Prüm sucht privaten Investor für die Kitas

Prüm sucht privaten Investor für die Kitas

Beim Ausbau der Kindertagesstätte geht die Stadt Prüm einen neuen Weg: Per Interessenbekundungsverfahren wird ein privater Investor gesucht, der entweder ein bestehendes Gebäude zu einer Kita umbaut oder einen Neubau errichtet. Die Stadt würde sich dann in die neue oder umgebaute Kita einmieten.

Prüm. Die Uhr tickt: Ab Sommer 2013 haben die Eltern einjähriger Kinder einen Anspruch auf einen Platz in einer Kita. Um diesen Anforderungen zu genügen, so sagt Peter Hillen, der zuständige Fachbereichsleiter bei der Verbandsgemeinde (VG) Prüm, müssen drei zusätzliche Gruppen eingerichtet werden: Zwei in der Kita in der Prümer Reginostraße, eine in Niederprüm. In beiden Fällen sei umfangreicher Umbau erforderlich, sagt die Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Beide Projekte seien auch schon vorgeplant, sagt Hillen. Wie hoch die Kosten geschätzt werden, könne man allerdings jetzt nicht öffentlich sagen.
Was ist wirtschaftlicher?


Denn bevor die Stadt den Aus- oder Neubau selbst in die Hand nimmt, soll geprüft werden, ob nicht eine Kooperation mit einem privaten Investor günstiger ist. Dazu wurde ein Interessenbekundungsverfahren gestartet, bei dem sich potenzielle Anbieter melden können. Außerdem sollen so in einer groben Schätzung die Konditionen erkundet werden, zu denen die Stadt Prüm die Kita anmieten könnte.
In den Unterlagen zum Verfahren heißt es: "Die Stadt wird nach diesem Verfahren prüfen, ob die Anmietung einer neuen Kindertagesstätte eine wirtschaftlichere Variante darstellt als die notwendigen An- und Umbaumaßnahmen, die die Stadt in Eigenregie durchführen müsste, um ein adäquates Angebot an Kindertagesstätten-Plätzen ab Sommer 2013 zur Verfügung stellen zu können." Das Verfahren wird von der Projektentwicklungsgesellschaft des Landes in Mainz betreut.
Derzeit gibt es in der Stadt drei Kitas: Eine in der Reginostraße mit vier Gruppen und eine in Niederprüm mit fünf Gruppen. Dazu kommt die Kita der Lebenshilfe mit zwei integrativen Gruppen und einer altersgemischten Gruppe.
Kirchliche Träger bleiben



Sowohl die Kita in der Reginostraße als auch die in Niederprüm sind in kirchlicher Trägerschaft, daran soll sich auch nichts ändern. Die Kommune ist allerdings für die Betreuung der Unter-Dreijährigen zuständig. Weil die Kita in der Reginostraße saniert werden müsste, wird überlegt, sie in einem neuen Gebäude unterzubringen. Dort sollten dann auch gleich die drei zusätzlich benötigten Gruppen Platz finden. Dazu soll aber kein Neubau errichtet werden, sondern ein bestehendes, möglichst zentrales Gebäude umgenutzt werden, sagt Weinandy, um weitere Leerstände zu vermeiden.
Standort Niederprüm gesichert


Keine Gefahr gibt es für den Standort in Niederprüm. Die Kita dort solle auf jeden Fall bleiben, sagt Weinandy. Mit der neuen Lösung könne lediglich ein teurer Umbau vermieden werden, denn die dort benötigte zusätzliche Gruppe würden im neuen Gebäude in Prüm untergebracht. "Aber ob sich jemand meldet, weiß ich auch nicht", sagt Weinandy zu dem nun gestarteten Verfahren. Klarheit gibt es schon in zwei Wochen: Am Donnerstag, 21. Juni, endet die Frist. Danach benennt der Stadtrat, welche Variante am Besten ist.
Meinung

Interessanter Weg
Viel Geld wurde und wird derzeit in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert - und das ist auch gut so. Trotzdem muss das Geld natürlich so sinnvoll wie möglich investiert werden, besonders angesichts der Schwierigkeit, zum jetztigen Zeitpunkt genau vorausszusagen, wie groß der Bedarf in fünf, zehn oder gar zwanzig Jahren ist. Umso lobenswerter ist es, wenn nun in Prüm geprüft wird, ob der Bedarf an neuen Plätzen nicht auch in einem vorhandenen Gebäude erfüllt werden kann. Denn es wäre Unsinn, ein Gebäude für viel Geld umzubauen, wenn in einem anderen Haus dasselbe Ergebnis für weniger zu bekommen wäre. Ob der Weg am Ende wirklich zum Erfolg führt, kann natürlich am Ende niemand sagen, denn die Voraussetzungen, die eine Kita erfüllen muss, sind hoch. Man kann nicht aus jedem Amtsgebäude einen Kindergarten bauen. Aber es ist gut, dass zumindest diese Möglichkeit intensiv geprüft wird. c.brunker@volksfreund.de

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