Rheinland-Pfalz preist den Eifelkreis Bitburg-Prüm als Modell an

Projekte mit Modellcharakter : Rheinland-Pfalz preist den Eifelkreis Bitburg-Prüm als Modell an

Der Zukunfts-Check Dorf und das Kreisentwicklungskonzept des Eifelkreises gelten landesweit als Vorreiter. Mit einer Imagebroschüre will das Innenministerium nun andere Kommunen zum Nachahmen anregen.

Es wirkt schon fast wie ein Reflex, der sich nicht unterdrücken lässt: Wenn es bei Veranstaltungen um Dinge geht, die auch nur im Entferntesten etwas mit menschlicher Existenz im ländlichen Raum zu tun haben, dann landet Joachim Streit in seinem Grußwort, Rede- oder Diskussionsbeitrag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwann beim Zukunfts-Check Dorf (ZCD).

Erwähnt werden dann in der Regel die 170 Ortsgemeinden, die sich an diesem Projekt beteiligen und die rund 50 000 Menschen, die als Einwohner dieser Gemeinden die Möglichkeit haben, sich aktiv miteinzubringen. Von der größten Bewegung des Eifelkreises ist dann nicht selten die Rede. Und als Beispiele genannt werden dann die örtlichen Projekte, die sich im Rahmen des Zukunfts-Checks entwickelt haben. Wie zum Beispiel der offene Markttreff in Mötsch, der Besuchsdienst in Rittersdorf oder aber der Mittagstisch in Lasel.

Der im Eifelkreis zunächst als Modellvorhaben gestartete Zukunfts-Check Dorf ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte. Und das meint nicht nur der Landrat, sondern auch der Innenminister. Der Eifelkreis habe mit dem ZCD neue und zukunftsweisende Lösungsansätze entwickelt, lobte Roger Lewentz kürzlich bei einer Kommunaltagung in der Bitburger Stadthalle die Vorgehensweise des Eifelkreises.

Lewentz bezog sich dabei nicht nur auf den Zukunfts-Check, sondern auch auf das integrierte Kreisentwicklungskonzept. Erklärtes Ziel dieses Konzepts ist es, sich systematisch und kritisch mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auseinanderzusetzen. Und das auf allen Ebenen, von der Mobilität bis hin zur ärztlichen Versorgung.

Wie man sich das als Laie vorstellen kann, wurde nun in einer 20-seitigen Broschüre des Innenministeriums zusammengefasst.

Die Broschüre „Erfolgsmodell Eifelkreis“ dient dazu, andere Kommunen zum Nachahmen anzuregen. „Mit integrierten Entwicklungsprozessen haben Städte und Gemeinden, Regionen, Kreise und Verbandsgemeinden die Chance, sich zukunftsfähig aufzustellen“, so Lewentz.

Und dass diese Entwicklung keine graue Theorie sein müsse, zeigten der Zukunfts-Check und das Kreisentwicklungskonzept des Eifelkreises, die das Land mit 800 000 Euro gefördert habe. „Es ist kein vorgefertigtes Programm, das abzuarbeiten ist, sondern es gilt, eigene Lösungen zu gestalten, die passen“, erklärt der Minister.

Der Eifelkreis hat auf diesem Gebiet seit Beginn der ZCD-Testphase in 2012 viele Erfahrungen sammeln können. Und damit er diesen Erfahrungsschatz auch an andere Kreise weitergeben kann, stellt das Land dem Eifelkreis zusätzlich noch 120 000 Euro für die Einrichtung eines sogenannten „Transfer- und Kompetenzzentrums für Kreisentwicklung und Zukunfts-Check Dorf“ zur Verfügung. Dort sollen sich andere Landkreise, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen, informieren können. Zudem sollen dort auch entsprechende Schulungen angeboten werden.

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