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Rote Korallen und Küsse im Mondschein

Eifeler Band veröffentlich neue CD mit Schlagern : Rote Korallen und Küsse im Mondschein

Die Eifeler Kultband „Los Panos“ plant ein Comeback im Oktober und bringt schon mal eine Doppel-CD mit 36 Schlagern heraus.

Wenn „Der Hexer“, „Der Frosch mit der Maske“ oder andere Filme von Edgar Wallace zu Ende waren oder die Schlussmelodie vom „Förster vom Silberwald“ erklungen war, dann hatten die Besucher des Kinos in Bettingen einen guten Grund, noch zu bleiben. Ging das Licht im Kinosaal aus, sorgten nämlich die Brüder Heinz und Günther Köhler in der Gastwirtschaft in den Jahren 1961 bis 1963 zwei Stunden für musikalische Unterhaltung – und das wohl erfolgreich. Schließlich wurde der Kinosaal umgebaut und das Tanzcafé Panorama eröffnet. Fortan sorgten Heinz und Günther als die „Pano Boys“ mit Schlagzeug, Akkordeon und elektronischer Orgel für Tanzmusik und Stimmung im Saal.

„Wir spielten nicht die Top-Hits der Schlager-Charts, sondern die B- Seiten. Zunächst traten wir nur ein mal im Monat auf und dann jedes Wochenende“, sagt Günther Köhler. „Das war sensationell damals, manche Fans kamen mit einem Bus von Köln über Euskirchen und Stadtkyll nach Bettingen, und die fuhren nachts dann wieder zurück“, erinnert sich der Musiker. Und Schlagerfreunde aus dem Prümer Raum, aus Wittlich und Trier – auch aus Luxemburg hörten sich die Musik der Pano Boys an, die sich bald in „Los Panos“ umbenannten, da auch die Schwestern Karin und Ingrid Köhler als Sängerinnen die Band fortan verstärkten. Zeitweise gehörte auch Dieter Meyer mit Gitarre, Saxophon und Gesang zur Truppe. Ihn ersetzte später Jonny Begon mit Gitarre und Gesang. Auch Leo Wallerius kam hinzu, spielte Bass und sang.

Musikalisch erfolgreiche Familien wie die Jakob-Sisters und die Kelly-Family gab und gibt es eben auch in der Eifel.

Dass sich in den wirtschaftlich schwierigen Jahren eine Familie mit sieben Kindern der Musik verschreibt und die Kinder ein Instrument lernen, das ist schon ungewöhnlich. Sie trugen wohl damit auch zum Einkommen der Familie bei. Dass sie heute immer noch zusammen Musik machen wollen, ist ebenso ungewöhnlich. Doch dazu später.

Das musikalische Gen wurde offensichtlich vom Großvater Fritz Köhler vererbt, der in Vockerode (Hessen) ein Blasorchester geleitet hatte und selbst Trompete, Flügelhorn und Violine spielte, und schließlich in die Eifel kam. Auch der Vater von Günther Köhler, Karl Köhler, war musikalisch und spielte Piano. Der Polier, Gastronom und Landwirt legte großen Wert darauf, dass vier seiner Kinder Akkordeonunterricht bekamen. Und nicht nur das: „Wir können alle auch mehrere Stimmen singen, das macht uns stark“, sagt Köhler, der eigentlich andere musikalische Wege gehen wollte. Letztlich waren die Familienbande doch stärker – und sind es noch, denn er, Karin und Heinz planen ein Comeback im Oktober. „Da sind wir aber noch in der Planung“ sagt der 71-Jährige, der Drittälteste der Köhler-Geschwister. Er ist überzeugt, dass die „Los Panos“ immer noch viele Fans haben. „Wir haben bei Facebook über 300 Mitglieder, viele fragen, wann wir noch mal auftreten“, sagt Köhler. Deshalb hat er sich auch dazu entschlossen, eine Doppel-CD aufzunehmen mit den Stücken der Band wie die „ Los Panos Erkennungsmelodie“, „Glocken der Liebe“, „Küsse im Mondschein“, „Ich möchte gern dein Herzklopfen hören“, „Eine Gitarre tausend Illusionen“ und „Rote Korallen“. Unter den 36 Schlagern sind auch sieben Eigenkompositionen von Günther Köhler dabei. „Die Stücke auf der CD  Los Panos – unvergessliche Schlagermomente  sind nun etwas temporeicher durch die neue rhythmische Untermalung“, sagt Köhler und versichert, dass dabei nichts verfälscht worden sei vom Sound der Kultband.

Und der Musiker betont, dass es ihm bei der CD  vor allem um die Fans gehe. Einige davon berichten ihm  noch heute von ihren positiven Erinnerung an die Hochzeit der Los Panos. Manches Paar fand bei den Klängen der Schlager zueinander – manche Ehe wurde gestiftet. Und bei der Band wechselte schon mal die Besetzung. Ende der 70er Jahre verließen Karin und Ingrid die Los Panos. Dann kam Doris Enders als Sängerin hinzu. Das Ende kam mit dem Weggang von Heinz Köhler 1985. Doch was heißt schon Ende. Ein kleines Revival gab es 2008 beim Quetschenfest in Geichlingen, nun die CD und das Comeback im Oktober. Anders als im Lied auf der ersten CD „Die Party ist aus“, geht die Schlagerparty in der Eifel offenbar weiter.

Günther Köhler freut sich, den Fans der Los Panos die CD präsentieren zu können. Foto: TV/Privat

Die CD ist erhältlich in Bitburg, im Rewe-Center Saarstraße, bei Kaufland, Kölnerstraße, in Neuerburg bei Hoffmann Druck, in Daleiden bei Automobile Propson, in Bettingen im Gasthaus Ambros und bei Günther Köhler unter www. mail@a-zmusicworld.de