Prümer Mediziner bekommen Verstärkung

Kostenpflichtiger Inhalt: Ärztliche Versorgung in der Eifel : Eine Ärztin geht - vier Ärzte kommen nach Prüm

Gute Nachrichten für Prüm: Es gibt neue Hausärzte. Und für die Frauenarztpraxis von Christiane Ernst-Keen haben sich zwei Nachfolger gefunden, die auch operieren wollen.

Als Lars Grosenick, Geschäftsführer der Firma Eifelstolz Grundbesitz GmbH, in der jüngsten Stadtratsitzung seine Version von der Entwicklung des neuen Stadtquartiers Am Stadtwald vorstellte, ließ vor allem ein Punkt aufhorchen: In Vorbereitung sei eine neue Arztpraxis in Prüm, die beim vorhandenen Ärztehaus angesiedelt werden soll.

Ein Anruf bei der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz bestätigt das. „Der für die Region Trier zuständige Zulassungsausschuss hat einen zusätzlichen Hausarzt für die Stadt Prüm und zwei Ärzte für die Nachbesetzung der Frauenarztpraxis von Dr. med. Christiane Ernst-Keen, welche den Praxissitz als Berufsausübungsgemeinschaft betreiben möchten, zugelassen“, sagt Pressesprecher Rainer Saurwein.

In die neue Praxis Am Stadtwald  wird Dr. med. Elke Dahlmann einziehen und im Januar 2020 dort als niedergelassene Hausärztin arbeiten. Die Internistin ist seit zwei Jahren in einer Hausarztpraxis in Irrel tätig. Davor hat sie als Oberärztin in der Inneren im Prümer Krankenhaus gearbeitet. Ein Schwerpunkt ihres Angebots ist die Diabetologie, eine medizinische Fachrichtung, die sich mit der Behandlung des Diabetes mellitus beschäftigt, oder wie der Volksmund sagt: der Zuckerkrankheit.

Praktiziert schon seit Oktober: Allgemeinmediziner Markus Weis. Foto: TV/Stefanie Glandien

Mit ihrer eigenen Praxis kehrt Elke Dahlmann nach Prüm zurück . „Ich freue mich darauf, selbst gestalten zu können und auf meine Patienten“, sagt sie.

Neben Elke Dahlmann gibt es noch einen weiteren neuen Allgemeinmediziner in Prüm. Seit dem 1. Oktober ist Dr. med. Markus Weis Mitteilhaber in der Gemeinschaftspraxis von Dr. med. Burkhard Zwerenz, Dr. med. Josef Schier und Marco Sifferath. Der gebürtige Prümer hat in Köln studiert, in Süddeutschland gearbeitet und im Juni seine Facharztprüfung zum Allgemeinmediziner abgelegt. Nun ist er nach Prüm zurückgekehrt.

Bereits im Januar 2019 ist die Allgemeinmedizinerin Dr. Uni. Targu Mirela Valcauan in die Gemeinschaftspraxis von Dr. med. Dagmar und Stefan Ebbertz eingestiegen. Zuvor hatte sie seit 2011 als Assistenzärztin in der Inneren Medizin im Prümer Krankenhaus gearbeitet.

Eröffnet im Januar ihr Praxis: Allgemeinmedizinerin Elke Dahlmann. Foto: TV/Stefanie Glandien

Bald 22 Jahre lang hat Christiane Ernst-Keen als Frauenärztin ihre Praxis in Prüm betrieben. Erst in der Teichstraße, später am Johannismarkt. Nun zieht es die nahe Kiel geborene Ärztin zurück in den Norden. Dort wird sie in Teilzeit weiter als Ärztin arbeiten, plant aber auch Yoga zu unterrichten.

Ihre Praxis übergibt sie an Dr. med. Katharina Keisers und Dr. med. Eduard Tanner, beide Oberärzte am Wittlicher Krankenhaus. Wegen einer anderen Sache sei sie mit Katharina Keisers am Telefon ins Plaudern gekommen. Es habe direkt Sympathie auf beiden Seiten bestanden. „Dann hat sie sich meine schöne Praxis angesehen und sich in sie verliebt“, sagt Christiane Ernst-Keen.

Auch Katharina Keisers stammt wie Christiane Ernst-Keen aus dem Norden. Aus privaten Gründen ist sie von Lübeck in die Nähe von Wittlich gezogen. Am Wittlicher Krankenhaus war damals eine Oberarztstelle frei - das hatte gepasst.

Als sie von Christiane Ernst-Keen erfahren hatte, dass diese die Praxis abgeben möchte, sei bei ihr der Gedanke gereift, sich selbstständig zu machen, erzählt sie. Am liebsten mit einem Partner zusammen, damit man sich gegenseitig vertreten kann, sagt sie.

„Ich habe meinen Kollegen gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, die Praxis mit mir zusammen zu betreiben“, sagt Katharina Keisers. Die beiden Gynäkologen arbeiten zusammen als Oberärzte im Wittlicher Krankenhaus. Tanner hat als langjähriger stellvertretender Leiter des Brustzentrums in Wittlich viele Brustkrebspatientinnen behandelt.

Katharina Keisers hatte, bevor sie nach Wittlich kam, die stellvertretende Leitung der Chemoambulanz in Lübeck inne. Außerdem bietet sie Inkontinenz- und Beckenbodensprechstunden an.

Mit diesen verschiedenen Schwerpunkten werden sie sich in Prüm gut ergänzen, sagt Katharina Keisers. Seit zwei Jahren arbeitet sie mit Tanner in Wittlich zusammen. „Wir wissen, wie der andere tickt“, sagt sie. Als Team seien sie erprobt und könnten sich gegenseitig vertreten. „Idealer konnte es eigentlich gar nicht laufen.“

Die beiden Ärzte wollen aber auf ihre Fähigkeiten und Erfahrungen, die sie im OP sammeln konnten, auch zukünftig nicht verzichten. Geplant ist, dass sie im Prümer St.-Joseph-Krankenhaus ambulant und stationär gynäkologische Operationen anbieten werden.

„Wir können die Gespräche bestätigen“, sagt Kaya Erdem, Sprecher der Caritas Trägergesellschaft West. Es sei so, dass für den Fachbereich Gynäkologie sechs Betten für den Standort eingetragen seien. Das bedeute, dass externe Ärzte dort auch stationär Patienten behandeln können. Die Belegarztverträge seien allerdings noch nicht unter Dach und Fach, die Absichtserklärungen seien aber „schon sehr weit fortgeschritten“. „Wir freuen uns darauf, dass die Frauenheilkunde, ausgenommen der Geburtshilfe, schon bald wieder im Krankenhaus Einzug finden wird“, sagt Erdem.

Die Geburtshilfe war vor fast genau drei Jahren geschlossen worden.

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