plätze, die Prümer wiederum räumen die Wege vor ihren Häusern." Soviel man den Bürgern auch abnehme, es zeige sich aber jedes Jahr aufs Neue, dass viele - gerade ältere - Menschen nicht wüssten, wie sie ihrer Räumpflicht nachkommen sollen.

"Selber schaffen sie es nicht, viele melden sich dann bei uns und fragen, ob wir nicht helfen können, doch unser Bauhof ist so eingespannt, dass wir das gar nicht leisten können", sagt Mathilde Weinandy. Allerdings betont sie auch, dass Bürger, die nicht wissen, wie sie mit Schnee oder Eis umgehen sollen, ruhig bei der Stadt anrufen sollen: "Wir vermitteln da gerne Hilfe oder verweisen an Firmen, die noch Kapazitäten haben." Nur selber könne die Stadt nicht noch mehr Arbeit leisten.

Die nackten Zahlen zeigen, was sie meint. "Es kommt auf das Wetter an, aber wir verstreuen in einer Wintersaison zwischen 150 und 500 Tonnen Salz. Das heißt, dass wir im Winter im Schnitt zwischen 150 000 und 200 000 Euro allein fürs Streumaterial bezahlen."Sand statt Salz



Zudem unterhalte Prüm einen eigenen Traktor, ein geleastes Räumfahrzeug und habe dazu noch ein drittes Gerät anschaffen müssen, um die Arbeit zu bewältigen. "Das Salz wiederum müssen wir auf Vorrat kaufen, sonst würde es einfach zu teuer."
Kosten, mit denen sich nicht nur die Stadt Prüm rumschlagen muss: Auch kleine Orte wie Buchet oder Oberlascheid müssen genau rechnen. Erstmal klingt es kurios, dass die beiden Dörfer erst jüngst ihren gemeinsamen Schneepflug zum Verkauf angeboten haben - quasi kurz vor Saisonbeginn. "Nicht, weil wir das Räumen einstellen", betont Oberlascheids Bürgermeister Karl Bach, "sondern weil wir unseren Winterdienst neu vergeben haben." Der bisherige Dienstleister habe kein eigenes Fahrzeug gehabt, deswegen sei er mit dem 30 Jahre alten Gemeindegerät unterwegs gewesen. "Der neue Dienstleister hat aber eigene Maschinen, deswegen war es für uns Zeit, die Maschine, sie muss ja auch unterhalten werden, zu verkaufen." Mit Salz streue man in Buchet und Oberlascheid übrigens nicht: "Wir nutzen Sand, der vom Räumdienst ausgetragen wird." Eine mögliche Alternative zum Salz in Prüm? "Wir haben schon mal versucht, weniger zu streuen, gut ist das nämlich nicht gerade, die Straßendecken leiden schon sehr darunter, doch die Beschwerden waren einfach zu groß", sagt Stadtbürgermeisterin Weinandy.
Anwohner, die Probleme dabei haben, ihren Winterdienst zu erfüllen, können sich unter Telefon 06551/6410 von der Stadt Prüm beraten lassen.

Extra

In der Vorweihnachtszeit habt ihr sicher alle schon einmal "Leise rieselt der Schnee" gesungen oder "Kling, Glöckchen". Doch habt ihr zu Weihnachten selber schon einmal richtig dicken Schnee erlebt? In der Eifel sind die Chancen etwas besser, doch gerade im flachen Land ist Schnee zu Weihnachten in Deutschland wirklich selten. Nur einmal in zehn Jahren kommt es hier zu einem weißen Weihnachtsfest. Aber warum denkt denn jeder, dass es zu Weihnachten schneit? Wahrscheinlich ist diese Idee schon mehr als 150 Jahre alt. Ganz früher, vor 400 bis 200 Jahren, war das Wetter bei uns nämlich noch ganz anders. In der sogenannten "Kleinen Eiszeit" vom 15. bis zum 19. Jahrhundert war es bei uns viel kälter als heute. Wenn es damals im Winter schneite, haben sich die Leute wohl nur selten gefreut, die Kälte war für sie gefährlich. Erst um 1850 herum entstand wahrscheinlich die Idee, dass Weihnachten weiß sein sollte. Warum? Darüber sind sich Forscher nicht einig. Sicher ist, dass es zu dieser Zeit in Europa immer wärmer wurde, Schnee zu Weihnachten wurde da schon immer seltener. Studien über Weihnachtsbräuche zeigen, dass etwa vor 160 Jahren in vielen Weihnachtsbüchern Bilder mit Schnee auftauchen. Vor 1850 gab es die nicht. Auch in Weihnachtskrippen wird im Laufe des 19. Jahrhunderts seltener das heilige Land dargestellt, also eine trockene Gegend, in der das Jesuskind geboren worden sein soll, sondern Landschaften, wie man sie bei uns kennt - nur eben nicht saftig grün, sondern besinnlich weiß. aff