Rheinland-Pfalz-Tag: Nicht jeder ist dabei

Rheinland-Pfalz-Tag: Nicht jeder ist dabei

Keine Vereine mit Getränke- und Essensständen: Die Verpflegung der Besucher beim Rheinland-Pfalz-Tag in Prüm (27. bis 29. Mai) dürfen nur Berufsgastronomen übernehmen. Die Organisatoren in Stadt, Kreis und Staatskanzlei haben etlichen Bewerbern deshalb Absagen geschrieben.

Prüm. Die Mitglieder des Motorradclubs "IG Eifelbiker" sind enttäuscht. Der Club, der seit Jahren Konzerte und andere Veranstaltungen ausrichtet und mit dem eingenommenen Geld kranke, behinderte oder in Not geratene Kinder und deren Familien unterstützt, darf beim Rheinland-Pfalz-Tag nicht dabei sein.

Der Club hatte geplant, im "Eifeldorf" auf dem Prümer-Sommer-Platz Getränke zu verkaufen, der Erlös sollte ebenfalls an bedürftige Kinder gehen. Vorige Woche aber erhielten die Motorradfahrer die Absage vom Prümer Organisationsbüro.

Dabei, so sagt der Vorsitzende Michael Schmitz aus Lissendorf, hätten sich nach anfangs positiven Signalen auch aus der Mainzer Staatskanzlei einige Clubmitglieder bereits für das Landesfest freie Tage genommen.

Allerdings sind die mildtätigen Motorradfahrer nicht der einzige Verein, der außen vor bleibt: "Wir hatten mehr als 60 Bewerber fürs Catering" (die Verpflegung, Anm. der Red.), sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. "Mit Kaffeeständen und Frittenbuden, mit Crêperie und Cocktails oder anderen Getränken." Alles Vereine, die gern dabei sein wollten - Chöre, Feuerwehren und andere Eifeler Vereinigungen, die mit den Einnahmen etwas für sich oder für andere tun wollten.

Aber am Ende habe man sich in Absprache mit der Staatskanzlei dagegen entschieden. Der Grund: Für die Verpflegung an den drei Tagen im Mai gelte das Gebot, Gastronomen aus dem ganzen Land nach Prüm zu holen und dabei eine möglichst breite Palette der Angebote zu ermöglichen.

Und hätte man nur einen einzigen Verein zugelassen, dafür aber andere abgelehnt, wäre der Ärger wahrscheinlich noch größer gewesen. Die Konsequenz: Nur Profis - 24 aus dem ganzen Bundesland - dürfen Essen und Getränke verkaufen. Auch aus Prüm und der Region seien zahlreiche Gastronomen nicht berücksichtigt worden, sagt Mathilde Weinandy.

"Es ist ja erfreulich, dass so viele mitmachen wollen", sagt die Prümer Bürgermeisterin. "Aber man muss auch aufpassen, dass es nicht zu viele werden." Nicht zuletzt auch für die Motorradfahrer und deren Anliegen tue es ihr leid: "Das ist eine ehrenwerte Sache, die die da machen. Das seh' ich auch so." Umso mehr sei es zu bedauern, dass die Biker und viele andere Eifeler Vereine nicht zum Zuge kämen, auch wenn man dabei den einen oder anderen verprelle. "Wir akzeptieren das", sagt Michael Schmitz von den "Eifelbikern", wenn er sich auch ein anderes Vorgehen von den Organisatoren gewünscht hätte: "Man hätte von vornherein klipp und klar sagen können: Da kommen nur Festgastronomen hin. Dann hätten wir uns den ganzen Aufwand sparen können."

Meinung

Die bessere Entscheidung

Die Entscheidung, keine regionalen Vereine für Essens- und Getränkestände zu nehmen, wird von manchen gewiss als ungerecht empfunden - und sie hätte von Anfang an klar sein müssen. Aber sie ist verständlich und richtig: Der Rheinland-Pfalz-Tag ist ein Landesfest. Gut also, dass man Gastronomen aus allen Landesteilen nimmt. Außerdem: Auf jeden Verein, der den Zuschlag erhalten hätte, wären mindestens zehn gekommen, die sich über die Ablehnung geärgert und gefragt hätten, warum denn bloß die anderen zum Zuge kommen. So grummeln jetzt zwar vielleicht alle, aber es gibt wenigstens kein böses Blut. fp.linden@volksfreund.de

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