Rotor nach Böe flügellahm

Rotor nach Böe flügellahm

SEFFERWEICH. An einem Windrad bei Sefferweich ist ein Rotorflügel abgebrochen. Experten untersuchen nun, wie es zu diesem Versagen der Anlage kommen konnte. Der Betreiber hat derweil zwei Maschinen gleichen Typs vorsorglich abgeschaltet.

Seit Freitagnachmittag ist eines der Windräder bei Sefferweich nur noch ein Torso. Aus bisher laut Betreiber noch unbekannter Ursache brach einer der drei Rotorflügel der Anlage ab. "Was genau geschehen ist, kann ich im Moment noch nicht sagen", erläutert Jörg Temme von der Betreibergesellschaft Windpark Sefferweich Süd GmbH und Co KG. Sowohl eigene Techniker als auch ein Team des Windradherstellers aus Norddeutschland würden auf Ursachensuche gehen. Flügel brach unter Volllast ab

Als Reaktion auf den Unfall, bei dem das Rotorblatt abbrach und in unmittelbarer Nähe zur Anlage zu Boden fiel, sind zwei Anlagen gleichen Typs in Sefferweich abgeschaltet worden. Es handelt sich dabei um Anlagen des Typs Nordex N 80 mit Rotoren der Firma Nordex Rotors. Die drei vor rund viereinhalb Jahren aufgestellten Maschinen haben eine Leistung von bis zu 2500 Kilowatt. Zur Zeit ihrer Aufstellung galten die Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 80 Metern als die größten Windkraftanlagen der Welt. Inzwischen werden weitaus stärkere Anlagen betrieben. Nach dem Zwischenfall stehen aber nicht alle Anlagen im Bereich Sefferweich still. Weiterhin in Betrieb sind beispielsweise Nordex-Maschinen mit gleicher Leistung im Bereich Bitburg-Pützhöhe sowie weitere acht Windkraftanlagen bei Sefferweich. "Die Anlagen haben Rotoren, die von einer anderen Firma hergestellt worden sind", sagt Windkraftbetreiber Temme. Der Unfall vom Freitag lässt sich bisher nur unvollständig rekonstruieren. Fest steht jedenfalls, dass an diesem Tag hohe Windgeschwindigkeiten in der Eifel gemessen wurden. "Die Anlage lief unter Volllast", sagt Geschäftsführer Temme. Im laufenden Betrieb habe es dann eine extreme Böe, verbunden mit einem starken Richtungswechsel, gegeben. "Es wurde Vibrationsalarm ausgelöst, wodurch sich die Anlage abschaltete", sagt Temme, der darüber hinaus von starken Turbulenzen berichtet. Möglicherweise habe das Material aufgrund der hohen Belastungen versagt, erläutert Temme. Er verwies in diesem Zusammenhang jedoch darauf, dass die Sicherungen funktionierten und der Rotorflügel nicht weiter weg geflogen ist."So etwas darf nicht passieren"

Über die Sicherheit der Menschen macht sich unterdessen Sefferweichs Ortsbürgermeister Richard Zeimetz Gedanken. "So etwas darf nicht passieren. Wir sind davon ausgegangen, dass die Räder den Wind aushalten", sagt Zeimetz. Er fragt sich, was passiert wäre, wenn der Flügel weiter geflogen wäre oder er von einer Anlage abgebrochen wäre, die näher am Weg steht. "Es bleibt ein ungutes Gefühl", sagt der Ortsbürgermeister, der darauf hinweist, dass die Betreiberfirma seit vier Jahren die notwendige Wegesicherung in diesem Bereich schuldig geblieben ist. Ein Vertreter der Firma Nordex war für eine Stellungnahme am Montag nicht erreichbar. Liebe Leserin, lieber Leser! Was meinen Sie? Welche Konsequenzen sollten aus dem Vorfall mit dem Windrad bei Sefferweich gezogen werden? Mailen Sie uns Ihre Meinung an eifel-echo@volksfreund.de. Namen und Anschrift nicht vergessen!

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