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Prümer Straßen als Partymeile

Prümer Straßen als Partymeile

Mit 150 Teilnehmern beim Benefiz-Lauf und recht vielen Besuchern auf dem Rummelplatz fällt die Zwischenbilanz der Prümer Salvator-Kirmes überwiegend positiv aus. Zum Finale wird am heutigen Montag aus allen Rohren geschossen.

Prüm. Samstagnachmittag, kurz nach 15 Uhr auf dem Prümer Hahnplatz. Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy bindet sich die grüne Wirts-Schürze um und visiert den Zapfhahn an. Nach zwei kräftigen Schlägen mit dem Holzhammer fließt das Freibier, gestiftet wie immer von der Bitburger Brauerei.

"Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass die Kirmes in der Stadt bleiben kann", sagt Weinandy. Erstmals seit der Rückkehr ins Zentrum fällt das Fest in die Schulzeit. Die wichtigsten Vereinbarungen: Verlegen des Busbahnhofs zum Fort-Madison-Platz und ein Wandertag des Regino-Gymnasiums am Montag.

Doch zurück zum Samstag: Die Sperrung der Innenstadt für den Verkehr ermöglicht den ersten Benefiz-Rundlauf, begleitet von einem Rock-DJ und der Band "Inner Child". 150 Teilnehmer nehmen die Strecke von der Hahnstraße über Tiergartenplatz, Altenmarkt und Spiegelstraße in Angriff. Neben Einzelsportlern starten Mitarbeiter von Firmen sowie Mitglieder von Lauftreffs und Freizeit-Teams gemeinsam.

Auch Polit-Prominenz schnürt die Turnschuhe. Patrick Schnieder (40), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld und designierter CDU-Bundestagskandidat, läuft alle 17 Runden an der Seite des designierten CDU-Landratskandidaten Paul Glauben (52). Weitere bekannte Gesichter im Feld: Daniel Kling (CDU), Dritter Beigeordneter der Stadt Prüm, Christine Kausen, Vorsitzende von "Prüm eifelstark", und "Marathon-Mann" Johann Leuther aus Roth-Kobscheid.

600 Euro für die Prümer Tafel



Vorneweg stürmt Tim Grohmann aus Prüm. Der 17-jährige Triathlet vom FC Ormont sammelt 20 Stempel beim "Kölner Hof". Dessen Wirtin Julia Peter spendet wie bei den anderen Läufern 50 Cent pro Stempel an die Prümer Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt.

Für die Tafel ist auch der Erlös des "Rock 'n' run" bestimmt. Die Veranstalter "Prüm eifelstark", Stadt Prüm und Lauftherapeutin Waltraud Holper stellen 527 Euro als Guthaben bei Supermärkten zur Verfügung. Die Kirmes-Wirtegemeinschaft rundet auf: 600 Euro. 2009 soll es eine Neuauflage geben.

Ungewöhnlich starker Betrieb herrscht am Samstagabend auch nach dem Platzkonzert des Musikvereins Prüm. Der Sonntag beginnt schwach, legt am Nachmittag zu. Glück für alle: Der Regen beschränkt sich auf die Nacht.

Meinung

Der Mut wird belohnt

Wenn es läuft, dann läuft's richtig. Mit dem Benefiz-Lauf hat die Salvator-Kirmes eine Attraktion dazu gewonnen. Zwar hielt sich die Zahl der Zuschauer an der Strecke noch in Grenzen. Doch die Aktiven nahmen das Motto wörtlich und machten das Spaß-Rennen zur Party. Die mutigen Veranstalter haben ihr Ziel erreicht, neben einigen ambitionierten Sportlern vor allem die Breite anzusprechen. Vom Kind bis zum Rentner waren alle Altersgruppen vertreten und brachten eine Stange Geld für den guten Zweck. Eine vielversprechende Premiere mit Luft nach oben. Denn bei einer Neuauflage ist die Aktion schon viel bekannter. Firmen, Behörden und Schulen können gezielt angesprochen und motiviert werden. Auch bei der Motivation zum sonntäglichen Kirmesbesuch müsste noch mit dem ein oder anderen (Musik-)Programmpunkt nachgelegt werden. Der diesmal erstaunlich starke Samstagabend gibt jedenfalls enormen Auftrieb. Das war die beste Eigenwerbung, denn Masse zieht Masse an - nicht nur beim Feuerwerk. m.hormes@volksfreund.deEXTRA Programm am Montag: 8 bis 15 Uhr Markt in der Innenstadt. 9.30 bis 11 Uhr Straßenkunst der Prümer Kindertagesstätten im Dechent-Christa-Weg beim Pfarrheim. 16 Uhr Feierabend-Treff auf dem Kirmesplatz mit "Happy Hour" bis 17 Uhr (Bier und alkoholfreie Getränke einen Euro). Ab 17 Uhr Unterhaltung mit einem Musikanten-Trio. Nach Einbruch der Dunkelheit Feuerwerk vom Parkdeck. Dazu Mathilde Weinandys scherzhafte Ankündigung: "Wenn das Feuerwerk wieder ausfällt, verlasse ich die Stadt." (cus)