Raubüberfall auf der Autobahn aufgeklärt: Tatverdächtiger soll an Belgien ausgeliefert werden
Trier/Prüm/Konz · Die reichlich verworrene Geschichte um einen Überfall auf der A60 an der deutsch-belgischen Grenze und einer anschließenden Flucht bis nach Konz (Kreis Trier-Saarburg) ist nach Angaben der Polizei offenbar aufgeklärt. Die Tatverdächtigen sind ermittelt, die Gründe für deren Handlung aber immer noch unklar.
Einer ist wieder auf freiem Fuß, der andere sitzt in Untersuchungshaft und soll ausgeliefert werden: Zwei Männer sollen am frühen Montagmorgen einen LKW an der Grenze gestohlen haben , etliche Stunden später klickten in Konz die Handschellen. Nun hat die Polizei mitgeteilt, dass der verworrene Fall offenbar aufgeklärt ist.
So soll sich die Tat demnach abgespielt haben:
Die beiden 27 und 22 Jahre alten allein beteiligten Männer treffen sich am Sonntagabend, 23. Februar, in einer Trierer Gaststätte. Der 27-Jährige aus aufgrund eines Übermittlungsfehler hatte die Polizei am Montag noch von einem 36-jährigen Mann gesprochen) und der in Konz lebende 22-Jährige kennen sich. Offenbar unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen fahren sie mit dem Auto des 27-Jährigen in Richtung belgische Grenze.
Auf der A 60 haben sie mit dem PKW Skoda einen Unfall. Gegen 3.40 Uhr hält ein Sattelzug mit polnischem Kennzeichen an der Unfallstelle an, um zu helfen. Der 22-Jährige greift nach Angaben der Polizei sofort den LKW-Fahrer mit einer mitgeführten Axt an und verletzt ihn dabei. Schließlich raubt er den Sattelzug, hängt den Auflieger ab und fährt mit der Zugmaschine in Richtung Belgien.
Der 27-Jährige fährt mit seinem stark beschädigten Skoda noch einige Kilometer weiter. Das Auto wird gegen 4.40 Uhr in der Nähe des ehemaligen Grenzübergangs Steinebrück aufgefunden. Im Rahmen der Fahndung nehmen Beamte den flüchtigen Fahrer, der nun zu Fuß unterwegs ist, etwa zwei Stunden später wenige Kilometer entfernt fest. Dieser Tatverdächtige wurde nach seiner Vernehmung entlassen. Gegen ihn ermitteln die Beamten wegen Verkehrsunfallflucht und Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Seine Beteiligung an den Raubstraftaten in Belgien bedarf weiterer Ermittlungen.
Derweil verursacht der 22-Jährige mit dem geraubten LKW einen Verkehrsunfall auf der A 60 bei St. Vith. Belgische Polizisten finden den LKW kurz nach 4.30 Uhr dort vor. Etwa zur gleichen Zeit hält der Flüchtige einen Servicewagen einer belgischen Abschleppfirma auf der A 60 an, zerrt den Fahrer aus dem Auto und flüchtet mit dessen Citroen Jumper. Dieses Fahrzeug wird gegen 6 Uhr von Zeugen in Spangdahlem gesehen.
Der 22-Jährige fährt mit dem Fahrzeug offenbar mehrere Stunden umher und schließlich nach Konz, wo er kurz vor 12 Uhr festgenommen wird.
Warum das Duo so handelte, ist der Polizei nach wie vor unklar. Alkohol und Drogen dürften aber nach Aussage der Behörden eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Da der 22-Jährige keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und die ihm vorgeworfenen Taten in Belgien verübt wurden, haben die belgischen Behörden einen nationalen sowie einen europäischen Haftbefehl erlassen und um Auslieferung ersucht. Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wurde der Tatverdächtige am Dienstag dem Amtsgericht Trier vorgeführt, das eine so genannte Festhalteanordnung erließ. Der 22-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Generalstaatsanwaltschaft betreibt nun ein Auslieferungsverfahren.