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Restaurant in Prüm nach positivem Covid-19-Test eines Mitarbeiters geschlossen

Kontakte werden nachverfolgt : Große Sorge in der Eifel: Zehn Corona-Neuinfektionen in Prüm (Update)

Krise im Eifelkreis: Ein Mitarbeiter in einem Prümer Restaurant ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, das Restaurant geschlossen. Und das Virus breitet sich aus: Mittlerweile ist die Rede von insgesamt zehn neu infizierten Personen.

Der Drehspieß steht still seit dem Wochenende: Ein Mitarbeiter eines Pizza- und Kebaprestaurants in der Prümer Tiergartenstraße ist mit dem Coronavirus infiziert. Das Restaurant ist geschlossen. Gravierender aber: Inzwischen ist bereits eine große Zahl weiterer Personen infiziert.

„Am Wochenende hat sich die Corona-Lage in unserem Kreis völlig verändert“, sagt Landrat Joachim Streit zu Beginn der Kreistagssitzung am Montag. Nach dem Infektionsfall im Prümer Imbiss habe das Virus in der Stadt „gestreut“. Bislang seien dem Gesundheitsamt zehn Neuinfektionen bekanntgeworden, an einem Tag also mehr als in den gesamten vergangenen Wochen zusammen. Ob alle Fälle aufgedeckt wurden: unklar.

Klar aber sei: „Diese Pandemie ist noch nicht vorbei. Das sehen wir jetzt an Prüm“, sagt Streit.

Das Gesundheitsamt des Eifelkreises versucht derzeit, alle Kontakte nachzuverfolgen. Die Behörden wollen alle Gäste auf eine Infektion testen lassen, die in den vergangenen Tagen im Gasthaus Essen verzehrt haben. Wer nur zum Abholen dort gewesen sei, werde nicht getestet.

Auf eine Infektion untersuchen lassen müssen sich alle Gäste, die den Imbiss zwischen Samstag, 6. Juni, und Samstag, 20. Juni aufgesucht haben. „Hierzu wird kurzfristig die Möglichkeit von Sondertestungen in Prüm geprüft (Angaben zu Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben)“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung von Montagnachmittag.

Unabhängig davon bestehe „grundsätzlich die Möglichkeit, die stationäre Sichtungsstelle in Bitburg, Wankelstraße/Gewerbegebiet Auf Merlick, mittwochs und samstags von 8 bis 16 Uhr zu besuchen“.

Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, hofft nun, „dass wir die Kontakte schnell nachverfolgen können. Das wäre ausgesprochen wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“

Für die bisher fünf Covid-19-Toten rund um Bitburg und Prüm hat der Kreistag zudem eine Gedenkminute abgehalten.

Torsten Meier vom Katastrophenschutz Bitburg-Prüm lobt in der Sitzung dennoch das aus seiner Sicht hervorragende Krisenmanagement im Eifelkreis: „Bis zum gestrigen Tag haben wir sehr gut dagestanden.“ Man habe deutlich mehr getestet als manche Nachbarkommune und daher auch einige Fälle mehr aufgedeckt. Das sei wichtig gewesen, um Menschenleben zu retten.

Als Beispiel führt er die Reihentests in allen Seniorenheimen des Kreises an: „Dabei haben wir sieben Infektionen in sieben unterschiedlichen Einrichtungen gefunden.“ Nicht auszudenken, sagt Meier, was dort wohl in 14 Tagen passiert wäre, hätte man diese Menschen nicht entdeckt und isoliert.

Einen Dank sprachen der Landrat und die Fraktionen auch den ehrenamtlichen Katastrophenschützern für deren Leistung aus. Allein die 128 Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes haben nach Berechnungen von Meier in pandemischen Zeiten bisher 9568 Einsatzstunden geleistet, dabei 4908 Personen auf das Virus getestet und 678 Menschen beraten.