Ruck gegen Rechts
Die Berufsbildende Schule (BBS) Prüm hat zum Rechtsextremismus informiert — zunächst in einer Lehrerfortbildung. Nun soll das Thema auch im Unterricht und in Gesprächen mit den Eltern behandelt werden.
Prüm. Keine Probleme in der Eifel? Ganz so ist es nicht — auch in der Region sind manche anfällig für rechtsextreme Propaganda. Erst vor wenigen Wochen mussten sich zwei junge Menschen wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten (der TV berichtete). Damit es nicht noch mehr werden, sehen sich auch die Schulen in der Verantwortung, gegen Extremismus anzugehen. Die BBS Prüm hat deshalb zunächst ihre Lehrer umfassend informiert - und dazu Vertreter des Landes-Aussteigerprogramms "(R)auswege" und der "Elterninitiative gegen Rechts" nach Prüm geladen."In einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen existenziell bedroht sind, in der Armut und Perspektivlosigkeit für viele den Alltag bestimmen, entsteht Nährboden für Fremdenhass und Faschismus", erklärt Walfriede Kasel, die Sozialarbeiterin der BBS. Fehlende Freizeitangebote, Ausbildungsplatzmangel, Schul-Unlust - all dies nutzten rechte Organisationen, um die Jugendlichen für ihre Ziele zu gewinnen, um Propaganda zu verbreiten, zum Beispiel in Form von Musik-CDs mit rechtslastigen, rassistischen und gewaltverherrlichenden InhaltenDabei sind die faschistischen Verführer nicht immer einfach auszumachen. Walfriede Kasel: "Die Zeiten, in denen Nazis nur mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefeln als solche erkennbar waren, sind vorbei." Heute mische sich mancher unauffällig unters nichtsahnende Volk, nutze Markenkleidung, Codes und Symbole — so steht die "18" für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet -"AH", gleich "Adolf Hitler".Die bei der Fortbildung verhandelten Informationen zum Thema kommen jetzt auf den Stundenplan und werden in den kommenden Wochen vor allem im Sozialkunde- und Religionsunterricht der BBS an die Schüler weitergegeben. Das Angebot soll aber nicht auf die Klassenräume beschränkt bleiben: Interessierte Eltern können sich bei Schulsozialarbeiterin Walfriede Kasel melden und nähere Informationen erhalten. Sie ist erreichbar unter Telefon 06551/9710521. Auch die Fachstellen informieren: "(R)Auswege" kann man unter der 0800 45 46 00 anrufen, die "Elterninitiative gegen Rechts" unter der Nummer 06131/967-520.