Rat der Verbandsgemeinde Prüm beschließt Klimaschutzkonzept

Sitzung des Verbandsgemeinderats Prüm : Nach der Flut: Brücken werden saniert

Der Rat der Verbandsgemeinde Prüm beschließt Klimaschutzkonzept und beseitigt noch Folgen des Hochwassers.

Der Klimawandel und seine Folgen - damit beschäftigen sich nicht nur die Regierungsvertreter der United Nations (UN). Das Thema geht jeden an. Und so dreht sich ein Hauptteil der jüngsten Sitzung des Rats der Verbandsgemeinde Prüm auch darum.

Ein Jahr lang hatten die Transferstelle Bingen (TSB) und das Beratungsunternehmen Sweco aus Koblenz ein Klimaschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Prüm erarbeitet (der TV berichtete). Die Ergebnisse findet man auf der Homepage der Verbandsgemeinde www.pruem.de/verbandsgemeinde/klimaschutzkonzept

Bürgermeister Aloysius Söhngen erinnert sich an Energiesparmaßnahmen Anfang der 90er Jahre: „Da haben wir einfach bei jeder zweiten Straßenlaterne die Lampen rausgedreht.“ Als das Thema 2013 erneut angegangen wurde, habe man diese allerdings wieder reingedreht. „Das war zwar sehr effizient, ging aber aus rechtlichen Gründen nicht“, sagt Söhngen. Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen habe der Rat 2016 beschlossen, ein Klimaschutzkonzept aufzustellen.

Michael Münch von der TSB lobt die VG für ihre bisherigen Bemühungen. Er sieht aber noch Potenzial. So könne man zum Beispiel mehr Photovoltaik auf Dachflächen erschließen, mit solarthermischen Anlagen ganze Ortschaften versorgen oder Gebäude energetisch sanieren.

Der Rat beschließt einstimmig, das für die Verbandsgemeinde erstellte integrierte Klimaschutzkonzept anzuerkennen und bei zukünftigen klimarelevanten Entscheidungen zu berücksichtigen.

Wie wichtig die Bemühungen für den Klimaschutz sind, zeigen die Starkregenereignisse im Juni 2018, wo ganze Dörfer überschwemmt wurden. Nun hat sich der Rat mit der Beseitigung der Folgen beschäftigt. So wurde damals die Radwegebrücke über den Bierbach zwischen Pronsfeld und Lünebach von den Wassermassen völlig zerstört. Das gleiche Schicksal erlitt die Brücke Heltenbacher Mühle. Beide Bauwerke werden nun erneuert.

Der Prümtal-Radweg, der von Stadtkyll nach Minden führt, wird jährlich von knapp 50 000 Radfahrern genutzt. Deswegen hatte man seinerzeit in Kürze eine Baustellenumfahrung eingerichtet. Nun soll dort wieder eine Brücke errichtet werden. Die Baukosten betragen rund 180 000 Euro. Die Bauzeit wird auf drei Monate geschätzt. Es wurde eine Landesförderung beantragt. Die verbleibenden Kosten werden zwischen den Verbandsgemeinden Arzfeld und Prüm aufgeteilt.

Erneuert wird auch die Brücke Heltenbacher Mühle am Ihrenbach. Diese wurde ebenfalls durch das Hochwasser vollständig zerstört. Die Überführung ist nicht nur für den Eifel-Ardennen-Radweg wichtig, sondern wird auch als Verbindung zwischen den Ortsgemeinden Winterscheid und Winterspelt genutzt. Die Erneuerung kostet 115 000 Euro. Ein Förderantrag ist auf den Weg gebracht.

Aufwändiger wird die Umgestaltung des Bierbachs im Bereich des Eifel-Zoos bei Lünebach. Damals hatte das Hochwasser den ganzen mittleren Teil der Zooanlage überschwemmt und etliche Tiere mit in den Tod gerissen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord hat eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, wie man den Zoo zukünftig vor Hochwasser schützen kann. Die Renaturierung des Bereichs wird voraussichtlich 720 000 Euro kosten. Vorausgesetzt, die privaten Eigentümer des Zoos sind bereit, mitzuwirken.

Das Hochwasser im Juni 2018 hat die Radwegebrücke zwischen Pronsfeld und Lünebach zerstört. Diese wird jetzt erneuert. Foto: Winfried Richards

Zur Finanzierung der Maßnahme hat das Land aus der Aktion Blau Fördermittel von bis zu 90 Prozent in Aussicht gestellt. Da ein Großteil des Geländes im Bereich der VG Prüm und ein geringer Teil im Bereich der VG Arzfeld liegt, werden die restlichen Kosten entsprechend aufgeteilt.

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