Rettung in letzter Minute

KOMMERN. Bis zu den Knöcheln stand Hannelore Volker im Morast des Bleibaches. Der Boden gab nach, und sie sank immer tiefer. Sie kam einfach nicht mehr voran, obwohl die Dame gerne weiter gegangen wäre, denn ihr Hund war im Feuerlöschteich in der Nähe des Minigolfplatzes im Kommerner Mühlenpark im Eis eingebrochen.

Der sechs Monate alte Labrador steckte fest. So sehr er sich auch abmühte, die Eisdecke konnte er nicht mehr erklettern. Sein Frauchen sprach ihm Mut zu. "Halte durch, ich habe die Feuerwehr angerufen", sagte sie immer wieder. Dabei musste sie mitansehen, wie der Hund immer schwächer wurde. Das Köpfchen geriet immer wieder unter die Eisfläche. "Hoffentlich bleibt er an der Bruchstelle und schwimmt nicht unter das Eis", hoffte die Hundehalterin.Vier Meter vom rettenden Ufer

Es dauerte fast 15 Minuten, bis die Männer der Feuerwehr Kommern an der Einsatzstelle eintrafen. Sie suchten zunächst am Kommerner See, weil die erste Meldung unklar war. Rund vier Meter steckte der Hund vom Ufer entfernt im Eis fest. "Wir haben aus Steckleitern eine Brücke gebaut", sagte Einsatzleiter Ralf Eichen. Dann wurde mit Jens-Uwe Grell der leichteste Feuerwehrmann ausgeguckt und angeseilt. Er kroch vorsichtig über die Leiter bis zu dem Loch, wo nur noch der Kopf des Hundes herausschaute. Lange hätte das Tier nicht mehr ausgehalten, dann wäre er entkräftet im eiskalten Wasser versunken. Zum Glück trug der Hund ein sehr breites Halsband, das Grell unter Wasser fassen konnte. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte der Labradorhund über die Leiter ans rettende Ufer gezogen werden. Der Hund war apathisch, hatte nur noch eine Körpertemperatur von 33 Grad. Die Wehrmänner brachten das gerettete Tier in die Tierarztpraxis von Dr. Stockem und Dr. Hülsmann nach Kommern. Dort wurde der Hund in wärmende Decken gehüllt und erhielt Infusionen. Behandelt wurde er von der Veterinärin Dr. Kirstin Sippel, die dafür sorgte, dass der Hund langsam wieder Temperatur aufbaute. Nach 20 Minuten war die Temperatur auf 35 Grad angestiegen. "Wir scheinen es geschafft zu haben", sagte die Tierärztin zuversichtlich.