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Rein ins Amt, ran an die Arbeit

Rein ins Amt, ran an die Arbeit

Neue Mannschaftsaufstellung, alter Schwung: Der Stadtrat Prüm hat seine konstituierende Sitzung hinter sich. Nach Wahl der Beigeordneten und Ausschüsse fielen auch gleich die ersten Entscheidungen. Und am Ende stellte sich ein Ratsherr selbst vom Platz.

Prüm. Mensch, Markus: Wenn der Stadtrat Prüm eine Kasse hätte, in die man für kernige Machosprüche einzahlen müsste, der Abend wäre für Markus Fischbach (SPD) teuer geworden: Gerade haben ihn die Fraktionen zum dritten Beigeordneten gemacht, da haut er einen raus. Denn kurz vorher sind zwei Frauen zu Beigeordneten gewählt worden - und bilden mit Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy ein munteres Damentrio: Gaby Bretz (CDU) und Christine Kausen (FWG/Liste Kleis). Fischbach mit Blick auf all die Weiblichkeit: Er hoffe, dass da "nicht nur Backrezepte ausgetauscht werden" und sei gern bereit, in der künftigen Arbeit "den männlichen Part zu übernehmen". Aufheulen in der ganzen Runde - und die Ansage der neuen ersten Beigeordneten Gaby Bretz für den Fall, dass tatsächlich einmal Plätzchen gebacken werden sollten: "Der kriegt keine."
Ansonsten kriegt an diesem Abend so ziemlich jeder, was er sich gewünscht hat: Aloysius Söhngen (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, freut sich über die Wiederwahl seiner Parteikollegin zur Stadtchefin, die er ins Amt einführt. Man habe in den vergangenen zehn Jahren die Stadt vorangebracht, das alles sei keine Selbstverständlichkeit, "da müssen Sie sich nur mal in der Welt umschauen". Den neuen Stadtratsmitgliedern gratuliert er ebenfalls - vor allem zu ihrem ehrenamtlichen Engagement. Mit Blick auf das später noch anstehende WM-Halbfinale greift er zur passenden Metapher: Wie immer wisse jeder Zuschauer, wie man es auf dem Rasen besser machen könne - in der Kommunalpolitik sei es genauso, da müsse man ebenfalls Kritik aushalten: "Sie sind die, die Verantwortung übernehmen. Auf dem Platz. Und das ist der Stadtrat."
Dem steht zum dritten Mal Mathilde Weinandy vor - die keinerlei Zeichen von lässiger Routine zeigt. Ganz im Gegenteil: Es sei immer noch aufregend, sie freue sich auf die Arbeit, es gebe genug zu tun - siehe, unter anderem, den Hahnplatz. Sie dankt den Bürgern für die Wiederwahl und kommt kurz ins ergriffene Stocken, als sie erwähnt, wie sehr sie diese Anerkennung freue.
Und sie betont das Gemeischaftliche: "Wir sitzen alle in einem Boot. Wichtig ist, dass wir in eine Richtung rudern. Und dass niemand aus dem Boot fällt."
Stadtchefin von Prüm zu sein, das sei "eine wunderschöne Aufgabe". Jeden Morgen gehe sie gern ins Büro. "Und ich will mir gar nicht vorstellen, dass das einmal zu Ende ist."
Flott sind die Ausschüsse besetzt, alles geht in einem Rutsch. Für Gaby Bretz, die ihr Mandat niederlegt, rückt Peter Wind in die CDU-Fraktion auf.
Dann wird die Aufstellung des Bebauungsplans für das Gebiet "Tafel III" beschlossen: Dort sollen unterhalb des Krankenhauses 20 Baustellen erschlossen werden. Die Firma Backes übernimmt die Erschließung und Vermarktung.
Im Anschluss stellt Hubert Thomas vom Ingenieurbüro Scheuch den Entwurf für den neuen Bushof vor - die Haltestelle soll im Zuge der Hahnplatzerneuerung vom Klosterhof vor dem Regino-Gymnasium in den Gerberweg hinter dem großen Schulhof verlegt werden (der TV berichtete).
Da sind bekanntlich nicht alle dafür: CDU-Fraktionsmitglied Dieter Nahrings äußert noch einmal seine Bedenken. Er hält das Vorhaben für nicht durchdacht, man müsse die Bürger dazu befragen. Als Anlieger im Gerberweg, sagt Mathilde Weinandy nach Prüfung der Gesetzeslage, dürfe er allerdings nicht mit abstimmen - Nahrings steht auf und verlässt den Saal. Oder, um im Bild zu bleiben: das Boot. Danach geht der Planentwurf bei zwei Enthaltungen glatt durch.Meinung

Stadtrat mit Rückenwind
Fliegender Start für den neuen Prümer Stadtrat: Man ist mitten in der Vorbereitung für den Umbau des Hahnplatzes, Prüms größtes Projekt seit Jahrzehnten wird getragen von großer Einigkeit im Rat. Trotzdem wird es knifflig werden, sobald es an die Umsetzung geht. Da ist es gut, dass die Stadtverantwortlichen an einem Strang ziehen. Es wird nicht immer so sein, ein bisschen Zoff gab es ja auch schon in der ersten Sitzung. Aber irgendwie zoffen sie sich in Prüm dann doch meistens netter als anderswo. Gute Voraussetzungen für das, was an Aufgaben ansteht. fp.linden@volksfreund.de