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Raiffeisenbank Irrel zur Corona-Pandemie - Hotel- und Gaststättengewerbe gebeutelt

Raiffeisenbank Irrel : „Wir sind auf dem Land breiter aufgestellt, als Ballungszentren mit Großkonzernen“

(de) Keine Frage, auch aus Sicht der Raiffeisenbank Irrel, der kleinsten Regionalbank im Eifelkreis, hinterlässt die Corona-Pandemie Spuren. Bankvorstand Werner Kemmer ist aber davon überzeugt, dass die Eifel als eher ländliche und bodenständige Region von dieser Krise weniger gebeutelt ist als viele andere Regionen.

Und damit meint er gar nicht, dass hier jeder Mensch drinnen wie draußen mehr Platz hat, als das in den meisten Großstädten der Fall ist. Wobei natürlich auch das stimmt.

„Denken Sie an Badem-Württemberg und die Ballungszentren wie das Rhein-Main-Gebiet“, sagt Kemmer. „Wir haben hier keine mächtigen Konzerne, die vom Exportgeschäft und von unzähligen Zulieferern völlig abhängig sind.“ In der Eifel sei man, auch dank der vielen Handwerksbetriebe breiter aufgestellt. „Deshalb glaube ich, dass wir hier gut gerüstet sind, diese Krise zu überstehen“, sagt Kemmer. Denn wie auch zuvor – ob Brexit oder die große Banken- und Finanzkrise – zeige sich einmal mehr: „Das Handwerk ist krisensicher“, wie Kemmer sagt. Gleiches gelte grundsätzlich für die eher kleinen und mittelständischen regional verankerten Betriebe. „Darauf können wir stolz sein“, sagt Kemmer.

Dennoch kennt er natürlich auch die Not, die die Corona-Pandemie für manche Branchen mit sich bringt: „Alles rund um das Gastgewerbe, die Hotels, Restaurants sowie auch die Reisebüros und überhaupt Unternehmen im weitesten Sinne aus der Tourismusbranche haben es nun wirklich schwer“, sagt Kemmer. Auch in seiner Bank, die etwa 4500 Kunden und 20 Mitarbeiter zählt, seien Soforthilfen von Bund und Land beantragt worden. Und auch Kunden der Raiba Irrel hätten darum gebeten, Tilgungen für laufende Kredite auszusetzen.

„Ein Firmenkunde hat darum gebeten, die Tilgung für drei Monate auszusetzen, wir haben gesagt: lass uns auf sechs Monate gehen. Das bringt der Firma mehr Luft“, sagt Kemmer. Er ist stolzer Vertreter der kleinen Bank und überzeugt: Gerade weil die Raiba Irrel klein ist, wird sie auch diese Krise mit ihren Kunden und Mitgliedern bestehen. „Wir kennen unsere Kunden und leben Kundennähe im wahrsten Sinne des Wortes. Das genau ist jetzt unserer Vorteil. Wir punkten bei der initiativen Beratung und Betreuung unserer Kunden mit kurzen Wegen“, sagt Kemmer, für den Regionalbanken grundsätzlich die verlässlichen Partner in der Krise sind: „Wir sitzen nicht irgendwo in einem Tower in Frankfurt. Wir sind hier vor Ort, wo auch unsere Kunden sind. Wir leben hier und wir haben ein aufrichtiges Interesse daran, dass es dieser Region gut geht.“

Dennoch steht auch für Kemmer fest: „Es gibt sicherlich Betriebe in der Eifel, die werden die Corona-Pandemie nicht überleben. Aber diese Betriebe hätten es auch teilweise ohne Corona nicht gepackt.“ Für sein Haus sieht er das jedoch grundsätzlich optimistisch. Kemmer ist überzeugt: „Wir sind gerüstet, das zusammen mit unseren Kunden durchzustehen. Wir sind als Regionalbanken verlässliche Partner hier vor Ort.“