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Rettung des Schulzentrums hat in Speicher Vorrang

Speicher. Das Schulzentrum muss überleben: So sehen es zumindest alle Fraktionssprecher des Speicherer Verbandsgemeinderats. Obwohl die Schule die erforderlichen 51 Anmeldungen nicht bekommen hat, will die Verbandsgemeinde weiter für deren Erhalt kämpfen. Der TV hat die Fraktionen gefragt, was sie darüber hinaus im Jahr 2013 anpacken wollen. Felix Klormann

Speicher. Der Erhalt des Speicherer Schulzentrums (der TV berichtete) oder die anstehende Verwaltungsreform - was sich CDU, SPD, UBL und FDP in diesem Jahr zum Ziel gesetzt haben, hat der TV die vier Sprecher der Fraktionen des Verbandsgemeinderates Speicher gefragt.

Wolfgang Faber, CDU (11 Sitze): Für die CDU-Fraktion ist die anstehende Verwaltungsreform wichtig. "Wir hoffen, dass die Verbandsgemeinde Speicher bei der Kreisreform einige Gemeinden rundherum dazubekommt und dadurch erhalten bleiben kann", sagt der Fraktionssprecher der CDU. Zudem sei die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Verbandsgemeinde von Bedeutung. Als Beispiel nennt er die Entscheidung über den Einsatz von Windrädern auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde. Auch die Schulsituation in Speicher spielt in der CDU-Fraktion eine große Rolle. "Wir sind weiterhin darum bemüht, dass die Schule erhalten bleibt", so Faber.

Oswald Krumeich, SPD (7 Sitze): Priorität habe das Schulzentrum Speicher, "so schnell werfen wir die Flinte nicht ins Korn", sagt der Fraktionssprecher der SPD (siehe Extra). "Für die Verbandsgemeinde ist das Schulzentrum von großem Wert, nicht nur aufgrund des Unterrichts für die Schüler, sondern auch, da viele Vereine auf den Standort angewiesen sind."
Ein großer Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens hänge an dem Erhalt der Schule. Ferner möchte die Partei die Vereine besser unterstützen. Da es schwierig sei, die Jugend für Vereinsmitgliedschaft oder -tätigkeit zu gewinnen, versuche man, durch eine attraktive Gestaltung der Vereine das Interesse daran wieder zu wecken. Der Ausbau des Gesundheitssystems steht ebenfalls auf der Agenda. Zwar verfüge die Verbandsgemeinde Speicher über ein Altenheim und unterschiedliche Ärzte, dennoch seien bisher noch nicht alle medizinischen Bereiche abgedeckt.

Klaus Rodens, UBL (4 Sitze): Wie CDU und SPD legt auch die UBL großen Wert auf den Erhalt des Schulzentrums. "Ein Zentrum wie Speicher muss mit einer weiterführenden Schule ausgestattet sein", sagt Rodens. Des Weiteren beschäftigt die UBL die Kommunalreform. Zwar werde die endgültige Entscheidung nicht in diesem Jahr gefällt, aber man dürfe das Thema keinesfalls aus den Augen verlieren. Die Kommunalreform betreffe schließlich viele Menschen über die Kreisgrenzen hinaus. Außerdem müsse sich die finanzielle Situation für die Gemeinden verbessern, da diese unmittelbar auf die vom Land ausgezahlten Gelder angewiesen seien. "Wenn die Verbandsgemeindeumlagen gesenkt werden, wirkt sich das auch positiv auf die Gemeinden aus", sagt Rodens.

Peter Reichert, FDP (2 Sitze): In den Reihen der FDP liegen die Schwerpunkte ähnlich wie bei den anderen Fraktionen. Reichert sagt, dass besonders die Kommunal- und Verwaltungsreform eine große Rolle spiele. "Ziel ist es, eine starke VG Speicher auch kreisübergreifend zu erhalten und zu integrieren." Auch der Erhalt des Schulstandortes Speicher ist für die FDP-Fraktion wichtig. Daher betont der Fraktionssprecher, dass "Speicher keinesfalls zum bildungspolitischen Niemandsland verkommen darf." Ein weiteres Anliegen ist der Ausbau der Breitbandverkabelung, "damit die Gewerbetreibenden wettbewerbsfähig bleiben und die privaten Haushalte nicht vom Medienangebot ausgeschlossen werden," so Reichert.Extra

Das Schulzentrum Speicher hätte 51 Anmeldungen für die fünften Klassen gebraucht, um Realschule plus werden zu können. Mit 28 Anmeldungen scheiterte dieser Versuch. Der letzte Hoffnungsfunke besteht nun in einem Ausnahmeantrag, den der Kreistag Bitburg-Prüm Anfang März bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier gestellt hat. Konkret geht es dabei um Paragraph 13, Absatz 4 des Schulgesetzes, der die Mindestgröße für Realschulen plus regelt und in dem die 51 Fünftklässler zur Errichtung einer Realschule plus festgeschrieben sind. "Bei Grund- und Förderschulen sind in besonderen Fällen, bei Realschulen plus aus Gründen der Siedlungsstruktur Ausnahmen von der Mindestgröße zulässig." Auf eben jene Ausnahme setzt der Kreistag. fkl