Riesenandrang beim Mittelalter-Spektakel

Bernkastel-Kues · Gutes Wetter, glänzende Stimmung, zufriedene Organisatoren. Das vierte Mittelalter-Spektakel am Kueser Moselufer war ein großer Erfolg. Viele Besucher erschienen in Gewändern, die an das Mittelalter erinnerten.

Foto: Clemens Beckmann

Bernkastel-Kues. Es ist ein großer Augenblick für den fünfjährigen Tim Luca Frank. "Du hast alle Aufgaben erfüllt, ich schlage Dich zum Kinderritter", sagt Ritter Wolf von Eckbertstein (Wolf Seeliger) und senkt dreimal sein Schwert. "Huld, Huld", ruft er nach der Zeremonie. "Jubel, Jubel", antwortet das Volk. Es sind viele Jungen und Mädchen, die beim vierten Mittelalter-Spektakel in Bernkastel-Kues zum Ritter geschlagen oder zum Burgfräulein erhoben werden. Und es ist viel Volk, das hier, wie bei den anderen Angeboten, zuschaut oder mitmacht.
Schon am Samstag werden am Kueser Moselufer 3200 zahlende Besucher gezählt. Da sind die vielen Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Am Sonntagmittag gegen 15 Uhr zeichnet sich ab, dass insgesamt weit mehr als 10 000 Besucher gekommen sind. Und es warten noch viele Leute auf Einlass. "Der Aufwand hat sich gelohnt. Wir sind sehr zufrieden", sagt Florian Meurer, der die Veranstaltung im Auftrag der Stadt mit Mitgliedern der Mittelaltergruppe conductio princastell organisiert.
Fröhliche Besucher treffen auf fröhliche Händler, Handwerker, Gaukler und Musiker. "Dumdideldei, das Leben ist so schön", singt die Gruppe Duivelspack immer wieder. Die Besucher, viele von ihnen ebenfalls im Mittelaltergewand, singen mit und tanzen dazu. Das Gauklerduo Jomamakü begeistert am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit mit einer Feuershow immer noch mehrere Hundert Besucher. Musiker, Handwerker und Künstler loben die familiäre Atmosphäre. "Ein schönes Fest", sagt Büttnermeister Anton Hofmann, der aus der Nähe von Bamberg kommt und zeigt, wie ein Weinfass hergestellt wird.
Die Gruppe Tomburg Ritter aus der Nähe von Bonn hat mit 20 Personen ihr Lager aufgeschlagen und versucht möglichst authentisch zu leben. "Gestern hatten wir Lauchsuppe. Kartoffeln oder Nudeln gab es damals nicht", erzählt Wolfgang Meincke. Die Saarländer Dirk Schumacher und Thomas Lambert sind zum ersten Mal als Zuschauer dabei. "Sehr gutes Angebot, schönes Ambiente und zivile Preise", sagt Schumacher. Er kann vergleichen, denn er besucht pro Jahr bis zu 30 Märkte.
Petra und Peter Scholz aus Zerf (Kreis Trier-Saarburg) haben sogar im Wikingergewand geheiratet. "Das Mittelalter ist eine interessante Zeit. Die Kleidung ist ein Zeichen dafür", sagen sie. Dennis Buyna (Bernkastel-Kues) ist zum vierten Mal dabei und kommt als Magier daher. "Bisher war es immer super", sagt er.
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