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Raiffeisenbank Westeifel: Erstmals Generalversammlung per Bildschirm

Banken : Raiffeisenbank Westeifel – Erstmals Generalversammlung per Bildschirm

Erstmals in 120 Jahren hat die Raiffeisenbank Westeifel ihre Generalversammlung digital organisiert. Ihren Mitgliedern zahlt sie drei Prozent Dividende.

Premiere bei der Raiffeisenbank Westeifel: Der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Bormann begrüßte zur Generalversammlung die 320 angemeldeten Mitglieder, fast doppelt so viele wie im Vorjahr, nicht wie gewohnt im Schönecker „Forum im Flecken“, sondern erstmals vor deren Computerbildschirmen.

Grund: natürlich das Pandemiegeschehen und das Abstandsgebot. Trotzdem ging es bei der nichtöffentlichen Runde lebhaft zu, wie die vielen Kommentare, Anregungen und Diskussionen während der Versammlung gezeigt hätten, teilt die Bank mit.

 Klaus Peters, neben Mark Kaffenberger einer der beiden Vorstände, wies eingangs auf die aktuelle, „politisch gewollte Zinslandschaft“ hin: „Der gesellschaftliche und digitale Wandel macht es notwendig, dass sich Banken zum Erhalt ihrer Zukunftsfähigkeit in vielen Bereichen neu erfinden. Dies gilt insbesondere für Regionalbanken mit ihrem klassischen, kundenorientierten Geschäftsmodell.“ Allerdings sei man da gut unterwegs, sagte er.

Trotz schwächelnder Konjunktur blickt die Bank auf ein gutes Geschäftsjahr 2019 zurück. Die Bilanzsumme wuchs von 445 auf 459 Millionen Euro, eine Steigerung um rund 3,2 Prozent.  

Das Volumen bei den Kundenkrediten stieg leicht um neun (2,5 Prozent) auf 367 Millionen, die Kundeneinlagen stark um 6,9 Prozent, sie liegen mit rund 1,5 Prozent über dem Durchschnitt der Vergleichsbanken im Verband.

Weiter zurück ging 2019 der Zinsüberschuss. Eine Folge der Niedrigzinsphase.  Der Provisionsüberschuss  – zum Beispiel bei  Bausparverträgen oder Versicherungen über die R+V – ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. So konnte die Bank für 2019 einen Jahresüberschuss von mehr als einer Million Euro ausweisen. Und auch die Zahl der Mitglieder wuchs wieder: Die Raiffeisenbank Westeifel begrüßte im abgelaufenen Geschäftsjahr fast 400 Neuzugänge, gesamt sind es jetzt 10 849 Mitglieder.

Auch die Tochtergesellschaft, die Raiffeisen Waren GmbH Westeifel, verzeichnete ein zufriedenstellendes Ergebnis. Der Gesamtumsatz stieg um rund 800 000 Euro auf 46,8 Millionen. Schwerpunkte waren wieder Energie und Baustoffe. Man investierte zudem rund eine Million Euro in Grundstücke, Gebäude, Geschäftsausstattung und Fuhrpark. „Wir sind gut gerüstet und wachsen stetig weiter. Als Nahversorger sind wir seit Jahren zuverlässiger Partner und werden auch in Zukunft alles dafür tun, dass unsere gewerblichen und privaten Kunden zufrieden mit uns sind“, sagte Werner Assmann, Geschäftsführer der Raiffeisen Waren GmbH.

 „Unsere Raiffeisenbank entwickelt sich weiter und rüstet sich für die Zukunft“, sagte Mark Kaffenberger. So seien interne Projekte zum Ausbau der Digitalisierung und der Kundenbetreuung auf allen verfügbaren Kanälen angegangen worden.

„Mit dem strukturellen Umbau ist auch ein kultureller Wandel verbunden: Ein lebendiges und innovatives Vorschlagswesen, Zukunftswerkstätten mit umfassender Mitarbeiterbeteiligung sowie neue Arbeitsformen sind bereits heute Ausdruck der neuen Raiffeisenbank Westeifel“, sagte Kaffenberger.

 Satzungsgemäß schieden Anneliese Mertens, Patrick Bormann und Peter Floss aus dem Aufsichtsrat aus. Anneliese Mertens und Bormann wurden anschließend wieder in ihre Ämter gewählt. Eine Wiederwahl von Peter Floss war nicht möglich, da er die Altersgrenze erreicht hat.  

An seiner Stelle wählte die Versammlung Martin Floss in den Aufsichtsrat. Peter Floss habe sich „mit hohem Engagement, pragmatischer Intuition und großer Menschenkenntnis in die Arbeit des Aufsichtsrats eingebracht und war ein glühender Fan der Genossenschaftsidee“, sagte Klaus Peters zum Abschied des langjährigen Aufsichtsratsmitglieds aus Schönecken.

 Wirklichen Widerspruch gab es aus den Reihen der Mitglieder nur an einer Stelle: Den Vorschlag, wie andere Banken künftig eine Vertreterversammlung einzuberufen und dafür die Satzung zu ändern, nahmen sie nicht an. Also wird es auch im kommenden Jahr eine Generalversammlung geben.

Traditionell lässt die Raiffeisenbank Westeifel bei der Generalversammlung Vereinen, Organisationen oder kommunalen Einrichtungen eine größere Spende zukommen.

In diesem Jahr wird sie den Schulen in der Region die Summe von 25 000 Euro für den Ausbau der Digitalisierung, vor allem zur Unterstützung des Heimunterrichts, zukommen lassen.