Rechnen und riechen

RITTERSDORF. (uhe) Bambus und Birne für Geist und Magen: In einer Gemeinschaftsaktion haben Schüler, Eltern und Lehrer im Innenhof der Rittersdorfer Grundschule einen Fantasiegarten angelegt.

Es ist Dienstag, dritte Stunde, Rechnen. Die Lehrerin steht vor einer Klasse mit wissbegierigen Schülern und stellt die Frage: "Wenn Felix fünf Äpfel hat und drei davon auf isst, was hat er dann?" Die Schüler rechnen, zählen ihre Finger, und nach wenigen Sekunden schießen die Hände nach oben und mit ihnen die Antwort: "Zwei", sagt Lisa, "und Hunger", sagt Johannes. Stimmt beides, und dass Rechnen mit nicht vorhandenem Frischobst in Zukunft weniger abstrakt wird, dafür sorgen Obstbäume und -Sträucher, die seit wenigen Tagen im Innenhof der Rittersdorfer Schule stehen. Eltern und Schüler haben dort, wo es früher nur Blumen und einen langweiligen Rasen gab, einen Fantasiegarten angelegt. Fantasiegarten deshalb, weil die Anlage "die Sinne berühren" soll, sagt Ralf Mayeres aus Wiersdorf, der unter anderem den Garten geplant und die Pflanzen für die Begrünung zusammen gestellt hat. "Ingrid Marie", "Hinnomäki", "Köstliche von Charneu" oder "Crimson & Gold" sind nur einige der Namen von insgesamt 22 verschiedenen Pflanzensorten, unter denen nicht nur Obst, sondern auch Flieder, Bambus, Jasmin, Rosen und zahlreichen Stauden vertreten sind. Die Schüler könnten hier bald "sehen, fühlen, schmecken und riechen", was sich alles im Garten tut, sagt Landschaftsgärtner Mayeres: "Denn in jeder Jahreszeit sieht der Garten anders aus."Warten auf natürliche Rechenhilfe

Da vieles, was duftet, leider auch kostet, wurde im Vorfeld der Aktion die Pflanzenliste mit Angabe der Preise an die Eltern geschickt, die dann mit Unterstützung von Firmen aus Rittersdorf und Wißmannsdorf alles beisteuerten, was für die Umgestaltung des Innenhofs notwendig war. An zwei Samstagen wurde gefräst, gepflastert, gepflanzt und gemulcht. Im Rahmen der Projekttage (der TV berichtete) vor den Osterferien kamen die letzten Gewächse durch Schülerhände in die Erde. Jetzt warten sie mit ihren Lehrern darauf, dass alles wächst. Bis die ersten Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Beeren verzehrt werden können, wird es noch ein wenig dauern. Die Schüler, die jetzt in Rittersdorf im Rechenunterricht fleißig Obst zählen, müssen dies leider noch im Geiste tun - wie auch irgendwann das Wurzelziehen.