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Prümer Krankenhaus feiert Richtfest für die neue Intensivstation

Prümer Krankenhaus feiert Richtfest für die neue Intensivstation

Ein halbes Jahr nach dem Spatenstich hat das Prümer Krankenhaus Richtfest für die neue Intensivstation gefeiert. Im Sommer des nächsten Jahres soll der 3,1 Millionen Euro teure Neubau abgeschlossen sein.

Prüm. Noch prägen nackte Betonwände, Metallprofile und Gipskartonplatten die Szenerie, wo später einmal jede Menge teurer und hochmoderner Apparaturen an den Wänden blinken und piepsen werden. Doch die Struktur der neuen Intensivstation des Prümer St.-Joseph-Krankenhauses ist im Rohbau bereits gut erkennbar. Um den zentralen Pflegebereich gruppieren sich zukünftig die Ein- und Zweibettzimmer. Der Vorteil: So haben die Pflegekräfte jederzeit alle Patienten im Blick. Zusätzlich wird ein neuer Bettenaufzug angebaut. 3,1 Millionen Euro werden dafür investiert, 2,8 Millionen Euro übernimmt das Land.
Damit, so sagt Christine Morgenstern vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium beim Richtfest, bekenne man sich zu dem Ziel, auch in Zukunft eine orts- und bürgernahe medizinische Versorgung zu gewährleisten. "Das Prümer Krankenhaus hat seinen ganz festen Platz in der Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz", sagt Morgenstern. Mit der aktuellen Erweiterung könne es mit Stolz und Zuversicht in die Zukunft schauen.
Umso größer fällt bei Bernd Koch, Geschäftsführer bei der Caritas Trägergesellschaft West (CTW), die Freude über den nächsten Entwicklungsschritt aus - und sein Dank an die Verantwortlichen, die das Projekt ermöglicht haben. Dr. Kersten Krauter, der medizinische Leiter des Hauses, erinnert an den Umzug des Krankenhauses auf den Kalvarienberg 1984, den er als junger Arzt miterlebte.
Bewährungsprobe nach Unfall


Und nur wenige Wochen später, bei dem schweren Busunfall auf dem Bahnübergang in Richtung Niederprüm, habe er erleben müssen, wie überlebenswichtig eine gute Intensivstation sein könne. "Die hat eine zentrale und lebensrettende Bedeutung", sagt Krauter. Doch mittlerweile hättem sich die Technik und die medizinischen Behandlungen so stark weiterentwickelt, dass die alte Intensivstation nicht mehr den Anforderungen entspreche.
"Wir Eifeler wollen ja nicht mehr als die anderen", sagt Landrat Joachim Streit. "Uns reicht es, wenn wir das Gleiche bekommen." Erst danach zeige man, was man mit Einsatz und Engagement besser könne als andere. Gerade im Gesundheitsbereich dürfe man nie stehenbleiben. "Es ist wichtig, dass sich auch die kleinen Häuser stetig weiterentwickeln", sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm. Das St.-Joseph-Krankenhaus habe einen wichtigen Versorgungsauftrag für die gesamte Region. Die bessere Intensivstation ermögliche auch eine bessere Erstversorgung.
Bis die ersten Patienten auf der neuen Intensivstation behandelt werden, wird es allerdings noch etwas dauern. Voraussichtlich im Sommer 2013 wird sie fertig. Anschließend wird im zweiten Bauabschnitt die alte Intensivstation umgebaut. Die Innere Medizin wird dort mit neuer Endoskopie und Elektrokardiogramm (EKG) ausgestattet.
Extra

Das St.-Joseph-Krankenhaus hat 147 Betten und zählt damit zu den kleinsten Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz. Es bietet rund 350 Arbeitsplätze und ist damit einer der größten Arbeitgeber im Prümer Land. Gegründet wird es 1869 in der Tiergartenstraße, betrieben von den katholischen Ordensschwestern der Franziskanerinnen. 1944 wird es bei einem Bombenangriff zerstört, nach Kriegsende wird ein Notkrankenhaus aufgebaut. Doch 1949 liegt es nach der Explosionskatastrophe wieder in Trümmern. Im folgenden Jahr beginnt der Neubau, der 1953 abgeschlossen wird. 1967 wird die Trägerschaft dem Caritasverband übergeben. 1972 beenden die Franziskanerinnen ihre Tätigkeit im Haus. 1978 beginnen die Planungen für einen Neubau auf dem Kalvarienberg, zwei Jahre später folgt der Spatenstich. Am 23. November 1984 wird das neue Krankenhaus eingeweiht. Ins alte Krankenhausgebäude zieht die Verwaltung der Verbandsgemeinde Prüm ein. ch