Rat ebnet Weg für Naturbad

Rat ebnet Weg für Naturbad

SCHÖNECKEN. Die Verfasser der so genannten Machbarkeitsstudie sehen in der Anlage eines Natur- und Erlebnisbades in Schönecken keine unüberwindbaren Hürden. Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Prüm erklärte sich am Dienstagabend bereit, das Projekt zu unterstützen.

Bei nur einer Enthaltung hat der Prümer VG-Rat die grundsätzliche Bereitschaft bekundet, das Schwimmbad in Schönecken als Naturerlebnisbad in einer Größenordnung von rund 500 000 Euro auszubauen. In Gesprächen mit der Ortsgemeinde soll nun ein Konzept entwickelt werden, das auch die Übernahme des ehemaligen Hallenbadgebäudes einbezieht. Da sich die VG als Träger nur noch bis zu einem gewissen Rahmen an den Betriebskosten beteiligen kann, muss indes auch noch geklärt werden, inwieweit sich die Schönecker selbst einbringen können. Schwierige Entscheidung

"Es bleibt eine schwierige Entscheidung", sagte VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen, räumte aber ein, dass mit der Verwirklichung eines Naturbads auf lange Sicht eine deutliche Kostenreduzierung eintreten werde. Gleichzeitig appellierte der Verwaltungschef an die Gemeinde Schönecken, sich am Projekt zu beteiligen und "bürgerschaftliches Engagement" einzubringen. Söhngen: "Ich bin zuversichtlich, dass wir eine vernünftige Lösung finden." CDU-Fraktionschefin Mathilde Weinandy hob hervor, dass auch künftig in Schönecken investiert werden solle, "um die Ortsgemeinde und das Umland zu unterstützen". Erdal Dogan (SPD) sagte, man sei stolz auf das Ergebnis der Studie und betonte, dass nach seinen Recherchen auch Naturbäder zuschussfähig seien. Das Projekt könne zudem eine Ausstrahlung auf die ganze Region haben. Dogan: "Schönecken wird sich sicher einbringen." Zustimmung signalisierte auch die FWG. Laut Klaus Enders sei der Rat auf dem richtigen Weg. Hocherfreut zeigte sich Maria Weber (UWG). "Ich bin froh, dass die Weichen heute so gestellt werden können". Kritik gab es am Dienstag lediglich von Bernd Weinbrenner (SPD), der einräumte, eine "Minderheitenmeinung" zu vertreten. Angesichts der Verschuldung der VG sei dieses Projekt nicht angemessen. Zudem besitze die VG ein schönes Bad in Prüm, dass auch von den Schöneckern problemlos benutzt werden könne. Weinbrenner: "Ich wünsche mir zu Weihnachten auch einen Hubschrauber; aber ich kann ihn mir nicht leisten." Das Büro für Landschaftsplanung Birkigt und Quentin aus Adelebsen hat eine Studie mit drei Varianten vorgelegt. Je nach Größe der nutzbaren Wasserfläche variieren die Kosten zwischen 493 000 und 812 000 Euro. Die Gemeinde Schönecken gewinne mit der Anlage, die neben einer Schwimmerbahn unter anderem einen Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich, einen Strand und Sprungfelsen beinhalten würde, eine naturnahe Anlage, die zu allen Jahreszeiten nutzbar sei. "Für Sportler wie auch für Erholungssuchende wird eine attraktive Wasser-Erlebnis-Anlage geschaffen, die vom Spielwert und der Naturnähe vergleichbare Bäder überragt und gerade in Verbindung mit dem Jugendlager und möglicherweise mit einem Ferienhausgebiet oder Campingplatz einen besonderen Magneten darstellen wird", resümieren die anwesenden Planer. Nach Expertenmeinung ist ein Naturbad auch durch einen Verein in Kombination mit dem Modell einer zeitweiligen Badeaufsicht mit automatisiertem Kassenbetrieb denkbar. Nach Gesprächen mit der Ortsgemeinde wird der Prümer VG-Rat das Thema nach den Ferien erneut auf die Tagesordnung nehmen.

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