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Rundgang mit der Prümer Runde

Rundgang mit der Prümer Runde

Sechs Mitglieder der Prümer Runde haben bei einer Begehung der Innenstadt Defizite und Lösungsmöglichkeiten besprochen. So sollen auch Schaufenster leer stehender Ladenlokale künftig ansprechend gestaltet werden.

Prüm. Vor gut zwei Wochen traf sich die Prümer Runde erstmals nach langer Pause wieder (der TV berichtete). Die einstige Keimzelle des Stadtmarketing-Prozesses mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutierte dabei vor allem über die künftige Verkehrsführung und die optische Gestaltung.

Zur damals vereinbarten Begehung der Innenstadt trafen sich fünf Teilnehmer mit Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) beim Haus des Gastes. Schon nach wenigen Metern sprach Gastwirt Ernst Mereien eines seiner Lieblingsthemen an: die Verkehrsführung auf dem Hahnplatz. "Seit Jahren steht die Aussage eines Experten, dass hier mit wenig Geld der Probelauf eines Kreisverkehrs machbar wäre", erinnerte Mereien an einen früheren Vorschlag.

Handlungsbedarf beim Blumenbeet



"Wer für diesen Kreisel ist, sollte sich bei den Fraktionen dafür einsetzen, dass der Vorschlag in den Stadtrat eingebracht wird", sagte Weinandy.

Die Stadtbürgermeisterin sieht mehr Handlungsbedarf beim großen Blumenbeet auf dem Hahnplatz: "Wir müssen uns der Sache annehmen." Die Kiefer neben den Hinweistafeln am oberen Hahnplatz wird gefällt und eventuell durch einen Laubbaum ersetzt. Neben dem Fußgänger-Überweg beim Haus des Gastes wird ein Stück Hecke entfernt und durch Blumen ersetzt. Das hatte sich der Betreiber der dortigen Gaststätte gewünscht, um seine Außengastronomie attraktiver zu machen. Denn da lautet das Motto: Sehen und gesehen werden.

Klaus Peters, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Westeifel, regte eine Verbesserung für leer stehende Ladenlokale an. Die Runde war sich einig, dass attraktive Elemente in den Schaufenstern die Optik wesentlich verbessern könnte, bis diese Lokale wieder bezogen werden. Was genau dafür infrage komme, soll noch besprochen werden. Christine Kausen, Vorstandsmitglied von "Prüm eifelstark - Stadtmarketing und Gewerbeverein", ruft Bürger zu Vorschlägen für die Schaufenster-Gestaltung auf.

Mehr Parkplätze in Basilika-Nähe



Markus Fischbach, SPD-Fraktionssprecher im Stadtrat, erinnerte an den Gedanken eines Leerstands-Managements, das auch alle Banken und Immobilien-Büros einbeziehen solle. Eigentümer leer stehender Geschäfte werden dazu gebeten, sich bei "Prüm eifelstark" zu melden.

Mathilde Weinandy wünscht sich schönere öffentliche Abfallkörbe. Dazu will sie der Idee eines Anbieters nachgehen, der kostenlos Mülleimer zur Verfügung stellen und das durch Werbeerlöse finanzieren wollte.

Auf dem unteren Hahnplatz soll die alte Toilettenanlage abgerissen werden. Bei der Einfahrt zum Busbahnhof Klosterhof kann sich Weinandy nach einer Umgestaltung einen Parkstreifen vorstellen, ebenso in Verlängerung des bestehenden Parkplatzes neben der Basilika. Sorgen machen ihr die vielen beschädigten Pflastersteine, etwa beim Durchgang von der Ritzstraße zum Teichplatz.

Liebe Leserinnen und Leser, was halten Sie von den Vorschlägen aus der Runde? Welche Anregungen zu Stadtbild und Verkehr fallen Ihnen ein? Mailen Sie uns an eifel-echo@volksfreund.de



Meinung

Wiedergeburt gelungen

Die Prümer Runde war praktisch tot. Dabei war sie vor mehr als acht Jahren die erste Einrichtung, in der sich die Initialzündung durch den Stadtmarketing-Experten Christian Klotz niederschlug. Es folgte das Prümer City-Marketing, das schließlich mit dem Gewerbeverein fusionierte. Vorstand und Arbeitsgruppen von "Prüm eifelstark" machen einen guten Job. Auch Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy hängt sich rein. Doch erst die Verbindung aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung verspricht zusätzliche Impulse für die Stadtentwicklung. Einzelne Akteure und Gruppen drohen zu leicht betriebsblind zu werden, davon kann sich niemand völlig frei sprechen. Da tun neue Perspektiven gut. Die Prümer Runde kostet nichts außer etwas Zeit, die gut investiert ist. Umso schöner wäre es, wenn auch ganz gewöhnliche Bürger die gelungene Wiedergeburt der Runde als Ermutigung dazu auffassen würden, sich stärker zu Wort zu melden. Insbesondere zur Verkehrsführung steht ein großer Wurf an. Und der darf nicht daneben gehen. m.hormes@volksfreund.de