Rolf Hartmann hat bekanntgegeben, nicht mehr für den Bürgermeisterporten in Blankenheim zu kandidieren.

Kommunen : Rolf Hartmann will in Blankenheim aufhören

Das war es dann beinah für Rolf Hartmann: der Bürgermeister der Gemeinde Blankenheim in der nordrhein-westfälischen Eifel, geboren 1964 in Neuerburg und aufgewachsen in Prüm, wird nach seiner laufenden dritten Amtszeit nicht mehr zur Wahl antreten.

Hartmann gab seine Entscheidung bereits jetzt bekannt, auch wenn er noch bis Oktober 2020 amtieren wird. „Ich bin der Meinung, dass viele Politiker den Fehler machen, zu lange an ihren Posten kleben zu bleiben“, sagt der 54-Jährige Diplom-Verwaltungswirt im Gespräch mit dem TV. Außerdem solle man aufhören, solange noch jemand sich wünsche, dass man bleibe. „Deshalb ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt.“

Dreimal haben ihn die Bürger der 8000-Einwohner-Gemeinde an die Spitze der Verwaltung gewählt. Und nicht immer machte man es Hartmann dabei einfach: CDU-Mann Hartmann und seine Partei entzweiten sich bald. Unter anderem war kritisiert worden, dass Hartmanns Familie nicht mit ihm aus der südlichen Eifel nach Blankenheim umgezogen war. Er verließ die Partei. 2009 trat dann der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Hermann Josef Wassong bei der Wahl gegen Hartmann an, zusammen mit zwei weiteren Bewerbern. Ergebnis: Die Bürger wählten Hartmann, inzwischen parteilos, mit rund 80 Prozent der abgegebenen Stimmen gleich wieder ins Amt, wie dann auch 2015, als er sich ebenfalls mit mehreren Gegenkandidaten konfrontiert sah.

Er sei keineswegs amtsmüde, sagt der 54-Jährige zu möglichen Spekulationen um seine Entscheidung. Seinen Abschied nehme er durchaus „mit viel Wehmut. Aber Politiker müssen schon gucken, dass sie den richtigen Zeitpunkt erwischen.“ Außerdem bleibe so auch genügend Zeit, um qualifizierte Bewerber für seine Nachfolge zu finden.

Ganz ohne Beschäftigung bleibt er ohnehin nicht. Hartmann ist im Nebenjob Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln. Was er darüber hinaus künftig machen werde, sei offen. „Ich habe da noch keinen Plan B.“ Fest steht nur: Nach Ende seiner Amtszeit will er mit der Familie nach Euskirchen ziehen.

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