Radmuttern-Spuk: Die Serie weitet sich aus

Radmuttern-Spuk: Die Serie weitet sich aus

Die Unbekannten, die seit einiger Zeit vor allem in Prüm und Umgebung an vielen Autos die Radmuttern lösen, sind noch nicht gefasst. Inzwischen ist es infolge der Sabotage in der Stadt bereits zu einem Unfall gekommen.

Prüm. Im Prümer Land und den Nachbarregionen fragen sich die Bürger, wer so etwas tut: Radmuttern an Autos lockern und damit die Fahrer und mögliche weitere Verkehrsteilnehmer in höchste Gefahr bringen.
In der vorigen Woche berichteten wir bereits über die unheimliche Serie von Manipulationen an abgestellten Autos - am gestrigen Freitag teilte die Polizei dann mit: Es ist inzwischen zu einem ersten Unfall gekommen.
Im Prümer Stadgebiet verunglückte vor einigen Tagen eine 23 Jahre alte Fahrerin, weil ein zuvor manipuliertes Rad sich bei der Fahrt löste und absprang. Nur der Umstand, dass keine hohe Geschwindigkeit gefahren wurde, habe einen schlimmeren Ausgang verhindert: "Man muss sich nur mal vorstellen", sagt der Prümer Hauptkommissar Frank Kerner, "das wäre auf der A 60 oder auf der B 51 passiert."
Im Fall eines schwereren Unfalls werde die Sabotage an den Rädern als versuchtes Tötungsdelikt behandelt, sagt Kerner. Sollten der oder die Täter ermittelt werden, drohen ihnen zumindest Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Wird ihnen nachgewiesen, dass sie mit der Absicht handeln, ein Unglück zu verursachen, können sie auch für zehn Jahre hinter Gitter geschickt werden.
Vorgehen immer gleich


Mittlerweile liegen der Polizei bereits 21 Anzeigen gegen die Unbekannten vor. Betroffen seien die Fahrer ganz unterschiedlicher Fahrzeuge - von Opel über VW bis hin zu Audi, teilt die Polizei mit. Der oder die Täter hätten es weder auf einen speziellen Fahrzeugtyp noch eine besondere Farbe oder andere Merkmale abgesehen.
Lediglich das Vorgehen sei in allen angezeigten Fällen fast identisch: An einem Rad werden alle Muttern gelöst, so dass sie nur noch ganz locker sitzen. Unterwegs lösen sie sich dann und springen ab. Die Autofahrer konnten den Eingriff bei Fahrtantritt nicht sehen, "was ihn besonders tückisch macht und zu schwerwiegenden Folgen führen kann", heißt es auch in einer Mitteilung des Präsidiums Trier.
Allein in den Monaten Juni und Juli meldeten sich 16 Autofahrer, und auch im August scheine die Serie der gefährlichen Eingriffe nicht abzuebben. Einige Geschädigte bemerkten die Manipulation erst auf der Autobahn. Nur durch umsichtiges Handeln hätten die Fahrer Schlimmeres verhindern können. Darüber hinaus sei es dem Zufall zu verdanken, "dass es bislang keine schweren Verkehrsunfälle mit Verletzten gegeben hat", sagt Pressesprecherin Monika Peters. Das Phänomen solcher Manipulationen habe es zwar bereits öfter gegeben. "Aber nicht in dieser Dimension."
An welchen Orten genau die Sabotage an den Fahrzeugen begangen wurde, steht noch nicht fest. Einiges deute aber darauf hin, dass die Täter sich wohl vor allem auf größeren öffentlichen Parkplätzen in Prüm und Umgebung an den Autos zu schaffen machen.
Die Polizei Prüm rät Autofahrern dazu, bei Fahrtbeginn besonders vorsichtig zu sein: Hinweise auf gelöste Radmuttern können ein Schlagen im Lenkrad oder lautere Fahrgeräusche sein.
Die Beamten rufen alle Autofahrer im Raum Prüm zu höchster Aufmerksamkeit auf. Zeugenhinweise an die Inspektion unter der Rufnummer 06551/9420.