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Prümer Auszubildender beteiligt sich bei internationalem Projekt

Bildung : Prümer Azubi beteiligt sich an internationalem Projekt

Die BBS Prüm ist seit Februar 2020 Genzenlos-Schule. Ein Ziel ist, dass Auszubildende und Studierende des globalen Südens zusammenarbeiten.

„Spätestens im Jahr 2030 wird Schülern ein größeres Mitspracherecht eingeräumt. Die Ausbildungsberufe werden Universitätsabschlüssen gleichgesetzt.“ So lautet jedenfalls die Vision von Johannes Weiß, Auszubildender der Berufsbildenden Schule (BBS) Prüm zum Thema „Meine Heimat in der Welt“.

Die Auszubildenden sollten im Rahmen des Projekts „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“, ausgerichtet vom Verein World University Service, ihre Vision für das Jahr 2030 erarbeiten. Antworten fanden die Prümer Azubis gemeinsam mit Studierenden aus Asien, Afrika und Lateinamerika unter Leitung des Lehrers Edmund Dirkschnieder.

Zusammen mit Frida Haag Watanabe von der Freien Universität Berlin und Krispina Filia Hieronica von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat Johannes Weiß im Oktober in Potsdam  einen sechsminütigen Videobeitrag zum Thema „Bildungszugang und Bildungsqualität: Fortschritte, Aufgaben und Hoffnungen für unsere Heimatländer in 2030“ vorgestellt.

Bei der Netzwerkkonferenz waren insgesamt 48 Teilnehmer in Präsenz und Online in Potsdam dabei. Die Klasse  von Edmund Dirkschnieder hatte sich aus Prüm online dazu geschaltet.

Dirkschnieder arbeitet seit knapp drei Jahren mit dem Verein World University Service (WUS) zusammen. Schon zuvor waren Themen wie Nachhaltigkeit, Globalisierung und Armutsbekämpfung Inhalt des Unterrichts. Der Deutsch- und Religionslehrer bildet an der Fachschule für Erziehung und Pflege Nachwuchskräfte aus.

Dank des Grenzenlos-Projekts besuchen Studierende des globalen Südens in regelmäßigen Abständen die Prümer Schule und bieten Workshops für die Schüler an. So war unter anderem eine Studentin aus Nepal vor Ort und hat über die Unterschiede bei der Ausbildung von Mädchen und Jungen berichtet. Eine andere Studentin sprach darüber, wie viel Wasser für die Herstellung von Produkten verbraucht wird, wie zum Beispiel Kaffee.

Für die Zeit nach Corona hat Dirkschnieder schon eine iranische Studentin gefragt, ob sie etwas erzählen kann über die Geschlechterrolle und die Bildung in muslimischen Ländern. „Unsere Pflegekräfte werden später auch mit muslimisch geprägten Klientel zu tun haben“, sagt er.

Als Grenzenlos-Schule biete sich die Möglichkeit, wertvolle Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu erleben und so einen anderen Blickwinkel kennen zu lernen. Auch für Johannes Weiß ist der Schlüssel für die Zukunft: „You never walk alone. Denn nur wenn wir gemeinsam gehen, können wir eine Welt gestalten, in der jeder von uns die gleiche Chance hat, seine Fähigkeiten für seine eigenen Ziele zu entfalten.“