Römische Geheimnisse unter der B 51

Römische Geheimnisse unter der B 51

Wie kam man in der Antike von Trier nach Bitburg? Die Archäologin Sybille Martini weiß die Antwort.

Bitburg Was liegt eigentlich unter der B 51? Erde? Richtig, und zwar jede Menge. Während diese Antwort Normalbürgern sicher völlig ausreicht, will es der Archäologe genauer wissen.
So wie Dr. Simone Martini, die auf Einladung des Geschichtlichen Arbeitskreises (GAK) Bitburger Land im Haus Beda über "Römerstraßen in der Eifel und im Hochwald" spricht. Sie hat sich intensiv mit den Römerwegen in der Region auseinandergesetzt und bestätigt: Unter der B 51 liegen bis zu sieben andere Straßen - mittelalterliche, fränkische und eben römische. Man finde, so zeigt Martini den rund 80 Besuchern im Haus Beda anhand von Anschnitten, die beim Ausbau der Straße 1957 gemacht wurden, zwei bis drei Römerstraßen übereinander unter der heutigen Römerstraße. "Von der Sohle der untersten Schicht bis zur Decke der B 51 sind das etwa 7,60 Meter", sagt Martini.
Schade nur, dass bei den Bauarbeiten 1957 alles so schnell gehen sollte, dass diese Entdeckungen schnell wieder verschüttet oder gar zerstört wurden. "Das ist eine sehr traurige Geschichte", sagt Martini, die bei ihren Forschungen auf solches Anschauungsmaterial angewiesen ist.
Aber: Sie bedient sich vieler Quellen. Dazu gehören alte Karten, alte Schriften, Entdeckungen bei Feldbegehungen sowie moderne Techniken wie Luftbildfotografie oder Laserscanning (auch LiDAR, Light Detection And Ranging genannt). Letzteres ist ein Verfahren der Fernerkundung, bei dem man die Distanz zwischen Punkten an der Erdoberfläche und dem Sensor ermitteln kann. Die aus den Höheninformationen erstellten Modelle bieten Hinweise auf heute oberflächlich nicht mehr erkennbare, tiefer liegende Mauerreste und Straßentrassen.
Doch diese Technik ist teuer und wird eher selten eingesetzt. Das hat Martini aber nicht daran gehindert, sehr viel Detailwissen über die Römerstraße zwischen Bitburg und Trier zusammenzutragen. Dieser Teil der Römerstraße zwischen Trier und Köln war wiederum ein Teilstück der Via Agrippa, eines römerzeitlichen Fernstraßennetzes, das von Lyon ausging.
Die Strecke von Trier nach Köln führte unter anderem über Bitburg und war rund 150 Kilometer lang. Und: Sie verlief bis Bitburg (vicus beda) in vielen Teilen auf der Trasse der B 51, an einigen Stellen auch daneben, und war 3,50 bis sieben Meter breit. Wie zum Beispiel bei Meilbrück, wo man bei Bauarbeiten 2008 Reste eines etwa 30 Meter langen Stückes Römerstraße freilegte. Am Helenenberg hingegen vermutet Martini aufgrund entsprechender Funde eine mutatio, eine einfache Raststätte mit Pferdewechselstation. "Solche mutationes gab es in Neun- bis 18-Kilometer-Abschnitten", sagt Martini.
Mansiones dagegen gab es etwa alle 40 Kilometer auf Fernwegen. Sie waren besser ausgestattete Rastplätze mit Gaststätte, Herberge, Stallungen, Handwerksbetrieben und mehr. Auch in Bitburg vermutet Martini eine mansio, da von hier weitere Römerwege in alle Himmelrichtungen abgingen. Welche, da ist sich die Forschung noch nicht einig. "Da gibt es noch viel zu tun", sagt Martini.
Dabei helfen unter anderem die Leute vom GAK Bitburger Land, die die Ausstellung "Römerwege in der Region Eifel-Mosel-Hunsrück" konzipiert haben. Sie ist bis 28. April in der städtischen Bibliothek der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung in Bitburg zu sehen.

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