Ruhestätte wird zum Erlebnisort

Archiv Februar 2019 : Ruhestätte wird zum Bürgerpark

Der alte Friedhof am Obertor von Dudeldorf wird seit Jahren nicht mehr als Begräbnisort genutzt. Die Gemeinde will ihn nun für rund 88 000 Euro umgestalten.

Der Heilige Johannes und die Jungfrau Maria wachen über den Friedhof. Vom Sandsteinpfeiler aus haben die Figuren jeden im Blick, der sich dem Obertor in Dudeldorf (VG Bitburger Land) nähert. Die einstige Ruhestätte liegt links vom mittelalterlichen Ortskern, eingerahmt von Mauern. Dort wo früher Grabsteine standen, erstreckt sich nur noch Wiese. Bis in die Achtziger wurden hier aber noch Menschen bestattet. Offiziell geschlossen ist der Friedhof seit 1986. Heute sind alle Gräber geräumt. 2017 wurde das Grundstück vom Gemeinderat entwidmet. Seitdem beschäftigt sich das Dorfgremium mit der Frage, was aus der Begräbnisstätte werden soll. Die Entscheidung ist nun vor wenigen Wochen gefallen. Der Rat hat sich einstimmig für ein Konzept des Ingenieurs Herbert Mayer entschieden. Der Plan sieht vor, den alten Friedhof in einen Bürgerpark zu verwandeln. Vieles soll aber erhalten bleiben.

Und das muss auch so sein. Denn die Anlage steht unter Denkmalschutz. Gründe dafür gibt es genug: Da wäre zum Beispiel die Kapelle aus dem 19. Jahrhundert, die mit Bildstöcken aus dem 17. Jahrhundert verziert ist. Die Mauer besteht aus Teilen der früheren Burg. Und das Monument, das an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnert, kann man wohl nicht abbauen. Und das wollen die Dudeldorfer auch nicht.

Vielmehr planen sie die Park­anlage rund um die historischen Zeugnisse zu gestalten, diese auch miteinzubinden. Stelen sollen Touristen künftig die Geschichte des Ortes erzählen, der Abguss eines römischen Grabmalquaders an die römische Historie des Ortes erinnern.  Die Stadtmauer wollen die Dudeldorfer erleuchten, das Denkmal reinigen, Blumenbeete anlegen und Parkbänke aufstellen. Der Rat plant außerdem, ein, wie auch immer geartetes, Kunstobjekt zu kaufen, auf dem Kinder sich austoben können. Auf Dauer soll sie aber nicht die einzige Skulptur bleiben. Eine weitere Idee im Konzept: Künstler dazu gewinnen, in Dudeldorf ihre Werke in wechselnden Ausstellungen zu präsentieren.

Das würde die Gemeinde im besten Fall auch gar nicht viel kosten. Das Gesamtkonzept allerdings schon: Zu haben wäre der Bürgerpark für 88 000 Euro, schätzt Ortsbürgermeister Stefan Lonien. Ohne Fördergeld ist die Umsetzung für die Gemeinde also kaum zu stemmen. Deshalb hat der Rat einen Antrag auf einen Zuschuss aus dem LEADER-Projekt der Europäischen Union gestellt. Wenn alles gut läuft, bekommen die Dudeldorfer eine Förderung in Höhe von 70 Prozent.