Rückendeckung für Visionen

Zu den 25 neuen Schwerpunktgemeinden des Landes gehören auch die beiden Orte Idesheim und Idenheim (der TV berichtete). Dank der damit verbundenen Förderungen sollen jetzt in den kommenden Jahren einige größere Maßnahmen umgesetzt werden.

Idesheim/Idenheim. Für den Idenheimer Ortsbürgermeister Josef Junk kommt die Förderzusage des Landes genau richtig. Zuschüsse sind zwar prinzipiell immer gut, doch angesichts der Tatsache, dass im Ort ein Gemeinschaftshaus fehlt, dafür aber seit wenigen Tagen ein Hauptschulgebäude übrig ist, könnten die Idenheimer jetzt Nägel mit Köpfen machen. "Unser Hauptprojekt ist natürlich die Hauptschule", sagt Junk. Denn für die Gemeinde wäre das ungenutzte Gebäude am Ortsrand ideal, um dort mit vergleichsweise wenig Aufwand aus der Aula einen Gemeindesaal zu schaffen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass zunächst die Besitzverhältnisse geklärt sind, und genau das lässt die Verbandsgemeinde Bitburg-Land, als Träger der ehemaligen Lehreinrichtung, jetzt prüfen."Wenn das mit der Schule funktionieren würde, dann könnten wir vielleicht auch unsere zukünftige Bebauung dorthin ausrichten", sagt Junk. Allerdings müsse dafür zunächst das Problem im Ortskern in Angriff genommen werden. "Hier haben wir leider einige Leerstände zu beklagen", erklärt der Ortsbürgermeister, der im Nachbarort Idesheim einen Kollegen hat, der ebenfalls seit kurzem Vorsteher einer Schwerpunktgemeinde ist. Auch hier will die Gemeinde demnächst im Rahmen der sogenannten "Dorfmoderation" die Bürger über die Schwerpunktförderung informieren und dann gemeinsam Maßnahmen festlegen und Arbeitsgruppen bilden.Idenheimer Hauptschule soll Gemeindesaal werden

"Projekte gibt es bereits", sagt Klaus Idesheim, Ortsbürgermeister in Idesheim, und nennt hier als Beispiel den alten Wäscheplatz am Bach. Dieser sei 1994 im Vorfeld der 1150-Jahr-Feier des Dorfs restauriert worden und in Folge baulicher Fehler bei der Änderung des Bachverlaufs mittlerweile komplett zugewachsen und verschlammt. Und ähnlich wie im Nachbarort gibt es auch in Idesheim konkrete Überlegungen, die Baulücken und ungenutzten Gebäude in der Ortslage langfristig mit wohnenden Menschen zu füllen.Die Wiederbelebung der Ortskerne sowie der Erhalt der Siedlungs- und Kulturlandschaft sind schließlich auch das Ziel des rheinland-pfälzischen Landesprogramms. Dass dabei ausgerechnet zwei Nachbardörfer in diesem Jahr als einzige Orte des Eifelkreises zu Schwerpunktgemeinden ernannt wurden, liegt nicht zuletzt an dem dort derzeit laufenden Flurbereinigungsverfahren, von dem sowohl Ides- als auch Idenheim betroffen ist.Nach Auskunft des Mainzer Ministeriums des Inneren und für Sport profitieren derzeit in Rheinland-Pfalz 123 Gemeinden von dem Status als Schwerpunktgemeinde. Dazu gehören aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm die aus den Vorjahren ausgewählten Orte Sinspelt und Wolsfeld. Mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde sei eine Art Selbstverpflichtung verbunden, sich der Dorferneuerung im besonderen Maße anzunehmen, teilt das Ministerium mit. So seien im Zeitraum von 1991 bis 2007 mit Hilfe des Dorferneuerungsprogramms im Eifelkreis insgesamt 267 öffentliche und 1167 private Projekte mit Zuschüssen von insgesamt über 31 Millionen Euro gefördert worden.Für die Schwerpunktgemeinden bestehe darüber hinaus die Möglichkeit "nicht nur punktuelle Einzelprojekte, sondern ganzheitlich angelegte Konzepte zu realisieren". Hierbei werden private Maßnahmen mit bis zu 30 Prozent und kommunale Vorhaben mit bis zu 65, in besondern Fällen sogar bis zu 80 Prozent, vom Land bezuschusst.