Ritt auf der Rüttelplatte

Kostenpflichtiger Inhalt: Touristen beschweren sich über schlechten Zustand des Kyllradweges : Radeln auf der Rüttelplatte

Die VG Speicher baut den maroden Kyllradweg bei Auw aus. Die Arbeiten sollen im Oktober beginnen. Eine Baustelle wird aber auch nach der Sanierung bleiben.

Wer in Auw auf den Sattel steigt, braucht gute Nerven, gute Stoßdämpfer und eine gute Gesäßmuskulatur. Denn der Kyllradweg in Richtung des Zemmerer Ortsteils Daufenbach (VG Trier-Land) ist „fertig“, wie es Edmund Weimann ausdrückt: „Die Deckschicht ist so porös. Die Leute denken ja, die sitzen nicht auf dem Fahrrad, sondern auf der Rüttelplatte.“

Bei einem Spaziergang auf der Strecke hat der Bauamtsleiter der VG Speicher jüngst 684 Querrisse in der Fahrbahn gezählt.

Der Straßenbelag hat seine besten Zeiten also hinter sich. Die waren womöglich in den 1990er-Jahren. Seitdem ist wenig passiert. Richtig übel wurde es laut Weimann aber erst in den vergangenen eineinhalb Jahren: „Seitdem erreichen uns in der Verwaltung Beschwerden von Radfahrern und Touristen.“ Zu diesem Zeitpunkt steckte die VG längst in den Planungen für die Sanierung der 5,5 Kilometer-Strecke.

Mitte Oktober sollen die Bagger nun rollen. Etwa einen Monat wird die Erneuerung laut Verwaltung in Anspruch nehmen und der Weg daher gesperrt bleiben. Auch deswegen entschied man sich im Rathaus dazu, nicht schon im Sommer, also mitten in der Radlersaison, loszulegen. „Wir müssen es jetzt aber zeitig anpacken. Der Radweg ist schließlich auch ein Aushängeschild der VG“, sagt Weimann.

Saniert wird im sogenannten „Hocheinbau“. Das heißt: Es wird eine, in diesem Fall 10,5 Zentimeter dicke, neue Asphaltschicht über die vorhandene Fahrbahn gelegt. Dadurch wird der Radweg etwas höher liegen als zuvor.

Das Verfahren ist laut Weimann günstig. Die Gesamtkosten für die Erneuerung liegen nach aktueller Schätzung bei 627 000 Euro. Mit 452 800 Euro beteiligt sich das Land. Und auch die Gemeinde Zemmer, auf deren Gemarkung rund 188 Meter Wegstrecke liegen, steuert 21 000 Euro bei. Der Restbetrag von etwa 153 200 Euro entfällt auf die Verbandsgemeinde Speicher.

Aber auch nach diesen Arbeiten bleibt eine Baustelle auf dem Radweg: der sogenannte Kyller Tunnel. Der wird zwar im Rahmen der Sanierung von der VG mit neuen Lampen und einem neuen Estrichbelag ausgestattet.

Das größte Problem ist damit aber nicht gelöst: Die Trennwand, die in der Unterführung Radfahrer und Zuggleise voneinander trennt, entspricht nicht den Brandschutzauflagen des Eisenbahnbundesamtes. Das allerdings ist eine andere Geschichte, die Sie in einer kommenden TV-Ausgabe lesen werden.

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