Prümer Orchester Projekt probt und spielt in der Bitburger Stadthalle

Kultur : Das Prümer Orchester Projekt probt und spielt in der Bitburger Stadthalle

Das Prümer Orchester Projekt probt zwei Wochenenden lang für sein Konzert am 1. Februar in der Stadthalle Bitburg. Im Programm sind Werke aus der Romantik, der Filmmusik und Musical.

„Ich würde gern am Anfang nicht den Anfang machen, sondern den Schluss. Legen wir los“, so startet die Probe des Prümer Orchester Projekts an diesem Samstagmorgen mit Dirigent Markus Wolsiffer. 70 Musiker aus der Eifel, Mainz oder Köln sind hier zusammengekommen, um gemeinsam Orchesterwerke in Originalversion, Filmmusiken und Musicals zu spielen. Es sind Schüler dabei, talentierte Leienmusiker und einige Profis verstärken.

Der Bolero von Maurice Ravel liegt auf den Notenpulten und konzentriert werden die sieben Takte vor Schluss gespielt, bei denen die Dynamik eine große Rolle spielt. Das arbeiten die Musiker mit ihrem Dirigenten aus. „Die Lautstärke haben wir schon mal“, meint er und arbeitet weiter an den Details. „Die Viertelnoten im zweitletzten Takt nicht bis an den Rand halten und die Bögen oben lassen“, mahnt Markus Wolsiffer.

Jetzt, nachdem das schon sehr gut klingt, geht es in die Mitte des Stücks. Die Holzbläser haben dort eine Stelle, die von der Intonation her nicht einfach ist. „Das ist eine Herausforderung, die sauber hinzukriegen, denn es ist sehr hoch und es sind Quint- und Quartsprünge drin“, so Markus Wolsiffer. Nach zwei, drei Durchgängen ist er zufrieden. „Das war schon nicht verkehrt“, fasst er zusammen.

Seit 19 Jahren gibt es das Prümer Orchester Projekt, das in dieser Zeit auch immer das Ziel hatte, junge Menschen an die klassische Musik heranzuführen. Viele von ihnen bekommen Karten von ihren Lehrern, hören das Symphonieorchester an und ein paar Jahre später können sie schon selbst mitspielen. Elena Drescher, Musiklehrerin für Streichinstrumente aus Gerolstein erklärt: „Die Kinder kommen erst in die Streicherklasse, dann ins Schulorchester und dann ins Prümer Orchester Projekt. Für die jungen Menschen ist es wichtig, ein Ziel zu haben, und eines ist es in unserer Region, hier zu spielen.“

Jetzt geht es beim Bolero an den Anfang. Die bestens aufgelegten Schlagzeuger, die auch mal einen Gongschlag mit halbakrobatischen Bewegungen oder ihrem Hinterteil abstoppen müssen, sind jetzt an der Reihe. Wie aus dem Nichts solle der Trommelwirbel kommen, über den die Solisten dann die Melodien spielen, bereitet Markus Wolsiffer vor. Jetzt startet ein zarter Trommelwirbel auf der Snare, den man erst nur an den Bewegungen des Schlagzeugers erkennt.

Eine der Geigerinnen zählt wippend mit, die Celli zupfen die Einwürfe und die Querflöte beginnt mit ihrem Solo. Noch etwas verhalten, aber mit einem vollen, zarten Klang. „Trau` dich, da geht noch mehr“, so der Dirigent zur Solistin. Neben der Querflöte haben Klarinette, Fagott, Oboe, Trompete und Tenorsaxofon, das zum ersten Mal in der romantischen Literatur eingesetzt ist, hier Soloteile. Der Dirigent gibt ihnen in ihren Bereichen viel Freiraum. Er sagt: „Die Solos müssen nicht militärisch so gespielt werden, wie sie dastehen, sondern da kann jeder seine persönliche Note reinbringen.“

Die Grundstimmung eines Stücks transportieren, ist für den Dirigenten sehr wichtig. „Da muss zuerst einmal das Handwerkliche stimmen. Dann kommt die musikalische Gestaltung mit der Dynamik und den Betonungen. Schließlich der Umgang mit dem Tempo. So ist es beispielsweise im Adagio for Strings von Samuel Barber, dass eine traurige, meditative Ausstrahlung hat.

Doch jetzt wieder zurück zum Bolero, der einmal ganz durchgespielt wird. Die Synkopen brauchen noch etwas mehr Kick, und die Energie muss intensiver gehalten werden, dann ist der Dirigent zufrieden, was er mit Applaus und einem „ja cool“, ausdrückt. Jetzt gibt´s eine kurze Pause, bevor das nächste Werk aufs Notenpult kommt.

Markus Wolsiffer. Foto: Christina Bents
Maria Jakoby. Foto: Christina Bents
Christa Dannhauer. Foto: Christina Bents
Michael Frangen. Foto: Christina Bents
Johannes Zenner. Foto: Christina Bents

Das Konzert des Prümer Orchester Projekts findet am 1. Februar um 19 Uhr in der Stadthalle in Bitburg statt. Die Leitung hat Markus Wolsiffer. Solisten sind Helmut Bleffert (Campanula) und Trio. Der Eintritt kostet 15 Euro für Erwachsene, 12 Euro für Mitglieder und 10 Euro für Schüler. Veranstalter ist die Kulturgemeinschaft Bitburg.