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Rauchmelder gegen die Angst

Rauchmelder gegen die Angst

Die Brandserie im Ruwertal beschäftigt weiter die Menschen, die dort leben. Während sich einige mit Rauchmeldern gegen den Feuerteufel wappnen, machen andere regelmäßig Kontrollgänge ums Haus.

Trier-Ruwer/Mertesdorf. Ein leichter Rauchgeruch hängt am Freitagmorgen noch in der Luft - auch wenn die jüngste Tat der Brandserie (siehe Extra) bereits mehrere Tage zurückliegt. Von der Lagerhalle und dem Gebäude im Fischweg in Trier-Ruwer, die am späten Sonntagnachmittag lichterloh in Flammen standen, sind nur noch Schutt und Mauerreste zu sehen.
Karl-Sebastian von der Lahr ist noch immer schockiert über den Anblick. Er wohnt in einem Haus direkt gegenüber. "Unsere Fensterrahmen haben sich durch die enorme Hitze verzogen und an meinem Auto ist ein großer Schaden entstanden", sagt er. In den Wohnräumen rieche es immer noch stark nach Rauch. Aber das sei nicht seine größte Sorge: "Wir haben Angst, dass hier Asbest und Schadstoffe freigesetzt werden. Der Staub von drüben ist ja überall."
Auf den Straßen und in den Geschäften ist die Brandserie auch noch am Freitag das Gesprächsthema Nummer eins. Irmgard Niesen war am Tag des Brandes auswärts unterwegs und traute ihren Augen nicht recht, als sie die angerückte Armada von Einsatzfahrzeugen sah. Seitdem geht sie jeden Abend einmal um ihr Haus und schaut nach dem Rechten. "Man kann ja immer selbst betroffen sein." Um gerüstet zu sein, hat sie sich in den vergangenen Tagen Rauchmelder zugelegt. "Damit bin ich aber nicht die Einzige. Das habe ich schon von vielen Bekannten gehört."
Die Polizei ist in Ruwer verstärkt präsent. Beamte der Ermittlungsgruppe Ruwertal gehen von Haus zu Haus und suchen das Gespräch mit den Anwohnern. Details zu Brandherden und Brandbeschleunigern gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Dieses sogenannte Täterwissen kann später bei der Überführung des Brandstifters eine Rolle spielen.
Ortswechsel: In einem Mertesdorfer Friseursalon unterhalten sich Claudia Hammes und Kundin Claudia Equart über das Geschehen im Nachbarort Ruwer. "Ich höre von vielen, dass sie achtsamer sind und Angst haben", sagt Hammes. Schließlich sei Ruwer von Mertesdorf nur einen Katzensprung entfernt. "Ich achte noch mehr darauf, abends die Garage richtig abzuschließen", sagt Equart.
Auch in Ruwer ergreifen viele Menschen Vorsichtsmaßnahmen. Willi Körber aus Ruwer hat die Papiertonne zur Seite gerückt, um den Feuerteufel nicht zu einer neuen Tat zu ermutigen. Er macht sich Sorgen, dass es schon bald den nächsten Brand geben könnte. "Aber meinen Schlaf lasse ich mir dadurch nicht rauben", sagt er.
Allgemeinmediziner Helmut Pies war vom ersten Brand am 16. Mai betroffen. Die Eingangstür seiner Praxis im Paulinsgarten weist Brandspuren auf. "Wir haben Glück gehabt. Das Feuer ist nicht ins Innere gelangt", sagt Pies. Aus Gesprächen mit Patienten weiß er, dass das Thema die Menschen in Ruwer bewegt. "Besonders viele ältere Menschen machen sich Sorgen. Teilweise lassen sie nachts das Licht an."
Die Sorge der Menschen im Ruwertal teilt Bernhard Busch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Die Feuerwehren von Ruwer und Mertesdorf seien für den Ernstfall aber gut aufgestellt. "Wir haben auch noch einmal überprüft, dass die Wasserversorgung zu jeder Zeit gewährleistet ist."