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Prüm wird bunt: Künstler gestaltet Hausfassade am Stadtwald

Prüm wird bunt : Künstler gestaltet Hausfassade

Der Amsterdamer Künstler Willehad Eilers hat eine Hausfassade in der Siedlung „Am Stadtwald“ gestaltet. Zu sehen sind verschiedene Vögel, die Zweige für ein Nest herbeitragen.

Kunst an Hausfassaden – da denkt man doch sofort an Großstädte wie Berlin, Hamburg oder Köln. Künstlerisch gestaltete Außenwände oder tolle (beauftragte!) Graffiti sind ein immer gerne genommenes Fotomotiv auf einer Städtetour. Die Prümer müssen nun nicht mehr weit fahren, um sich Kunst am Bau anzusehen, denn seit vergangener Woche gibt es die auch in der Siedlung „Am Stadtwald“ zu sehen, die zur Zeiten der Prümer Radarstation US-Militärangehörige beherbergte.

Dort hat Willehad Eilers alias Wayne Horse die Fassade eines Gebäudes und die Treppenhäuser neu gestaltet. Die Idee dazu hatte Lars Grosenick, Geschäftsführer der Firma Eifelstolz Grundbesitz GmbH, schon vor einiger Zeit. Im September 2019 hatte er damals seine Vision vom neuen Wohnquartier „Am Stadtwald“ dem Prümer Stadtrat vorgestellt (der TV berichtete). Aus dem Stadtwald, der doch eher „einen schlechten Ruf genieße“ und bislang „ohne Charme sei“ solle ein ganz normales Wohnquartier mit eigener Identität werden, sagte er damals. Seitdem wurden bereits 40 Wohnungen auf Vordermann gebracht. Weitere sollen folgen.

Mit der neuen Fassadengestaltung hat er ein weiteres Versprechen von damals eingelöst. Das Konzept dazu mit dem Titel „Das Nest“ hat Willehad Eilers entwickelt. Der in Amsterdam lebende Künstler, der ursprünglich aus Bremen stammt, hatte bereits vor vielen Jahren in Köln eine Hausfassade gestaltet, bemalt aber ansonsten meist große Leinwände und erstellt Videos.

Auf der Hausfassade am Stadtwald sind verschiedene Vögel zu sehen wie Storch, Huhn und Taube, die Zweige sammeln, um daraus ein Nest zu bauen. Im Treppenhaus wird das Thema fortgeführt. Dort sind an den Wänden ebenfalls Zweige und Vögel zu sehen. „Meine Idee war, das Haus in ein friedliches Nest zu verwandeln, in dem sich die Menschen geborgen fühlen“, sagt Eilers. Auch die Balkone haben, jeweils zu den Vogelarten passend, farblich einheitlich gestaltete Sichtschutzfolien bekommen.

Der Kontakt zum Geschäftsführer Lars Grosenick kam über den Kölner Galeristen Coskun Gueven zustande, mit dem Eilers schon lange zusammenarbeitet. Und warum Eilers als Künstlername Wayne Horse wählte, erklärt er so: „Der Name stammt noch aus Teenagerzeiten. Als meine Freunde und ich Skateboard-Videos gedreht haben, gaben wir uns alle Namen von Superhelden. Und meinen habe ich später einfach behalten.“

Die Fassadengestaltung in Prüm war eine ganz neue Herausforderung für ihn. „Normalerweise male ich auf Leinwand und sehr detailliert.“ Das Projekt habe ihm viel Spaß gemacht. Und die Reaktion der Bewohner sei durchweg positiv, sagt er. Auch dem Auftraggeber gefällt’s: „Ich bin ganz beseelt“, sagt Lars Grosenick. Eilers sei ihm vor Jahren vorgestellt worden, „dann habe ich ihn beobachtet“. Und anscheinend hat ihm gefallen, was er gesehen hat.

Grosenick hofft, dass die Kunst nun etwas mit den Leuten macht. „Mein Ziel ist, die Siedlungsidentität zu einer Hausidentität umzuwandeln“, sagt er. Als nächstes werden die Hauseingänge neu gestaltet. Ebenfalls im Besitz von Eifelstolz ist die große Halle, die ganz in der Nähe der Häuserblocks steht. Geplant war, daraus eine „Event-Halle“ zu machen. Auch was dieses Thema angeht, ist der Geschäftsführer guter Dinge: „Es laufen diesbezüglich eine ganze Menge Gespräche.“