Rechtsfreie Freizeit

FERSCHWEILER. (red) Die Verbandsgemeinde Irrel bietet am Mittwoch, 21. Dezember, um 19.30 einen Informationsabend zum Thema "Was macht mein Kind in der Freizeit?" Die Veranstaltung möchte Eltern und Erziehern dabei unterstützen, ihre Kinder vor rechtsradikalem Gedankengut schützen.

Eine nähere Betrachtung der Jugendszenen zeigt, dass rechte Orientierung und Rechtsextremismus mittlerweile sehr differenziert in den unterschiedlichsten Jugendkulturen "andocken" und dort jeweils Nischen finden konnten. Dies ist ein Erfolg rechtsextremer Strategen, zuerst jugendliche Kulturlandschaften zu besetzen, um anschließend politische Botschaften nachzuschieben. Gewandelt haben sich die Formen rechter Einflussnahme und Agitation. Sie sind subtiler geworden und breiter gestreut. Das rechte Angebot an die Jugendlichen ist umfassend, vielfältig, modern, leicht zugänglich und an den Interessen und Vorlieben junger Menschen und deren Lebensweise orientiert. Es existiert mittlerweile ein reicher Vorrat an rechten Zeichen, Symbolen, Codes, Kleidung, an rechter Musik oder rechten Internetseiten. Eltern, Jugendarbeitern oder Lehrern fällt es schwer, all dies zu erkennen und gegebenenfalls zu intervenieren. Das Klischee von Jugendlichen mit kurz geschorenen Haaren, Springerstiefeln und Bomberjacken treffen in der Realität immer weniger zu. Neben den einfach zu erkennenden, häufig rechtsextremen Skinheads gibt es vielfache Übergänge und Graubereiche. Der Diskussionsabend soll Abhilfe schaffen. Fachkundige Vertreter der Elterninitiative gegen Rechts-Hilfen für Eltern von rechtsextremistisch orientierten Jugendlichen, welche als Maßnahme des Landes Rheinland-Pfalz beim Landesjugendamt angesiedelt ist, werden als Referenten oder Ansprechpartner anwesend sein. Zur Informationsveranstaltung lädt der Jugendausschuss der Verbandsgemeinde Irrel ins Dorfgemeinschaftshaus Ferschweiler ein.

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