Raiffeisenbank Westeifel zieht positive Bilanz für 2017

Finanzen : Nur die Mitgliederzahl bereitet Sorgen

Die Raiffeisenbank Westeifel hat ihren Geschäftsbericht für 2017 vorgelegt. Die Kundeneinlagen sind um 28,2 Millionen Euro deutlich gestiegen – um fünf Prozent mehr als man in der Genossenschaft selber erwartet hat.

„Die Welt ist unsicherer und schneller geworden. Sich als kleine Regionalbank so erfolgreich am Markt zu behaupten, ist erstaunlich. Ich kann zum erneuten guten Jahresergebnis nur gratulieren“, sagte Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank (RaiBa) Westeifel im Schönecker Forum im Flecken. 200 Gäste waren der Einladung der Genossenschaftler gefolgt.

Wie bereits im Vorjahr, konnten die Vorstandsmitglieder Franz-Rolf Hermes und Klaus Peters wieder viel Erfreuliches verkünden. Besonderen Grund zur Freude bereite diesmal die Entwicklung der Kundeneinlagen (siehe Info), sagte Hermes. Obwohl die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank die Kreditinstitute weiter dazu zwinge, die Zinsniveaus auf niedrigstem Stand zu halten, seien die Kunden und Mitglieder der RaiBa Westeifel treu geblieben und legten weiter ihr Geld an, sagte Hermes.

„Bereits im Vorjahr haben wir an dieser Stelle von sehr guten Zuwachsraten berichten können. Im abgelaufenen Jahr 2017 hat sich diese Tendenz so fortgesetzt“, sagte er. Insgesamt 28,2 Millionen Euro seien von den Anlegern der Bank neu anvertraut worden. Mit einer Steigerungsrate von sieben Prozent sei damit  der Durchschnitt des Genossenschaftsverbands von 5,3 Prozent übertroffen worden. Ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hatte. „Von uns selbst geplant war eine Steigerungsrate von einem Prozent“, sagte Hermes. Bemerkenswert sei, dass der Anstieg nicht auf institutionelle Anleger oder Großanleger zurückzuführen sei.

Die Entwicklung der Finanzmärkte mache es aber auch der RaiBa Westeifel weiter schwer, Gewinne zu erwirtschaften, sagte Klaus Peters. „Nach wie vor beklagen wir das Phänomen der Niedrigzinsen. Schlichtweg alle Banken leiden unter dieser Entwicklung, denn ihr Hauptprodukt, das Geld, hat keinen Preis mehr.“

Halte die Entwicklung noch lange an, seien neue Maßnahmen erforderlich. Im Gegensatz zu den Großbanken, die immer wieder für negative Schlagzeilen sorgten, könne man aber rückblickend festhalten, dass die genossenschaftlichen Banken hier besser und souveräner mit der Situation umgingen.

Trotz der anhaltend schwierigen Lage halte man so auch an der Ausschüttung einer Dividende fest und passe auch die Regeln für Genossenschaftsanteile an, sagte Hermes. „Ab sofort bieten wir unseren Mitgliedern und Kunden die Zeichnung von bis zu sechs Anteilen anstatt bisher drei an.“ In Zeiten von Null- oder sogar wie anderenorts Negativzinsen sei eine Dividende von 4,5 Prozent eine lukrative Geldanlage, sagte er. Angesichts der guten Ergebnisse sei man weiterhin zuversichtlich, sagte Peters.

Allerdings gibt es doch einen Punkt der in der Genossenschaft Sorge bereitet: Die Mitgliederzahl. Aktuell liegt sie bei 10♦371 und damit um 424 Bankteilhaber höher als noch 2016, doch die Steigerung stagniert. „Über einige Jahre bringen wir auch unsere Sorge über die Auswirkungen der demographischen Entwicklung zum Ausdruck. 150 Abgänge, davon 95 durch Tod, sind ein Beispiel für diese Entwicklung“, sagte Hermes. Von Jahr zu Jahr werde es schwieriger, dies zu kompensieren.

Keine Probleme wiederum bereitete die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Weil Herbert Pfeiffers mit 68 Jahren das Höchstalter erreicht hat, wurde er für seine Verdienste geehrt und verabschiedet. Die Versammlung wählte Uwe Hau aus Arzfeld zu seinem Nachfolger.

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