Radarstation im Schneifelwald: Behörden warnen vor Betreten des Geländes

Radarstation im Schneifelwald: Behörden warnen vor Betreten des Geländes

Zu gefährlich: Die Behörden warnen davor, das Gelände der ehemaligen US-Radarstation am Schwarzen Mann zu betreten. Die Anlage soll bald zurückgebaut, das Gelände renaturiert werden. Der Turm könnte aber erhalten bleiben - als Aussichtspunkt.

Bloß fortbleiben von der Radarstation: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA), das Ordnungsamt und die Polizei weisen darauf hin, dass der Aufenthalt auf der ehemaligen Prüm Air Station im Schneifelwald gefährlich sei. Außerdem werde das Betreten des Geländes als Hausfriedensbruch betrachtet.

Auf der Anlage gebe es Versorgungsschächte, "Trümmer mit scharfkantigen Eisenarmierungen", außerdem seien einige der Gebäude infolge von Vandalismus einsturzgefährdet. Kurz: "Ein Betreten kann lebensgefährlich sein, auch Notrufe können aufgrund der abgelegenen Lage der Liegenschaft teilweise nicht abgesetzt werden."
"Das Problem ist: Wir haben dort unbefugtes Betreten", sagt Wolfgang Klein, Betriebsbereichsleiter beim Bundesforst in Baumholder, der die BimA-Waldliegenschaften betreut. Militärische Anlagen wie die Air Station übten leider "eine magische Anziehung" auf manche aus. Dabei gebe es dort außer Trümmern und Ruinen nichts mehr.
Etliche unerwünschte Besucher haben inzwischen dazu beigetragen, dass die Gebäude in einem noch schlechteren Zustand sind als ohnehin bereits, seit die amerikanischen Streitkräfte das Gelände vor zehn Jahren verlassen haben (siehe Extra): Viele Fenster seien eingeschlagen, andere ausgebaut und gestohlen worden, sagt Klein. "Da sollen jetzt drei große Findlinge vor die Einfahrt, damit da keiner mehr drauffahren kann. Dann schleppt auch niemand mehr was weg."

In absehbarer Zeit werde es sowieso nichts mehr zum Wegschleppen geben: Der Bund lässt alles abreißen und das Gelände renaturieren. Die Arbeiten, sagt Wolfgang Klein, werden voraussichtlich 2016 vorgenommen. Man beauftrage damit den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung, der den Abbruch dann ausschreiben werde.
Das Einzige, was derzeit noch betrieben werde, sei der ehemalige Funkturm auf der Anlage - und zwar zur Flugsicherung: "Da brennen noch zwei rote Lampen drauf. Damit kein Flugzeug dagegenfliegt."
Allerdings könnte der Turm als einziges Bauwerk auf dem Gelände erhalten bleiben: "Wir haben ja immer nach einer Aussichtsmöglichkeit auf der Schneifel gesucht", sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm. "Vom Grundsatz her haben wir Interesse am Turm." Die Gespräche darüber mit der BimA seien aber noch nicht konkret geworden.Extra

Viele Eifeler erinnern sich noch an die Zeiten der Prüm Air Station, die 2004, nach bis dahin etwa 50 Dienstjahren, von den amerikanischen Streitkräften aufgegeben und an das damalige Bundesvermögensamt, heute Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zurückgegeben wurde (der TV berichtete). Zuletzt hatte die Station, zuständig unter anderem für Radarüberwachung und Funkverbindung zu den Flugplätzen Bitburg und Spangdahlem, offiziell nur noch der Wetterbeobachtung gedient, als Außenstelle der Air Base Spangdahlem. Zeitweise waren bis zu 1000 amerikanische Militärangehörige in und um Prüm stationiert, sie lebten in der Housing am Stadtwald oder in den Eifeldörfern rundherum. Viele Eifeler arbeiteten in dieser Zeit ebenfalls für die Amerikaner. fpl

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