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Rote Karte für Gründonnerstag

Rote Karte für Gründonnerstag

PRÜM. Elf zu acht bei zwei Enthaltungen: Mit relativ knapper (CDU-) Mehrheit hat der Prümer Stadtrat gegen künftige Konzerte in der Mehrzweckhalle an Gründonnerstag votiert.

Kalte Schulter für heiße Musik: Künftig wird es in der Prümer Mehrzweckhalle an Gründonnerstag keine Rockkonzerte mehr geben. Anlass: Die Diskussionen um die von "Bit-am-Eck"-Wirt Markus Pint ausgerichtete Musik-Party am Vorabend des Karfreitag (der TV berichtete). Pints Antrag auf weitere Konzerte an Gründonnerstag, schriftlich an Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy gerichtet, wurde zunächst von der Adressatin abgeschmettert: "Die Halle werde ich Ihnen an Gründonnerstag nicht vermieten." Thema erledigt? Nein: Die Sprecher von SPD, FWG und Prümer Bürgerbewegung (PBB), Markus Fischbach, Dirk Kleis und Norbert Baur, hoben das Thema auf die Tagesordnung. Also wurde am Dienstagabend offen diskutiert - und es zeigte sich, dass die Meinungen auch innerhalb der Fraktionen geteilt sind. Mit Ausnahme der Christdemokraten: Horst Follmann teilte im Namen seiner Parteifreunde mit, dass man geschlossen hinter dem "Nein" der Bürgermeisterin stehe."Verbieten ist der falsche Ansatz"

Anders die übrigen Fraktionen. Dirk Kleis: "Ich gestehe, dass wir nicht alle einer Meinung sind." Für ihn persönlich aber gelte: "Es ist nicht Aufgabe der Stadt, über private Veranstaltungen zu entscheiden." Außerdem müsse man froh sein, die Halle vermieten zu können. "Und wenn da 1300 Leute waren, dann ist das ein Zeichen, dass es Bedarf gibt. Verbieten ist der falsche Ansatz." "Wir sind in der Tat froh, wenn wir die Halle vermietet kriegen", sagte Markus Fischbach. "Und wir müssen gerade einem Prümer Unternehmer die Möglichkeit geben, sein Geld zu verdienen." Fischbach erinnerte an die Prümer Projektfete, die an Weihnachten ausgerichtet werde: Auch das sei ein christlicher Feiertag, und niemand störe sich daran. "Ich sehe nicht ein, dass wir als Stadtrat dafür verantwortlich sind, wo die Jugendlichen an Gründonnerstag ihre Freizeit verbringen", meinte PBB-Sprecher Norbert Baur. "Wir sind doch froh, wenn sie sich hier wohlfühlen." Auch Baur bekannte, nicht für seine ganze Fraktion sprechen zu können: "Auch wir sind unterschiedlicher Meinung." Dennoch: "Wir sollten Herrn Pint die Halle vermieten." Die Fürsprecher blieben letztlich in der Unterzahl: Mit elf Stimmen gegen acht, bei zwei Enthaltungen, wurde der Antrag abgeschmettert. Erheblich freundlicher: die Reaktionen auf den Jahresbericht von Frank Kettern, dem Chef im Haus der Jugend (der TV berichtete). Paula Sonnen (SPD) brachte es auf den gemeinsamen Punkt: Der Bericht sei "Ausdruck einer bestens organisierten Jugendarbeit". Die wird sogar künftig noch flotter laufen: Kettern dankte dem Lions Club und dem Amtsgericht für eine Spende auf vier Rädern - einen Minibus.