Kommentar : Nicht zu spät für eine Lösung

Über Jahre hinweg hatte sich die Raiba Irrel auf ihren großen Generalversammlungen gerne mal selbst gefeiert – als die kleinste Genossenschaftsbank im äußersten Westen Deutschlands, die tapfer und erfolgreich allen Widrigkeiten trotzte.

Sogar das kleine Dorf in Gallien und sein erfolgreicher Widerstand gegen die römischen Besatzer musste als Vergleich herhalten. Dann folgte die eiskalte Dusche im vergangenen Herbst. In der Vollversammlung 2020 sollten die Mitglieder dem schon fertigen Entwurf eines Fusionsvertrags mit der Volksbank Eifel zustimmen und verweigerten dies  mit großer Mehrheit. „Da war wohl die Fallhöhe zu groß“, meinten welche, die es wissen mussten. Und sogar die trotzigen Gallier mussten noch mal ran. „Die hatten ihren Druiden mit dem  Zaubertrank, wir haben den nicht“, sagte  Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Wilmsen.

Das klang lustig, damals im Herbst, aber der Hintergrund war ernst. Es ging und geht um die Zukunft der kleinen Genossenschaftsbank, und damit auch um die Anteile der Mitglieder. Langfristig, das ist allen Verantwortlichen klar, wird das Bankidyll an der Irreler Hauptstraße keinen Bestand haben. Allen Mitgliedern muss dies hier und heute verdeutlicht werden. In einigen Jahren dürfte es für eine zukunftsweisende Lösung zu spät sein.

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