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Reden, lachen, Kaffee trinken

Reden, lachen, Kaffee trinken

Beim Begegnungstreff für Frauen können sich Einheimische und Flüchtlinge in entspannter Atmosphäre kennenlernen.

Bitburg Früher hätte man es vielleicht Kaffeeklatsch genannt. Viele Frauen, die gemeinsam um einen Tisch sitzen, plaudern, Kuchen essen und Kaffee trinken. Und auch im Mehrgenerationenhaus des DRK in Bitburg ist das Gespräch in vollem Gang, die Kaffeekanne wird weitergereicht und Süßspeisen, zubereitet nach arabischen Rezepten, machen die Runde.
Und doch ist es etwas anders. Denn die rund 25 Frauen, die hier sitzen, kommen aus verschiedenen Ländern, gehören zu verschiedenen Glaubensrichtungen und haben unterschiedliche Hautfarben. Es handelt sich bei dem Treffen um ein Angebot der Koordinierungsstelle des DRK-Flüchtlingsreferats. Sie möchte Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Kontakt bringen.
Und das scheint schon beim ersten der Treffen, die künftig immer an jedem zweiten Donnerstag, von 10 bis 11.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus geplant sind, gut zu gelingen.
Ramea Yousef ist vor einem Jahr aus Syrien gekommen. Sie ist im Gespräch mit Leonita Kurtay, die in Deutschland geboren ist, aber Wurzeln im Kosovo hat. Yousef ist derzeit auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Die junge Frau hat in Syrien als Englischlehrerin gearbeitet und spricht auch schon sehr gut Deutsch. Eine Arbeit im Büro wünscht sich die Mutter zweier Kinder, aber auch sonst wäre vieles recht. Den weiterführenden Integrationskurs, der nur in Trier angeboten wird, möchte sie auch absolvieren, um ihre Chancen zu verbessern.
Leonita Kurtay hat gerade Abitur gemacht. Sie hat sich schon in der Flüchtlingshilfe engagiert, bevor es in die heiße Phase ihrer Prüfungen ging. Jetzt hat sie wieder mehr Freiraum und würde sich gerne wieder ehrenamtlich engagieren. Auch Regina Macullo hilft gerne. Sie hat in der Kleiderkammer geholfen. "Ich bin sehr offen und versuche mich immer in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen", sagt sie. Sie unterhält sich intensiv mit Neelam Asghar, die vor 20 Monaten aus Afghanistan gekommen ist und bisher noch nicht viel Anschluss gefunden hat.
"Solche Kontakte sind es, die mit diesem Treffen gefördert werden sollen", sagt Susanne Schöpges vom DRK. Es solle ein niedrigschwelliges Angebot sein. Es gebe zwar auch schon das Café Miteinander, aber das werde überwiegend von Männern besucht. "Wir möchten auch Ängste nehmen", sagt sie und meint damit Unsicherheit auf Seiten von Deutschen und Migranten. Geplant sind bei künftigen Treffen auch Musik und gemeinsames Singen sowie ein Kunstkurs. Oder auch Gespräche zu bestimmten Themen wie der Arbeit von Donum Vitae.
Der Begegnungstreff für Frauen wird angeboten in Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Bitburg und der VG Bitburger Land, Monika Fink, der Gleichstellungsbeauftragten des Eifelkreises, Marita Singh, und der Familienberatungsstelle Donum Vitae. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Land.